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Blockchain

Wer sich mit dem Thema Blockchain schon einmal auseinandergesetzt hat, weiß: Die Technologie bietet eine Reihe von Vorzügen. Sie sorgt im B2B-Geschäft für mehr Transparenz, vereinfachte Prozesse und Kosteneinsparungen und ist damit auch für den Endkunden relevant  – beispielsweise bei der Nachverfolgung von Produktionsbedingungen und bei Eigentums- und Echtheitsnachweisen.

Nachdem der anfängliche Hype um die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) etwas abgeflacht ist, kommen nun immer mehr Anwendungen in die Praxis. Dabei zeigt sich allerdings auch, dass es weiterhin Aufklärungsbedarf gibt und dass Blockchain-Lösungen nicht immer nahtlos in bestehende Software und Prozesse eingegliedert werden können.

KMU sind noch zögerlich, sollten aber nicht zu lange warten

Die Bitkom-Studie zur Blockchain in Deutschland 2019 hat ermittelt, dass die Technologie von den Befragten zugleich kritisch (9 Prozent) und interessiert (12 Prozent) betrachtet wird. Ebenso zeigt sich, dass die Unternehmensgröße ausschlaggebend dafür ist, ob überhaupt schon eine inhaltliche Beschäftigung mit dem Thema stattgefunden hat. Gerade in den kleinen und mittelständischen Unternehmen konkurriert die Blockchain häufig mit anderen Technologien um Innovationsbudgets. Entscheidungen fallen mitunter zugunsten von Cloud Computing und Big Data & Analytics aus, die bereits erprobter sind. Gerade für die KMU besteht deshalb ein erhöhtes Risiko, in Bezug auf die Blockchain-Technologie den Anschluss an Wettbewerber zu verlieren. Denn gerade die kleineren Budgets erschweren es deutlich, Vorsprünge später wieder aufzuholen. Deshalb ist es gerade für kleinere und mittelständische Unternehmen sinnvoll, sich näher inhaltlich mit der Technologie zu  beschäftigen, um Anwendungsgebiete ausfindig zu machen.

Kooperationen mit Blockchain-Spezialisten sind in den meisten Fällen sinnvoll

Den Unternehmen, die die Blockchain-Technologie bereits anwenden, attestiert die Bitkom-Studie eine strategische Herangehensweise. Zudem sind die meisten offen für Beratung und Kooperationen: Fast zwei Drittel der Unternehmen (63 Prozent) implementiert die Blockchain gemeinsam mit Partnern oder plant dies zumindest. Diese Entscheidung ist besonders deshalb wichtig, weil Fachkräfte mit Blockchain-Kompetenz immer noch rar gesät, aber stark nachgefragt sind. Statt die Expertise ins eigene Haus zu holen, bietet es sich also an, mit einem spezialisierten Partner zusammenzuarbeiten. Deren Lösungen können selbstverständlich trotzdem auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten werden. Ein seriöser Blockchain-Anbieter steht Unternehmen dabei nicht bloß als Technologiepartner zur Seite, sondern nimmt auch eine beratende Funktion ein.

Blockchain: Auf dem Weg zur Mainstream-Anwendung

Trotz der bislang zögerlichen Einstellung zum Thema DLT speziell in kleineren und mittelständischen Unternehmen, befindet sich die Technologie klar auf dem Weg zur breiten Anwendung in ganz unterschiedlichen Industriesparten. Eine aktuelle, globale Deloitte Studie zum Status der Blockchain 2020 zeigt, dass sich in den Unternehmen langsam etwas ändert. Entscheidungsträger sehen die Technologie nicht mehr nur als bahnbrechend und vielversprechend an, sondern behandeln sie inzwischen als wichtigen Teil der Transformation und Innovation ihres Unternehmens. Gemäß dem von der IT-Forschungs- und Beratungsfirma Gartner beschriebenen Hype Cycle ist die Distributed-Ledger-Technologie damit aus dem Tal der Enttäuschung heraus. Wir befinden uns nun in einer Phase, in das Verständnis zunimmt und Unternehmen die Technologie in ihre Prozesse implementieren oder testen, dem Pfad der Erleuchtung. In der Studie von Deloitte zeigt sich dies im zeitlichen Verlauf. 2020 gaben bereits 86 Prozent der Befragten an, dass ihre Unternehmensführung an echte Effizienzgewinne durch die Blockchain-Technologie in der eigenen Firma glaubt. Zwei Jahre zuvor waren es erst drei Viertel. Ebenso glauben 83 Prozent, dass das eigene Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verliert, wenn DLT nicht angewendet wird (2018: 68 Prozent).

Anwendungsfälle sollten gründlich geprüft werden

Die Einstellung zur Blockchain-Technologie ist also zunehmend durch eine differenzierte (da umfassender informierte) Sicht gekennzeichnet, gleichzeitig steigen das Vertrauen und der Optimismus. Trotzdem ist es entscheidend, die Technologie überlegt und sinnvoll anzuwenden, statt sich bloß mit dem Begriff zu schmücken. Insbesondere in den Bereichen Logistik und Lieferketten gibt es bereits einige erfolgreiche Anwendungen, die sich auch wirtschaftlich beziffern lassen. Tatsächlich ist die praktische Realisierung dort bereits weiter als beispielsweise in der Finanzindustrie, obwohl diese häufig prominenter diskutiert wird. Doch obwohl diese Anwendungen inzwischen geläufiger sind und viel Aufmerksamkeit erfahren, gibt es eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten, DLT sinnvoll in das eigene Geschäftsmodell zu integrieren. Weitere spannende Anwendungsszenarien gibt es etwa in den Bereichen Verifizierung (ob Echtheitsnachweise oder Datenverifizierung) oder Versicherungswesen.

Die besten Voraussetzungen für eine gewinnbringende Adaptierung haben Unternehmen, die dem Thema mit Offenheit und Innovationsbereitschaft begegnen und die sich die erforderliche Expertise an die Hand holen – entweder durch geschicktes Recruiting oder mit einem kompetenten Partner.

Arman Sarhaddar, CEO
Arman Sarhaddar
CEO, Vault Security Systems
Arman Sarhaddar ist Mitbegründer und CEO der Vault Security Systems AG und entwickelt eine Blockchain-Lösung, die sowohl Unternehmen als auch Verbrauchern hilft, ihre wertvollsten Gegenstände und Vermögenswerte zu schützen. Er blickt auf 20 Jahre Erfahrung im Wealth Management zurück und arbeitete für mehrere große Investmentfirmen in New York, Miami und Atlanta.

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