Cloud vs. On-Premises vs. Colocation: Welche Lösung erfüllt die Ziele der eigenen Organisation am besten? Die Antwort: Alle.
Denn für eine souverän aufgestellte Organisation darf es keine Schwarz-Weiß-Entscheidung sein. Nur ein sinnvolles Zusammenspiel der drei Komponenten bringt echte Vorteile.
Hybrid als neues Zielbild
Die Cloud ist in Unternehmen omnipräsent. Heute nutzen 90 Prozent Cloud Computing und die Investitionen in die Cloud nehmen stetig zu (Bitkom Research 2025). Die Befragten machen zugleich deutlich, dass damit nicht nur positive Gefühle verbunden sind. 64 Prozent sehen sich gezwungen, auf Cloud-Dienste zu setzen, da viele Softwarelösungen nur noch auf der Datenwolke basieren. 53Prozent wiederum fühlen sich dadurch in hohem Maße abhängig von den Cloud-Anbietern. Der neue Standard macht deutlich: Viele setzen auf Multi-Cloud- und Hybrid-Cloud-Lösungen, um Flexibilität zu gewinnen. Den Wunsch nach Cloud-Anbietern aus Deutschland teilen alle Befragten.
Dabei gilt: Organisationen sollten sich nicht komplett von der Cloud lösen, sondern ihre Strategie an neue Gegebenheiten anpassen. Aktuelle Konflikte und Sanktionen können beispielsweise dazu führen, dass die Abhängigkeit von großen Hyperscalern zum echten Risiko für Datenhoheit und Verfügbarkeit wird. Vorgaben wie NIS2, DORA, DSGVO oder branchenspezifische Anforderungen erhöhen den Druck, Datenflüsse, Zugriffe, Verantwortlichkeiten und Betriebsmodelle nachvollziehbar zu dokumentieren. Und ausgefeiltere KI-Workloads steigern den Bedarf an Rechenleistung, Datenverfügbarkeit und Kontrolle über sensible Trainings-, Kunden- oder Unternehmensdaten. Nur eine hybride Strategie schafft hier das notwendige Maß an Sicherheit und Flexibilität gleichzeitig.
Realistisch bleiben
Sich von der Cloud vollständig zu lösen und die IT-Infrastruktur On-Premises aufzubauen, ist dabei kein sinnvolles Szenario. Schließlich ist das neu gesteckte Ziel, digitale Souveränität zu erreichen. In der Studie zur digitalen Souveränität von Lünendonk & Hossenfelder geben 96 Prozent an, dass das Thema in den nächsten drei Jahren kontinuierlich an Relevanz zunehmen wird. Fakt ist: Infrastruktur, Datenstandort und Betriebsumgebung wollen sie besser selbst kontrollieren. Doch Kontrolle bringt in diesem Fall viel Verantwortung mit sich.
Für mittelständische Unternehmen ist es meist nur schwer möglich, eigene, stets moderne Rechenzentren wirtschaftlich zu betreiben. Investitions- und Betriebskosten sind hoch und IT-Fachkräfte fehlen an allen Ecken und Enden. On-Premises sollten Verantwortliche deshalb nicht reflexartig als Rückzug aus der Cloud verstehen. Dennoch gehören manche sensible Daten in geopolitisch bewegten Zeiten nicht zwingend in die Cloud. Wer sich kein eigenes Rechenzentrum leisten will, kann auf Colocation setzen. Mit diesem Modell gewinnen Organisationen mehr Steuerungsfreiheit als mit der Public Cloud und weniger Eigenlast als mit der On-Premises-Variante.
Colocation – Sicherheit und Kontrolle im Einklang
Colocation ist allerdings nicht gleich Colocation. Um hier den Überblick zu behalten und physische Sicherheit verlässlich zu gewährleisten, sollten Unternehmen folgende Aspekte bei der Auswahl eines Anbieters berücksichtigen.
Nicht alles ist Gold, was glänzt. Das gilt auch bei Zertifizierungen und Prüfungen wie TÜV-IT, ISO 27001, ISAE 3402 oder DIN EN 50600. Sie wirken zunächst überzeugend. Bei Colocation-Rechenzentren kommt es jedoch vor allem auf regelmäßige Rezertifizierungen an.
Wie steht es um die Sicherheit? Am häufigsten spielen Anbieter das Szenario „Stromausfall“ im Rahmen sogenannter Black-Building-Tests durch. Diese gelten als absoluter Standard. Darüber hinaus ist wichtig, dass Anbieter weitere Stresstests in kurzen Abständen durchführen.
Skalierbarkeit ist ein Vorteil, mit dem Colocation-Rechenzentren werben. Dafür braucht es technische Flexibilität. Nicht nur zu Beginn ist anpassbare Infrastruktur, insbesondere in Form ausreichender Energieversorgung für Server sowie passender Verkabelung vor Ort essenziell. Auch nachträgliche Wünsche sollten Elektriker vor Ort schnell umsetzen. Zusätzliche Services erweitern diesen Spielraum. Optionale Leistungen wie Managed Services oder Backup-Services, wie sie etwa q.beyond in ihrem Hamburger KI-Rechenzentrum anbieten, fördern Anpassungsfähigkeit und Skalierbarkeit zusätzlich.
Die Colocation-Abrechnungslogik bleibt nicht immer transparent. Marktüblich ist, dass Anbieter einen festen Prozentsatz der Mindestabnahmemenge des Stroms festlegen. Verbrauchen Unternehmen die Kilowattstunden nicht, müssen sie dennoch zahlen. Anbieter, die nach tatsächlichem Verbrauch abrechnen, eröffnen einen Preisvorteil und bieten maximale Steuerbarkeit.
KI-Workflows spielen in vielen Teams mittlerweile eine zentrale Rolle. Dabei stellt sich die Frage, wo Organisationen KI-Modelle und sensible Trainings-, Kunden- und Unternehmensdaten verarbeiten sollten. Die Public Cloud ist hier überwiegend erste Anlaufstelle, da Rechenleistung schnell verfügbar ist. Aber je nach Preismodell und Plattformarchitektur können damit neue Abhängigkeiten verbunden sein. Daher stellen KI-Rechenzentren in der EU oder Deutschland oftmals eine sinnvolle Ergänzung dar, schon allein dank mehr Standortkontrolle und Hochleistungsinfrastruktur.
Für die meisten Organisationen steht fest: Ein optimales Daten- und Workflow-Management braucht hybride Szenarien. Nur wenige Anbieter, wie beispielsweise q.beyond, können alles aus einer Hand anbieten und unterstützen optimalerweise auch bei der strategisch erforderlichen Vorarbeit. Public-Cloud-Anbindungen oder Carrier-Neutralität, also die Unabhängigkeit von einzelnen Telekommunikationsanbietern, sind dafür gute Indizien.
Zukunftssicher dank Synergien
Welche Daten, Anwendungen und Workloads finden wo den besten Platz? Diese strategische Frage zu klären, ist heute eine unternehmerische Notwendigkeit. Dabei sollten Verantwortliche diese nicht zu eng fassen und sich nicht lediglich im Cloud-Universum nach Lösungen umsehen. Letztlich entscheidet die IT-Infrastruktur darüber, ob Organisationen auch in schwer einschätzbaren Zeiten digital souverän agieren können. Dafür benötigen Unternehmen tragfähige Alternativen und eine Strategie, die die Vorteile aller Modelle verbindet und die Nachteile einzelner abfedert.