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Daten

Zurückblicken und Analysieren ist gut. Es ist ein wichtiger Baustein, Modelle für die Zukunft zu entwickeln. Im Anschluss sollten die Entscheider jedoch in der Lage sein, zu handeln.

In vielerlei Hinsicht ist der Rückblick auf die letzten zwölf Monate eine gute Zeitspanne, um in Unternehmen ein klares Bild für das Business zu bekommen. Finanzabteilungen beispielsweise tun dies seit jeher und liefern die Zahlen, Daten und Fakten dafür, wie gut sich ein Unternehmen im Markt behauptet hat, ob Eigentümer, Aktionäre und Investoren wohlwollend sind. Mit Besinnlichkeit hat das Jahresende aber grundsätzlich wenig zu tun, denn jetzt geht es in die heiße Phase der Strategieplanung für das kommende Jahr. Die Basis: die Daten aus der Finanzabteilung. Darauf wollen das Management und auch der Planungsstab vertrauen. Aber können sie das wirklich?

Wandel oder Stillstand

Alle Abteilungen in Unternehmen unterliegen einem gewissen Wandel. Es ist völlig normal, dass in der Produktion oder Entwicklung kontinuierlich auf Neuerungen und modernste Technologie gesetzt wird. Viele Finanzabteilungen hingegen setzen offensichtlich weniger auf Innovationen, da sich die Kernaufgabe des Rechnungswesens und der Buchhaltung aus deren Sicht nicht maßgeblich ändert. Gleichzeitig wird jedoch davon ausgegangen, dass die Buchhaltung veränderliche Strukturen im Unternehmen und im Markt widerspiegelt. Schließlich wollen die Unternehmenslenker mit größtmöglichem Vertrauen ihre Entscheidungen auf Basis von validem Zahlenmaterial fällen. Und genau an dieser Stelle existiert ein Problem, denn das benötigte Vertrauen in die Zahlen besteht nur eingeschränkt, wie ein Rückblick über mehrere Jahre hinweg deutlich macht.

BlackLine untersucht seit 2018 gemeinsam mit dem Forschungsinstitut Censuswide den F&A (Finance & Accounting)-Markt und die Ergebnisse sind ernüchternd. Weltweit gaben in 2018 rund 54 Prozent der Befragten Geschäftsleitungen und Finanzexperten an, vollkommen auf die Finanzzahlen zu vertrauen – also nur etwas mehr als die Hälfte. 2020 bestätigten dies nur noch knapp 43 Prozent und 2021 lediglich 34 Prozent. Der stetig wachsende Vertrauensverlust gegenüber den eigenen Finanzzahlen zeigt sich auch bei deutschen Unternehmen, und zwar noch drastischer: Im Jahr 2018 vertrauten über 68 Prozent der Finanzfachleute und Manager ihren Finanzergebnissen vollkommen. Dieser Prozentsatz sank in 2020 auf nur noch knapp 38 Prozent und erreicht seinen bisherigen Tiefststand in 2021. Nur noch 13 Prozent der deutschen Finanzfachleute und Manager haben ein vollkommenes Vertrauen in ihr Zahlenmaterial. 

Gründe für das hohe Mistrauen existieren diverse aber einige scheinen laut der Studien besonders markant zu sein. Darunter auch, dass es zu wenig automatisierte Kontrollen und Prüfungen für das hohe Datenvolumen gibt. Rund ein Viertel sind über die Jahre 2018 (28,4%), 2020 (25,63%), und 2021 (26,59%) dieser Meinung. Ähnliche Umfragewerte bestätigen, dass auch Tabellenkalkulationen und veraltete Prozesse die Finanzteams im Dunkeln tappen lassen.

Resümee und Aussicht 2022

Auch wenn der Dreijahresrückblick einerseits ernüchternd für den Fortschritt von Finanzabteilungen erscheint, hat sich auf anderer Seite einiges getan. Laut Studie erwägt über ein Drittel der Befragten die Implementierung von Automatisierungslösungen, um die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Finanzdaten zu optimieren. Von Technologien, die eine bessere Verwaltung und Sichtbarkeit der Finanzdaten unterstützen, versprechen sich die Befragten zudem klare Wettbewerbsvorteile. 

Eines ist klar: Spätestens jetzt gilt es die Herausforderungen in den Finanzabteilungen durch digitale Transformation und Automation zu lösen – vielleicht auch mit Hilfe einer neuen Generation an Finanzfachleuten – aber das steht auf einem anderen Blatt und in einer weiteren Studie von BlackLine.

Ralph Weiss, Geo VP DACH
Ralph Weiss
Geo VP DACH, Blackline

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