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IT-SOURCING 2019 – Einkauf meets IT
09.09.19 - 10.09.19
In Düsseldorf

IT-Sourcing 2019 - Einkauf meets IT
09.09.19 - 10.09.19
In Düsseldorf

ACMP Competence Days Berlin
11.09.19 - 11.09.19
In Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin, Berlin

MCC CyberRisks - for Critical Infrastructures
12.09.19 - 13.09.19
In Hotel Maritim, Bonn

Rethink! IT 2019
16.09.19 - 17.09.19
In Berlin

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Millennials

Wer die Digitalisierung verstehen will, muss ihre Geschichte verstehen. Wer heute erfolgreich sein will, muss die Millennials mögen. Nur wer die Macht des Analogen kennt, hat Zukunft.

Eine grandiose digitale Geschwindigkeitssteigerung? 

Es wird suggeriert, dass wir heute mit einer großen Steigerung der Geschwindigkeit fertig werden müssen. Die Höchstgeschwindigkeit der Menschen war lange der Lauf des Pferdes, das rollende Rad, das segelnde Schiff. Fortschritte hatten keine merkbare Beschleunigung herbeigeführt. Erst das 19. Jahrhundert veränderte das globale Tempo fundamental. Doch Eisenbahn und Dampfboot verfünffachen, verzehnfachen, verzwanzigfachen nur die damals bekannten Geschwindigkeiten.

Völlig unvermutet aber brechen die Leistungen der Telegraphie auf die Menschen ein. Ein elektrischer Funke überspringt Länder, Berge und durch die ersten Tiefseekabel ganze Erdteile. Der kaum zu Ende gedachte Gedanke, das soeben hingeschriebene Wort kann ab 1866 in derselben Sekunde schon tausende Kilometer entfernt empfangen, gelesen, verstanden werden. Das war der Schritt zum Millionenfachen und Milliardenfachen der menschlichen Geschwindigkeit. Diese Umstellung des Zeitwertes und die psychologische Wirkung sind unvergleichlich. Die Welt ist für immer verändert, seit es möglich ist, in Paris gleichzeitig zu wissen, was in Anchorage und Moskau, Boston und Sydney in derselben Minute geschieht. Die Welt wurde zum globalen Dorf. Reicht uns heute Geschwindigkeit allein?

Die Entdeckung der Langsamkeit 

Facebook hat die iPhone-Nutzung für ihre Mitarbeiter eingeschränkt. Diese denken nur in der Apple-Welt (IOS) und müssen mehr Android-Geräte nutzen. Nur so können die Mitarbeiter erleben, wie die meisten heute Facebook verwenden und so kann man Fehler der Software und Bedienung erkennen.

Zuvor wurde der „2G Tuesday“ eingeführt, an dem Mitarbeiter ihre Geräte mit langsamerer Geschwindigkeit nutzen müssen. Sie sollen sehen, wie sich geringer Daten-Flow auswirkt und alles so gestalten, dass die Nutzung für Entwicklungsländer ideal möglich ist, denn Facebook kann nur mehr dort signifikant wachsen. Also weniger Digitalisierung für mehr Profit.

Die Digitalisierung und die Zukunft des Wirtschaftens

Viele Etagen sind voll mit verdienten Führungskräften, die sich jahrzehntelang für eine Organisation eingesetzt haben, begehrenswerte Positionen einnehmen und gerade dadurch träge werden. Hierarchische Prozesse müssen aber durch wirtschaftliche Kollaboration und interdisziplinäre Zusammenarbeit ersetzt werden. Wenn Ihnen aber die Millennials egal sind, dann sind Sie keine Führungskraft. Dann sind Sie ein Verlierer. Wer will noch Menschen erfolgreich führen? Wenn wir heute Leistung verlangen und fordern, müssen wir anderen vor allem Sinn bieten können. 

Erfolgreich sind jene Unternehmen, die den Menschen Orientierung bieten. Interessant sind solche, die die Fähigkeit haben, Menschen in der Organisation zu halten beziehungsweise neue Menschen für die Organisation zu gewinnen. Und diese „neuen“ Menschen sind im überwiegenden Maße Mitglieder der Millennials. Das Spannende daran? Die oft so grenzenlosen Millennials führen ihrerseits die Wirtschaft an ihre Grenzen.

Die volldigitalen Millennials 

Mit den Millennials gibt es erstmals eine ganze Generation, die in einer Smartphone-Internet-FB-Instagram-Welt groß geworden ist. Die Mitglieder dieser Generation legen perfekt einen Wunschfilter über Dinge. Sie zeigen nahen und ganz fernen Menschen wie toll das Leben ist.

Alles, was man will, kann man sofort haben, außer Befriedigung im Job und starke Beziehungen. Dafür gibt es keine App. Und wird es niemals eine geben. Das geht nur analog.

Die Millennials und ihre analogen Bedürfnisse 

Die ersten Menschen, die mit der Digitalisierung aufgewachsen sind, werden weniger Autos kaufen. Ein Drittel der Jugendlichen in den Großstädten macht keinen Führerschein mehr. Der Autobesitz engt sie ein, nimmt ihnen das Gefühl von Unabhängigkeit und Flexibilität.

Bestimmte Güter werden zukünftig durch die Millennials weniger nachgefragt werden. Immer mehr junge Menschen wollen Produkte nicht besitzen, sondern teilen oder mieten. Den Millennials geht es dabei vor allem um Freiheit. Sie wollen sich nicht durch Konsum binden und einschränken lassen. Sie wenden sich Dienstleistungen zu, die als „Sharing Economy“ bezeichnet werden.

Wenn Millennials Geld ausgeben, dann eher für eine tolle Reise oder für ein Konzert. Sie reisen gerne durch die Welt. Das Geld für Fahrgemeinschaften und Fahrdienste sitzt bei ihnen locker. Sie gehen lieber essen und mit Freunden aus, als das Geld zukünftig in eine Doppelhaushälfte zu stecken. Dieses Konsumverhalten macht sich mittlerweile auch an der Börse bemerkbar. Herkömmliche Unternehmen verlieren. Der Wert von Airbnb wird dagegen mittlerweile laut Wall Street Journal auf über 25 Milliarden US-Dollar geschätzt. Und Uber dürfte ein Vielfaches davon wert sein. Diese Unternehmen besitzen in Wirklichkeit nichts und Ihnen gehört doch alles. Sie sind Vorbild für die neue Generation.

Die Macht des Analogen

Digitalisierung ist viel weniger Technologie und vielmehr Kultur als jemals erhofft. Das ist gut so. Das ist die Umkehr. Das ist der Weg hin zu den Soft Skills: Soft Skills sind die harte Währung der Zukunft.

Soziale Kompetenz lässt sich nicht digitalisieren.

Wir Menschen sind schrecklich analog. Mitarbeiter sind zu 100% Menschen und Kunden sind auch zu 100% Menschen. Wenn wir dementsprechend agieren, sind wir auf einem guten Weg.

Die größten Durchbrüche im 21. Jahrhundert werden nicht durch die Technologie errungen, sondern durch das erweiterte Verständnis unseres Menschseins. - John Naisbitt

Irgendwie stößt sie Digitalisierung an ihre Grenzen, denn zwischen Bits, Bytes und Online sind wir oft genug allein. Irgendwo ist, unglaublich aber wahr, das Ende des Internets. Irgendwann brauchen wir wieder mehr Gesichter, Stimmen und Persönlichkeiten. Wir brauchen etwas anderes. Etwas Reales: greifbar, spürbar, ... oder eben nur ein Lächeln im Gesicht des Gegenübers.

Peter Baumgartner
Dipl.-Päd. Ing. Peter Baumgartner ist Redner, fünffacher Buchautor und Hochschuldozent. Leadership und Kommunikation sind seine Kernthemen. Peter Baumgartner bewegt Menschen und macht Organisationen zukunftsfähig.

www.peterbaumgartner.at

 

 

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