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Smart CityDigitalisierung, Industrie 4.0, Internet der Dinge – die Industrie befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Dirk Bingler, Sprecher der Geschäftsführung der GUS Deutschland GmbH, und Markus Ruiz, Managing Partner der Management Accelerated GmbH, erklären, wo deutsche Unternehmen beim Thema Digitalisierung stehen und was jetzt zu tun ist.

Herr Bingler, die Digitalisierung beschäftigt Unternehmen bereits seit rund 40 Jahren, ist also eigentlich nichts Neues. Warum wird das Thema ausgerechnet jetzt zum Megatrend?

Bingler: Es gibt verschiedene Gründe: Da ist zum einen die starke Verbreitung der Cloud, eine Technologie, die die Vernetzung von Rechnern mit der realen Welt – also das so genannte Internet der Dinge – überhaupt erst möglich macht. Dazu kommt, dass sich unter anderem durch die zunehmende Kommunikation zwischen Unternehmen, Maschinen und Menschen immer mehr Daten ansammeln. Diese können heute mittels Big-Data-Algorithmen interpretiert und analysiert werden, um daraus Entscheidungsmodelle mit Hilfe maschinellen Lernens oder künstlicher Intelligenz zu generieren. Die Cloud stellt hier die notwendige Rechenleistung zur Verfügung. Nicht zuletzt sorgt auch die steigende Mobilität der Anwender für enormen Rückenwind bei der Digitalisierung: Menschen möchten heute überall und jederzeit auf Informationen zugreifen. Dabei nimmt das Smartphone eine immer wichtigere Rolle ein. So verzeichnet man auf Webseiten inzwischen mehr Traffic von mobilen Endgeräten als von klassischen Desktops.

Herr Ruiz, Untersuchungen besagen, dass deutsche Unternehmen im Vergleich zu anderen Ländern beim Thema Digitalisierung hinterher hinken. Sehen Sie das auch so?

Ruiz: Ja, in der Tat. Mich erinnert die Diskussion im Moment ein bisschen an eine Talkshow am Sonntagabend: Alle sind betroffen, jeder erzählt seine Geschichte, aber am Ende kommt nichts raus.

Warum glauben Sie ist das so?

Ruiz: Ich denke, Unternehmen haben hierzulande noch nicht realisiert, dass das Thema Industrie 4.0 keine kleine Veränderung ist, sondern eine Revolution, die unser bisheriges Wirtschaften komplett auf den Kopf stellt. Viele Unternehmen denken zu viel darüber nach, ob sich Digitalisierung für sie „lohnt“. Diese Frage stellt sich aber nicht. Sie muss vielmehr lauten: Was muss ich tun, damit ich von der Digitalisierung nicht überrollt werde?

Können Sie ein Beispiel nennen?

Ruiz: Nehmen wir Heizungskessel made in Germany. Sie sind qualitativ hochwertig und äußerst effizient. Aber darüber hinaus können sie zu wenig: Sie sammeln keine Daten, ein modernes Temperaturmanagement ist nicht möglich. Während Hersteller früher die Konkurrenz aus den eigenen Reihen fürchten mussten, treten heute Technologieunternehmen auf den Plan, die sich mit ihren innovativen IT-Lösungen und Plattformen zwischen Unternehmen und Kunde schieben. Nach und nach nehmen sie so dem Hersteller das Heft aus der Hand.

Bingler: Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Unsere Kunden bemängeln auch den hohen Aufwand bei der Vernetzung von IT-Systemen und Maschinen unterschiedlicher Hersteller. Fehlende Standards und die geringe Offenheit der Hersteller führen zu hohen Kosten, so dass für die Digitalisierung wichtige Projekte nicht angegangen werden. Zudem haben viele Unternehmen Sorge, dass ihre Prozesse durch die zunehmende Digitalisierung zu transparent für Dritte werden. Gerade im Mittelstand kommen dazu generell auch Bedenken bezüglich Datenschutz und Datensicherheit.

Was sollten Unternehmen Ihrer Meinung nach tun?

Bingler: So schnell wie möglich aktiv werden. Damit meine ich aber nicht, dass Firmenchefs jetzt Hals über Kopf ihre Prozesse über den Haufen werfen sollen. Es geht vielmehr darum, sich aktiv mit dem Thema Digitalisierung auseinanderzusetzen – am besten außerhalb der Routine des Tagesgeschäfts. Unternehmen sollten sich auf der einen Seite fragen, wie die zunehmende Vernetzung von Prozessen ihr Geschäftsmodell verändern, beziehungsweise verbessern kann. Auf der anderen Seite gilt es zu klären, welche neuen Tools und Anwendungen der Markt aktuell bietet, um Digitalisierungsprozesse zu unterstützen.

Ruiz: Ein wesentlicher Aspekt ist auch die Zusammenarbeit mit anderen Playern. So sollten Unternehmen der Pharmaindustrie beispielsweise aktiv auf Krankenkassen und wissenschaftliche Einrichtungen zugehen. In anderen Branchen können Kooperationen mit IT-Herstellern sinnvoll sein – wie in dem genannten Heizkessel-Beispiel. Vor allem kleine Unternehmen mit sehr spezifischen Lösungen sollten Allianzen bilden. In einem globalisierten Markt setzen sie sich sonst dem Risiko aus, von den Großen überrollt zu werden.

Welche Rolle spielen ERP-Systeme im Zusammenhang mit Industrie 4.0?

Bingler: ERP-Systeme fungieren als zentraler Taktgeber und Datendrehscheibe im Unternehmen. Sie steuern sämtliche Abläufe und Anwendungen und binden diese in den betriebswirtschaftlichen Kontext ein. Integrierte Funktionen zu Auftragsverwaltung, Einkauf oder Vertrieb sorgen zudem für die nötigen Schnittstellen zu Kunden und Lieferanten. Das ERP-System bietet somit die Basis für ein sinnvolles Zusammenspiel aller Bereiche – immer mit Blick auf die Geschäftsziele des Unternehmens.

Bietet die GUS spezielle Lösungen an, um Unternehmen bei der Digitalisierung zu unterstützen?

Bingler: Mit unserer ERP-Suite GUS-OS bieten wir unseren Kunden bereits heute viele technologische Möglichkeiten, Prozesse zu digitalisieren. Zum einen ist unsere Lösung komplett webbasiert. Das heißt, die heute zunehmend mobilen Anwender können von überall aus und mit jedem Endgerät auf das ERP-System zugreifen. Außerdem haben Unternehmen die Wahl, ob sie die Lösung im eigenen Haus betreiben oder als skalierbare Cloud-Lösung beziehen möchten. Unsere Erfahrung zeigt jedoch, dass bisher nur wenige IT-Chefs ihr komplettes ERP-System inklusive aller Daten direkt ins Internet stellen, um beispielsweise Geschäftspartnern den Zugriff darauf zu gewähren. Vor diesem Hintergrund haben wir den „Digital Hub“ entwickelt. Mit diesem Service können Nutzer der GUS-ERP-Lösung einzelne Dienste und Funktionen der Software nach außen geben, ohne dabei sensible Stamm- oder Bewegungsdaten aus der Hand zu geben. Die Lösung ermöglicht so ein unternehmensübergreifendes, vernetztes Arbeiten. Schließlich bieten wir mit der GUS OS-Suite auch zahlreiche Funktionen rund um die Sammlung, Analyse und Darstellung von operativen Daten aus dem Unternehmen und aus externen Quellen an, Stichwort Big Data. Auf Wunsch ergänzen wir diese um zusätzliche KI-Services aus der Cloud, wie beispielweise Predictive Analytics. Neben der Technologie unterstützen wir unsere Kunden durch Beratungsangebote und Services bei der digitalen Transformation. 

Wir danken für das Gespräch.

www.gus-group.com
 

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