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Technologie

Fast die Hälfte der Mitarbeiter will laut einer aktuellen IDC-Studie im Auftrag von Unisys auch nach der Corona-Pandemie nicht Vollzeit ins Büro zurückkehren, sondern bevorzugt eine flexible Arbeitsplatzgestaltung.

Wie das neue hybride Arbeiten für alle ein Erfolg wird, erläutert Daniel Schnyder, GTM Lead DACH Business Platforms and Services (BPS)bei Unisys.

Was können Unternehmen tun, um die Mitarbeitererfahrung in einem hybriden Arbeitsumfeld zu verbessern? 

Die Arbeitgeber sollten darauf achten, dass ihre Beschäftigten an jedem Ort und auf jedem Gerät optimale Arbeitsbedingungen vorfinden. Das bedeutet zuerst einmal digitale Gleichheit: Alle Mitarbeiter benötigen sicheren Zugang zu den für ihre Arbeit erforderlichen Ressourcen, unabhängig von ihrem bevorzugten Gerät oder Standort. Die wahre Herausforderung für die IT besteht aber darin, allen Mitarbeitern die gleiche Employee Experience zu bieten, indem man agile Arbeitsweisen einführt, die jederzeit und überall ein produktives und innovatives Arbeiten ermöglichen. Hier empfiehlt es sich, auf Lösungen zu setzen, die künstliche Intelligenz, robotergestützte Prozessautomatisierung, Analytik und maschinelles Lernen für eine reibungslose Mitarbeitererfahrung integrieren und die sich problemlos in Personal-, Finanz- und Geschäftsanwendungen einbinden lassen.

Was waren für Sie die wichtigsten Erkenntnisse aus der Umfrage? 

Die Mehrheit der befragten Führungskräfte will nicht so weitermachen wie bisher, sondern ein anderes Betriebsmodell als vor der COVID-19-Pandemie einführen. Dies ist vor allem deshalb interessant, weil die Befragten als Ziel für diese Veränderungen nicht nur eine verbesserte Sicherheit der Beschäftigten nannten, sondern auch ein optimiertes Mitarbeitererlebnis und eine höhere Mitarbeiterproduktivität

Die Ansichten über die Ausgestaltung des neuen Arbeitens – auch das ist spannend – unterscheiden sich zwischen Führungskräften und Mitarbeitern. Für 64 Prozent der Mitarbeiter sind beispielsweise familienfreundliche Arbeitsbedingungen wichtig, aber nur 51 Prozent der Arbeitgeber halten diesen Punkt für bedeutsam. Noch größer ist die Diskrepanz beim Punkt Kommunikation durch das Management: 60 Prozent der Beschäftigten finden dies entscheidend für eine gute Employee Experience, bei den Führungskräften sind es nur 41 Prozent. 

Heißt das, die Unternehmen haben den Kontakt zu ihren Mitarbeitern verloren? 

Es ist schwer, kleine Signale und Körpersprache aufzugreifen, wenn man Mitarbeitern und Kollegen nur noch im virtuellen Raum begegnet. Daher müssen wir einen Arbeitsraum der Zukunft schaffen, der alle Mitarbeiter unabhängig von ihrem Standort miteinschließt. Den Führungskräften kommt dabei eine besondere Rolle zu, indem sie ihren Mitarbeitern sowohl die Freiheit als auch die Werkzeuge geben, die sie für ihre Arbeit benötigen. Am erfolgversprechendsten ist eine Unternehmenskultur, die auf gegenseitigem Vertrauen und Wertschätzung aufbaut.

Die Studie fand heraus, dass 70 % der Mitarbeiter Anerkennung als ihre wichtigste Priorität einstuften. Der Wunsch nach Anerkennung ist nicht neu, aber seine Bedeutung nimmt in einer hybriden Arbeitsumgebung zu. Die Anerkennung von Leistung wirkt wie ein positiver Verstärker und trägt zu einer Kultur der Selbstverbesserung bei, da die Mitarbeiter einen Sinn darin sehen, sich beruflich weiterzuentwickeln. Wertschätzung und Bestätigung schaffen gerade dann eine wichtige soziale Bindung zu Mitarbeitern und Kollegen, wenn man sich nicht oder nicht so oft persönlich trifft.

Inwieweit können flexible Arbeitsmodelle die Mitarbeiterzufriedenheit verbessern?

Im Home-Office lassen sich Beruf und Familie nicht so leicht voneinander trennen. Um Burnout und Stress vorzubeugen, müssen Arbeit und persönliche Verpflichtungen aber im Gleichgewicht sein. Unternehmen können die Work-Life-Balance ihrer Mitarbeiter unterstützen, indem sie die traditionellen Arbeitszeiten an die Bedürfnisse einer hybriden Belegschaft anpassen. Tatsächlich wurden in der Studie flexible Arbeitszeiten und -orte von Führungskräften und Mitarbeitern als entscheidend für ein ideales Mitarbeitererlebnis genannt. Mit flexiblen Zeitplänen und der Möglichkeit, von überall aus zu arbeiten, haben Mitarbeiter ein stärkeres Gefühl der beruflichen Kontrolle und Eigenverantwortlichkeit. Dies führt zu einer verbesserten Arbeitszufriedenheit und letztlich zu einer Steigerung der allgemeinen Motivation. 

Im vergangenen Jahr ist uns allen bewusst geworden, wie wichtig ein offenes und unterstützendes Miteinander ist. Auch wenn es schwierig ist, Mitarbeiterzufriedenheit zu messen, muss dies unser Ziel sein und wir brauchen dafür einen Messrahmen. Einige Unternehmen nutzen dazu Umfragen, Feedback-Formulare und Analysetools. Letztlich geht es darum, den Mitarbeitern zuzuhören, zu berücksichtigen, was sie wollen und brauchen und eine offene Unternehmenskultur zu stärken.

Welche Rolle spielt die Technik bei der Mitarbeiterzufriedenheit?

Wenn immer mehr Mitarbeiter von unterschiedlichen Orten aus arbeiten, hängt die Zusammenarbeit zwischen Teams, die sich früher in Konferenzräumen abspielte, stärker von der Leistung von Video- und Sharing-Plattformen ab. Dementsprechend legen Unternehmen einen größeren Wert auf Technologien, die die Konnektivität der Mitarbeiter und das gemeinsame Erlebnis verbessern. Die befragten Mitarbeiter gaben an, dass ihnen Collaboration-Tools, produktivitätssteigernde Anwendungen und technischer Support gleich wichtig sind. Unternehmen müssen also alle drei Bereiche berücksichtigen.

Was sind häufige Fehler, wenn Unternehmen ihre digitalen Arbeitsbereiche modernisieren wollen?

Unternehmen konzentrieren sich oft zu sehr darauf, moderne Tools einzusetzen, um offensichtliche Anforderungen zu erfüllen oder auf einzelne Probleme abzuzielen. Das Betriebsmodell bleibt dabei jedoch auf die IT fokussiert, mit traditionellen Service Level Agreements zur Leistungsmessung, anstatt darauf zu schauen, wie es um die Employee Experience bestellt ist. Dies führt ungewollt zu Reibungsverlusten, weil Benutzerpräferenzen und -muster dem Rätselraten überlassen werden. Die IT-Abteilung ist ständig mit reaktiven Problemlösungen beschäftigt, während die User immer genervter werden. Unzufriedene Mitarbeiter verursachen aber auf Dauer unzufriedene Kunden, was sich auf das Unternehmen und seinen Gewinn auswirkt.

Was empfehlen Sie Führungskräften, um zukünftige Probleme zu vermeiden? 

Unternehmen müssen heute über das hinausdenken, was Technologie leisten kann, und sich darauf konzentrieren, was Menschen mit Technologie leisten können. Am wichtigsten ist, dass sie Probleme angehen, bevor die Anwender sie überhaupt wahrnehmen. Mit diesem Ansatz können sie das Engagement der Mitarbeiter, die Produktivität der Belegschaft und die Anpassungsfähigkeit des Unternehmens an neue Anforderungen der Mitarbeiter voranbringen. Unternehmen müssen ein Gleichgewicht zwischen verbesserter digitaler Technik und einer guten Employee Experience finden. Eins ist jedoch klar: Betriebsmodelle aus der Zeit vor der Pandemie haben bereits für die Belegschaft von heute ausgedient – das gilt erst recht für die Mitarbeiter der Zukunft.

Daniel Schnyder, GTM Lead DACH Business Platforms and Services
Daniel Schnyder
GTM Lead DACH Business Platforms and Services, Unisys

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