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Schritt für Schritt kommt die Blockchain in der Geschäftswelt an und findet immer mehr Einsatzszenarien bei Unternehmen. Auch in den IT-Abteilungen ist die Blockchain mittlerweile angekommen und findet in zahlreichen Pionier-Projekten Anwendung. Welche Aspekte müssen Unternehmen berücksichtigen, wenn sie die Blockchain nutzen wollen? 

Medikamentenfälschungen verhindern, Bürgerdaten verwalten oder Bestellungen nachverfolgen: Die Blockchain lässt sich in den unterschiedlichsten Szenarien einsetzen, obwohl die meisten Menschen diese Technologie bislang nur in Zusammenhang mit Kryptowährungen kennen.

Auch in den IT-Abteilungen der Unternehmen ist die Blockchain mittlerweile angekommen und findet in zahlreichen Pionier-Projekten Anwendung. Am besten lässt sich die Blockchain als eine zentrale Datenbank beschreiben, die sich über mehrere Knoten in einem Netzwerk erstreckt. Alle Daten, die darin abgelegt sind, lassen sich nachträglich nicht mehr ändern. Damit ermöglicht die Blockchain die fälschungssichere Aufzeichnung jeder Art von Transaktionen.

1. Einsatzszenarien finden

Für alle geschäftlichen Abläufe, bei welchen Vertrauen und Manipulationsschutz höchste Priorität haben, ist die Blockchain bestens geeignet. In einem ersten Schritt sollten Unternehmen deshalb ihre Prozesse analysieren und festlegen, welche davon am ehesten vom Einsatz der Blockchain profitieren könnten. Wie der Einsatz der Blockchain aussehen kann, zeigen folgende Beispiele:

Anwendungsbeispiel: Logistik

Leicht verderbliche Waren müssen eine festgelegte Temperatur einhalten. Das erfordert eine permanente Kühlung - auch während des Transports. Für mehr Vertrauen aller beteiligten Parteien lässt sich mithilfe von Sensoren am Produkt und IoT-Technologie (Internet of Things) ein digitaler Zwilling des Kühlguts in der Blockchain erstellen. Damit wird eine lückenlose Dokumentation des Transports garantiert. 

Sobald die Temperatur eines Produkts auf dem Transportweg steigt und eine zulässige Grenze überschreitet, so wird automatisch und unveränderbar in der Blockchain erfasst, dass es verdorben ist. Auf einfache und transparente Weise können alle nachfolgenden Empfänger, Händler oder Endverbraucher diesen Vorgang nachvollziehen.

Anwendungsbeispiel: Medizin

Im Gesundheitswesen sind unterschiedliche Patientendaten meist bei mehreren Ärzten und Gesundheitseinrichtungen verteilt erfasst. Das führt oft dazu, dass Untersuchungen doppelt durchgeführt werden, weil kein Zugriff auf die relevanten Informationen besteht. Über die Blockchain-Technologie lassen sie sich die Daten in einer zentralen Akte konsolidieren.

Wenn einige Patienten bereit wären, anonymisierte Daten freiwillig in einem Gesundheitsnetzwerk zur Verfügung zu stellen, so könnte auch die Forschung profitieren.
Außerdem ist die Blockchain eine gut geeignete Prüfinstanz für innovative Therapiemethoden, bei denen eine Zellentnahme, -bearbeitung und -wiedereinsetzung vorgesehen ist, beispielsweise in der Krebstherapie.

Anwendungsbeispiel: Smartphones

Verliert ein Nutzer heute sein Smartphone, so hat der die Möglichkeit, seine SIM-Karte sperren zu lassen. Das Gerät selbst ist jedoch in den meisten Fällen mit einer neuen Karte jederzeit wieder verwendbar. Mit einer Blockchain-basierten Datenbank, auf der die Identifikationsnummern jedes Gerätes hinterlegt sind, ließe sich der Besitzstand immer eindeutig nachzuvollziehen. Gestohlene oder als verloren gemeldete Smartphones, wären somit allen Teilnehmern bekannt. Eine schwarze Liste würde diese Geräte vor der Weiterverwendung schützen.

2. Blockchain und Datenschutz

Transparenz ist das Kernelement der Blockchain-Technologie. Daraus ergibt sich zwangsweise, dass „sicher“ in Bezug auf den Manipulationsschutz nicht gleichzeitig „sicher“ im Sinne des Datenschutzes bedeutet: Alle Teilnehmer innerhalb eines Netzwerks haben per se die Möglichkeit, die in der Blockchain gespeicherten Daten abzurufen. 

Anders als bei Kryptowährungen ist diese absolute Transparenz gerade im Businesskontext nicht immer gewünscht. Kein Unternehmen will seinen Geschäftspartnern, Lieferanten oder gar dem Mitbewerb Zugang zu sensiblen Daten gewähren. Markiert der Datenschutz also die Grenzen der Blockchain-Technologie? 

Damit Unternehmen die Blockchain produktiv nutzen können, ist ein Zwischenschritt erforderlich: Über ihn werden die sensiblen Daten nochmals zusätzlich verschlüsselt, nur lokal registriert und per Hash-Wert auf der Blockchain abgelegt. Lebensmittelbehörden haben über dieses Verfahren beispielsweise die Möglichkeit, fälschungssicher abzufragen, ob eine bestimmte regulierte Zutat in einem Rezept enthalten ist. Alle weiteren Zutaten, beziehungsweise das komplette Rezept bleiben uneinsehbar. Für diese Art der Verschlüsselung hat Camelot ITLab die Lösung Trusted Computing Appliances entwickelt, ein System, das die Blockchain für die Geschäftswelt anpasst.

3. Blockchain in realer Umgebung testen

Auch über diese drei genannten Anwendungsfälle hinaus gibt es eine Menge von individuellen Einsatzszenarien in Unternehmen, die zu einem großen Wettbewerbsvorteil verhelfen können. Dennoch fällt es vielen Unternehmen schwer, die ersten Schritte in Richtung Blockchain zu gehen. Um die Einstiegshürden zu senken, bietet Camelot ITLab mit der Digital Experience² eine Möglichkeit, die Blockchain im eigenen Unternehmen auszuprobieren und mit Prototypen zu arbeiten, die den Mehrwert greifbar machen. 

Die Basis für diesen Prototyp bilden konfigurierbare Software-Module, die unter anderem auf SAP Leonardo aufgebaut sind. Verknüpft man diese Bausteine in einer gesicherten Umgebung mit der Unternehmens-IT, dann entsteht ein erster, konkreter Eindruck von den Möglichkeiten in der Blockchain. Anschließend lassen sich RoI-Prognosen entwickeln und Erkenntnisse gewinnen, die als Basis für weitere Entscheidungen dienen und dabei helfen, die passenden Stakeholder mit ins Boot zu holen. 

Aktuell sind es vor allem die großen Unternehmen, die die Nutzung der Blockchain-Technologie in vielversprechenden Pionier-Projekten testen. In den kommenden Jahren werden durch das Zusammenspiel mit weiteren IT-Megatrends – Künstliche Intelligenz, Internet of Things, etc. – noch viele weitere Anwendungsszenarien entstehen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für Unternehmen, um sich im Rennen um die Poleposition in Stellung zu bringen.

Andreas GöbelAndreas Göbel leitet bei Camelot ITLab das globale Center of Digital Innovation für Blockchain, 

www.camelot-itlab.com/de/

 


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