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Digitale Transformation

Viele Unternehmen haben mehrere Jahre lang an ihrer digitalen Transformation gearbeitet – dann kam Covid-19. Die Ausgangsbeschränkungen zwangen Mitarbeiter quasi über Nacht ins Homeoffice und die Unternehmen zur Digitalisierung im Schnellverfahren.

F5 hat Unternehmen, denen diese Umstellung leichtfiel, analysiert. Dabei zeigt sich, wie sich Resilienz aufbauen und Agilität gewährleisten lässt. 

Von heute auf morgen mussten zahlreiche Unternehmen ihren Mitarbeitern einen funktionsfähigen und sicheren mobilen Arbeitsplatz einrichten. Während der Lockdown-Zeit der Pandemie haben sich folgende vier Phasen abgezeichnet, in denen die digitale Transformation schnell und gleichzeitig bestmöglich gelingt. 
 

Phase 1: Produktivität herstellen

Für die meisten Unternehmen war der erste, entscheidende Schritt zum Schutz der Mitarbeiter, ihnen Homeoffice zu ermöglichen. Dies erforderte oft die rasche Einrichtung von Tausenden oder sogar Zehntausenden mobilen Arbeitsplätzen, wo bislang vielleicht nur Kapazität für einige hundert war. Programme und Projekte, die sich in der Regel über mehrere Monate erstrecken würden, mussten in wenigen Tagen oder sogar Stunden bewältigt werden.

Im März und April half F5 mehreren Unternehmen, dieses erste Etappenziel zu erreichen. Viele davon waren Institutionen des Gesundheitswesens und Behörden, bei denen die Mitarbeiter sofort effektiv aus der Ferne arbeiten mussten. Aus Kundenperspektive ist das, was echte Partner von Anbietern in dieser Zeit unterscheidet, die Flexibilität. So kamen Bereitstellung und Einsatz oft vor dem formellen Beschaffungsprozess. Zusätzlich zur kommerziellen Flexibilität ermöglichten Software-, SaaS- und hybride Bereitstellungsmodelle den Kunden eine schnelle Skalierung der Kapazitäten, ohne dass die Teams physisch vor Ort sein mussten.
 

Phase 2: Skalierung der digitalen Kapazität

In der zweiten Phase geht es darum, ausreichende Kapazitäten zu bieten, um den gestiegenen Datenverkehr auf den digitalen Kanälen zu bewältigen. Viele F5-Kunden bauen neue Infrastrukturkapazitäten auf, um der rasanten Zunahme von digitalen Arbeitsplätzen und Prozessen gerecht zu werden. Dieser Wandel in Richtung digitale Kanäle wird sich wahrscheinlich über die aktuelle Krise hinaus fortsetzen, da Kunden und Unternehmen neue Arbeitsweisen umsetzen. 

Twitter hat zum Beispiel erklärt, dass Homeoffice künftig Standard sein wird. Damit steht es nicht alleine da: Laut Untersuchungen von IDC gehen 60 Prozent der Unternehmen davon aus, dass 2021 mehr als 25 Prozent der Arbeitnehmer mobil arbeiten. Vor Covid-19 waren es noch 8 Prozent der Befragten. Beim notwendigen Ausbau der Kapazitäten wählen viele Unternehmen neue IT-Architekturen wie Cloud-Lösungen, virtuelle Appliances oder softwarebasierte Installationen in der Public Cloud.
 

Phase 3: Anwendungen sichern

In der dritten Phase sind die Anwendungen zu sichern, durch die nun so viele unternehmensrelevante Daten fließen. Sich verändernde Systemlandschaften stellen nach Erfahrung von F5 immer auch ein Einfallstor für Cyberkriminelle dar. Der Bundesstaat Washington beispielsweise wurde von Hackern angegriffen, die Tausende von gestohlenen Sozialversicherungsnummern nutzten, um Leistungen zu beantragen. Aber auch der private Sektor wird aktuell verstärkt zur Zielscheibe neuer Angriffsarten. 

Dass Unternehmen sich derzeit noch stärker auf das Thema Cybersicherheit fokussieren sollten, liegt in der ökonomisch angespannten Situation begründet. In Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs wollen Unternehmen Lücken schließen, um sicherzustellen, dass sich ihre Situation nicht weiter verschlechtert. Nicht zuletzt deswegen berichten Branchenanalysten von Ausgabensteigerungen in verschiedenen Bereichen der Cybersicherheit, die auf Auswirkungen von Covid-19 zurückzuführen sind. Dazu zählen sichere Konnektivität und Bereitstellung von Anwendungen.
 

Phase 4: Neue Lösungen entwickeln

In der vierten Phase versuchen Unternehmen neue Wege zu finden, um innovative Kundenangebote bereitzustellen und Geschäftswerte zu schaffen. Telemedizin ist hierfür ein Beispiel, aber auch die Entwicklung neuer Restauranterlebnisse abseits des Besuchs im Lokal.

In vielen dieser Fälle sind Unternehmen Kompromisse eingegangen, die zuvor so nicht denkbar gewesen wären. Die Gesellschaft hat sich für neue Arten des Lebens und Arbeitens geöffnet. Im Falle der Telemedizin wurden in den USA beispielsweise die Regeln des Health Insurance Portability and Accountability Act (HIPAA) vorübergehend ausgesetzt, um einen breiteren Zugang zu Gesundheitsberatungen für Personen zu ermöglichen. Ziel ist es, neue digitale Erfahrungen und betriebliche Effizienzen zu ermöglichen oder bestehende Strategien neu zu bewerten.

 

Transformation als Dauerzustand

Die Veränderungen im Zuge der Corona-Pandemie waren und sind weiterhin einschneidend. Sie werden die Wettbewerbsdynamik verändern, Branchen für immer umwandeln und die Kluft zwischen den Unternehmen, die ihre Applikationen aktiv verwalten, und denen, die das nicht tun, massiv vergrößern. So geht es bei der digitalen Transformation in Wirklichkeit darum, dass Unternehmen die Wertschöpfung und Differenzierung durch ihre Anwendungen vorantreiben. 

 

Kara Sprague, Executive Vice President and General Manager des Geschäftsbereichs Application Services
Kara Sprague
Executive Vice President and General Manager des Geschäftsbereichs Application Services, F5
Kara Sprague ist Executive Vice President and General Manager des Geschäftsbereichs Application Services bei F5. Sie zeichnet verantwortlich für das Sicherheitsportfolio-Management sowie die Produkte und Lösungen des Unternehmens. Zu F5 kam Sprague 2017 von McKinsey and Company, wo sie in ihrer dreizehnjährigen Tätigkeit verschiedene Führungspositionen in diversen Technologiebereichen bekleidete. Zuletzt leitete sie die Bereiche Technologie-, Medien- und Telekommunikation für die Region West. Vor ihrer Tätigkeit bei McKinsey war Sprague im technischen Stab von Oracle, Agilent Technologies und Hewlett-Packard tätig. Die ausgebildete Informatikerin und Elektroingenieurin hat zwei Master-Abschlüsse des Massachusetts Institute of Technology und ist Mitglied des Vorstands von Girls Who Code.

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