China führt staatlichen NFT-Marktplatz ein

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Obwohl in China Transaktionen mit Kryptowährungen untersagt sind, finden Non-Fungible Token (NFT) dort Anklang. Das sind digitale Sammlerstücke, die – ebenso wie Kryptowährungen – auf der Blockchain verwaltet werden. Anfang 2023 hat die Regierung dort nun einen Marktplatz für den Handel von NFTs veröffentlicht.

Das ist ein großer Fortschritt für den Krypto-Sektor in China Welche Ziele sollen mit der Einführung der Plattform erreicht werden? Was für Änderungen ergeben sich dadurch für China? Und hat der NFT-Marktplatz Potenzial sich zu halten oder wird auch er bald verboten werden?

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Ein Marktplatz für digitale Sammlerstücke

In China werden NFTs jedoch nicht als solche betitelt, sondern als “digitale Sammlerstücke”. Die Sammlerstücke erfreuen sich in diesem Land an großer Beliebtheit, wohingegen der Krypto-Handel seit September 2021 offiziell verboten ist. Ein Widerspruch, wenn man bedenkt, dass der Besitz von Krypto als virtuelle Eigentümer anerkannt und gesetzlich geregelt ist. Aufgrund dessen unterliegt die neue Plattform auch der staatlichen Aufsicht. Non-Fungible Token wurden in China nämlich erst vor Kurzem vom chinesischen Internetgericht Hangzhou ebenso als virtuelles Eigentum eingestuft.

Für den NFT-Marktplatz “China Digital Asset Trading Platform” arbeiten die staatliche chinesische Technologiebörse, die staatliche Art Exhibitions China sowie das private Unternehmen Huaban Digital Copyrights Ltd. zusammen. Zusätzlich findet eine Kooperation mit dem Finanzinstitut Zhongrong Global Holdings statt. Die Basis bietet die NFT-Kette “China Cultural Protection Chain”. Diese benötigt im Gegensatz zu herkömmlichen Blockchains keine Erlaubnis. Weiterhin soll neben dem Handel von NFTs bzw. digitalen Sammlerstücken auch der Handel von anderen digitalen Assets und Urheberrechten möglich sein.

Die Ziele der Plattform

Der Einzug der NFT-Plattform ist Teil von Chinas nationaler kultureller Digitalisierungsstrategie, welche die Blockchain-Technologie verwendet. Das Land betritt damit die Krypto-Welt ein Stück weiter. Ziel der Plattform ist es, die Kulturindustrie Chinas voranzutreiben. Jedoch ist es noch nicht ganz klar, wie sich der NFT-Marktplatz entwickeln wird. Das Chinese Cultural Relics Exchange Institut, welche an der Entwicklung der Blockchain beteiligt war, erklärt, dass zukünftig auch Museen und andere Kulturzentren NFTs nutzen können. Die digitalen Sammlerstücke sind nämlich auch als Kunstwerke zu sehen, die ebenfalls gehandelt oder getauscht werden können.

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Die Kontrolle durch den Staat

Die Unterstützung des NFT-Marktplatzes erfolgt durch die zwei staatlich kontrollierten Unternehmen China Technology Exchange und China Cultural Relics Exchange Center. Folglich unterliegt die Plattform auch staatlicher Aufsicht. Die digitalen Sammlerstücke können ausschließlich mit Fiatgeld gekauft werden. Für gewöhnlich werden NFTs mit Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum erworben. Da der Handel damit in China jedoch illegal ist, wird demnach auf Fiatgeld zurückgegriffen. Zudem können die digitalen Sammlerstücke ausschließlich auf geschlossenen und stark regulierten Plattformen gehandelt werden.

Die Krypto-Vergangenheit Chinas

Das Mining-Verbot, welches seit 2021 in China herrscht, zeigt eine ambivalente Haltung des Staates. Gründe für das Verbot seien laut der Regierung mögliche Gefahren wie Geldwäsche und andere illegale Aktivitäten sowie spekulative Investitionen. Infolgedessen wurde entschieden, dass eine Einsicht der Transaktionen von Einwohnern per CBDCs (Central Bank Digital Currencies) stattfinden soll. Zu den digitalen Zentralbankgeldern gehört auch ihre eigene Währung Yuan in digitaler Form. Mining sowie Handel von Kryptowährungen sind seitdem in China verboten, weil sie auf anonymen und dezentralen Blockchains basieren. Server-Farmen können also nicht mehr innerhalb des eigenen Landes arbeiten. So zog es die Schürfer-Gemeinde infolge der Regulierung zu anderen Standorten wie beispielsweise Kasachstan oder Texas. Nachbarstaaten wie Kasachstan oder die Mongolei haben den Vorteil niedriger Strompreise. In Texas hingegen können Kapazitäten von Stromanbietern zu einem festen Preis erworben werden, weil das Stromnetz dort vom nationalen USA-Stromnetz abgekoppelt ist. Niedrige Strompreise sind für Miner wichtig, weil das Schürfen von Krypto hohe Rechenleistungen und somit viel Strom verlangt.

Aus dem Verbot folgten negative Entwicklungen der globalen Hashrate und der Rechenleistung des Bitcoin-Netzwerkes, welches zeitweise um ca. 40 % sank. Da chinesische Miner nun an neuen Standorten schürfen, können sie ihr Land nicht weiter unterstützen. Zudem findet Mining immer noch teilweise unter Verschluss statt. Die Miner verbergen ihre Aktivitäten durch die Verwendung vorhandener Hardware. So können sie ihre Spuren verwischen. Motivierte Miner können also trotz drohender Haftstrafen nicht von ihrer Arbeit abgehalten werden.

Hat der NFT-Marktplatz eine Zukunft?

Die negative Vergangenheit bezüglich Kryptowährungen weckt immer noch Misstrauen bei den Einwohnern Chinas. Alles, über das die Regierung keine Kontrolle hatte, wurde verboten. Doch entspricht das nicht dem ursprünglichen Sinn von Krypto. Der Handel sollte nämlich anonym ablaufen, indem Anleger die Größe ihrer Investitionen und Besitze nicht preisgeben müssen. Da sich die Haltung Chinas in der Vergangenheit schon einmal schlagartig verändert hat, fürchten Krypto-Enthusiasten nun das gleiche Schicksal für die NFT-Plattform. Obwohl die staatliche Kontrolle gegeben ist, könnte sich die Plattform anders weiterentwickeln und die Meinung der Regierung ändern. Es könnte jederzeit ein Gesetz aufgestellt werden, welches den NFT-Handel verbietet.

Fazit

Mit der neuen Plattform wagt China einen großen Schritt in den Krypto-Sektor. Der Fakt, dass die Regierung in dem Land jedoch in Vergangenheit schon einiges in Hinblick auf Krypto verboten hat, wirft Sorgen bei den Nutzern auf. So fürchtet man – trotz der strengen Regulierung – ein Verbot des NFT-Handels. Die chinesische Regierung ist nämlich bekannt dafür, alles, was Transaktionen betrifft, unter Kontrolle haben zu wollen. Die Sorge ist also berechtigt, doch sollten Einwohner die Möglichkeiten des NFT-Marktplatzes so lange nutzen und genießen, wie es geht.

Jacqueline Lehmann Ledger21 AG

Jacqueline Lehmann

Ledger21 AG -

CEO

Jacqueline Lehmann ist CEO der Ledger21 AG, einer Tochtergesellschaft der Green Capital und Beteiligungen AG.
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