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Server und Cloud, Pay as you grow

Wenn sich überhaupt etwas Gutes über eine Krise sagen lässt, dann, dass sie bestimmte Herausforderungen und Probleme deutlich ans Tageslicht bringt, die zu anderen Zeiten weniger sichtbar sind. In der Welt der IT hat sich gezeigt, dass Unternehmen ihre Investitionen in die IT zurückfahren wollen, während sie gleichzeitig neue, datenintensive Dienstleistungen schnell auf den Markt bringen wollen.

Die meisten Unternehmen nutzen hybride Private Public-Cloud-Umgebungen. Dabei stellen sie häufig fest, dass Public-Cloud-Dienste flexibler und teurer sind als Private Clouds. Um eine echte Alternative zur Public Cloud zu bieten, müssen Private Clouds ein neues Verbrauchs-/Abrechnungsmodell bieten. Ohne ein solches Modell wird die Notwendigkeit, neue Produkte und Dienste so schnell wie möglich auf den Markt zu bringen, Unternehmen zwingen, für neue Anwendungen die teurere Public Cloud zu nutzen. 

Ein Blick in die jüngere Geschichte zeigt was ich meine. Noch vor nicht allzu langer Zeit wurden IT-Dienste in allen Lagen der Infrastruktur (Rechenleistung, Netzwerk, Daten etc.) auf recht umständliche Weise bereitgestellt. Wer mehr Bedarf an etwas hatte, musste die notwendige Hardware kaufen und monatelang auf ihre Lieferung, Konfiguration und Bereitstellung warten. Cloud Computing und Virtualisierungstechnologien änderten dies. Wenn Sie mehr Rechenleistung benötigen, fügt Ihr Cloud-Anbieter einfach mehr virtuelle Maschinen zur Infrastruktur hinzu. Wenn Sie ein Netzwerk hinzufügen müssen, kann Ihr Cloud-Provider eines innerhalb von Stunden, wenn nicht sogar Minuten, mit Hilfe von Software Defined Networking (SDN) einrichten. 

Schnell und teuer, oder langsam und günstig?

In heutigen hybriden Umgebungen aus Public- und Private Cloud-Diensten erfolgt für jedes einzelne Projekt eine neue Bewertung, wie es am besten realisiert werden kann: Ist es am sinnvollsten, es in der Private Cloud zu betreiben, in der Public Cloud oder ist eine Hybridlösung in diesem speziellen Fall tatsächlich die beste Option? Wie die Entscheidung ausfällt, hängt in hohem Maße davon ab, wie agil die Private-Cloud-Dienste sind. In den meisten Fällen wird es zu einem Kompromiss kommen zwischen der kostengünstigeren Lösung, sie in der Private Cloud zu betreiben, und der schnellen, aber teureren Lösung, sie in der Public Cloud zu betreiben.

Betrachten wir ein typisches Beispiel: Eine Abteilung möchte einen neuen, datenintensiven Service einführen. Wie bei jedem neuen Dienst ist die Zeit bis zur Markteinführung entscheidend, denn ein neuer Service kann einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil bieten. Zudem gilt: Je früher die neuen Einnahmen einfließen, desto besser für das Unternehmen. Die IT-Abteilung wird also damit beauftragt, die Kosten zur Realisierung des Dienstes zu berechnen. Einen wichtigen Faktor in der Berechnung stellt die Zeit dar, die nötig ist, um den Service in der Private Cloud, statt in einer Public Cloud bereitzustellen. Hier wird es interessant, da eine IT-Abteilung mit den üblichen Beschaffungsmodellen und internen Ressourcen in der Regel einige Monate benötigt, um das Projekt in Gang zu bringen – dieses aber kostengünstiger realisieren kann. Bei der Nutzung von Public-Cloud-Diensten hingegen wird der Dienst viel schneller verfügbar sein, jedoch deutlich teurer.

Schlägt das neue Projekt als Betriebs- oder Investitionskosten zu Buche?

Zudem erlaubt es die Private Cloud einem Unternehmen, die Infrastruktur als Investitionsausgaben zu behandeln, während Public-Cloud-Dienste buchhalterisch unter Betriebskosten fallen. Dies macht die Preisdifferenz noch signifikanter, da die meisten Unternehmen, ob börsennotiert oder in Privatbesitz, es vorziehen, in ihren Büchern Investitionsausgaben zu verzeichnen und die Betriebskosten so niedrig wie möglich zu halten. Dadurch steht das Management vor einer zusätzlichen Herausforderung: Es muss nicht nur entscheiden, ob es mehr Geld ausgeben will, um den neuen Dienst schneller auf den Markt zu bringen. Es muss sich auch fragen, ob es bereit ist, die gesamten Projektkosten als Betriebskosten, statt als Investitionskosten, zu verbuchen.

Das Beste aus beiden Welten

Es ist nur menschlich, das Beste aus beiden Welten – niedrige Kosten und hohe Agilität – zu wollen. Wie kann ein Unternehmen das erreichen? Wenn die Private Cloud agiler und schneller würde, könnte die Entscheidung viel einfacher fallen und dem Unternehmen eine große Menge Geld sparen. Die eigene IT eines Unternehmens wird kaum jemals so schnell und flexibel bei der Bereitstellung neuer Dienste sein wie ein Public-Cloud-Anbieter. Dies ist in den meisten Fällen auch gar nicht notwendig, um den Ausschlag für eine Private-Cloud-Lösung zu geben. Die Private Cloud muss lediglich den Abstand zur Public Cloud verringern. Der Hauptfaktor hierfür ist ein flexibleres Verbrauchs-/Abrechnungsmodell. Ein solches Modell wird derzeit nur von wenigen IT-Lieferanten angeboten, stellt aber definitiv die beste Möglichkeit dar, einen agileren IT-Betrieb zu ermöglichen.

Prinzip „Pay as You Grow“

Das Verbrauchs-/Abrechnungsmodell sollte die Infrastruktur auf Grundlage von Investitionskosten nach dem Prinzip „Pay as You Grow“ bereitstellen. Das macht die Infrastruktur zu einem Investitionsgut und ermöglicht gleichzeitig ein nahezu sofortiges Wachstum. Dadurch gewinnt die Private Cloud einen Großteil der Attraktivität der Public Cloud. Die Unternehmensabteilungen profitieren von hoher Flexibilität und kurzen Markteinführungszeiten ohne hohe Betriebsausgaben zu verursachen. Um es an einem Beispiel zu verdeutlichen: Wenn die Public-Cloud-Alternative 20 Prozent teurer ist und die Kosten als Betriebsausgaben zu Buche schlagen, dafür aber die Bereitstellungszeit von fünf Monaten auf einen Tag verkürzt wird, sind die Mehrausgaben gut zu rechtfertigen. Wenn jedoch die eigene IT die gleiche Arbeit in fünf Tagen erledigen könnte, und die Kosten als Investitionsausgaben verbucht werden können, ist die Public Cloud-Alternative dann immer noch attraktiv für das Unternehmen? Höchstwahrscheinlich nicht.

Wachstum von Private-Cloud-Installationen

Das bedeutet, dass sich die Rolle der IT verändert. Anstatt zu versuchen, alles streng zu kontrollieren, müssen IT-Verantwortliche den Bedürfnissen der Unternehmensabteilungen höchste Priorität einräumen. Agilität gehört dabei zu den Grundanforderungen, die Abteilungen heute an jede Infrastruktur stellen. Das bedeutet auch, dass sich die Rolle der Anbieter von IT-Infrastruktur verändert hat. Sie müssen dieses Verbrauchs-/Abrechnungsmodell anbieten, um das Wachstum von Private-Cloud-Installationen zu ermöglichen und die Abteilungen zu unterstützen.  

Auf der Grundlage dieses Verbrauchs-/Abrechnungsmodells sind wir bei Infinidat beispielsweise in der Lage, unsere Kunden in der aktuellen Krise zu unterstützen. Als Anbieter von Multi-Petabyte-Datenspeicherlösungen ermöglichen wir die kostenfreie Nutzung unbegrenzter Speicherkapazität auf Bedarf – bis zur vollständigen bereits bei ihnen installierten Kapazität. Damit ist also kein Versand erforderlich. Dieses Angebot gilt für mindestens 30 Tage, für den Gesundheitssektor für 90 Tage – mit der Möglichkeit zur Verlängerung, falls die aktuellen Herausforderungen bis dahin nicht gemeistert sein sollten, wann immer das auch sein mag. Die Vorteile des neuen Verbrauchs-/Abrechnungsmodells für Unternehmen werden sich bis weit in die Zukunft erweisen.

Eran Brown, CTO EMEA
Eran Brown
CTO EMEA, Infinidat
In den letzten 14 Jahren hat Eran Rechenzentrumslösungen für alle Ebenen entwickelt - Anwendung, Virtualisierung, Netzwerk und vor allem Speicher. Zuvor war er als Senior Product Management, Systems Engineering und Consulting für Unternehmen in verschiedenen Branchen (Finanzen, Öl und Gas, Telekommunikation, Software und Web) tätig und half ihnen bei der Planung, dem Entwurf und der Bereitstellung skalierbarer Infrastrukturen zur Unterstützung ihrer Geschäftsanwendungen.


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