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Datenmigration

Für jede Art von Software gibt es sowohl für Unternehmen als auch für Endanwender zahlreiche Optionen: Vom kostenfreien, unlizenzierten Tool, das man sich schnell herunterlädt, bis hin zu professionellen Softwarelösungen der Enterprise-Klasse, die eine lange Liste fortschrittlicher Funktionen bieten.

Auch im Bereich der Migrationssoftware gibt es zahlreiche Produkte jeglicher Couleur, die sich für unterschiedliche Projekte eignen. Steht ein Migrationsprojekt an – und bei einem jährlichen Datenwachstum von 25 Prozent ist das in vielen Unternehmen regelmäßig der Fall –, so stehen IT-Abteilungen oft vor der Entscheidung, welches Werkzeug sie dafür verwenden wollen. Damit die Migration in jedem Fall gelingt, gibt es jedoch einiges zu beachten, um die beste Option für das jeweilige Projekt auszuwählen.

Geschwindigkeit und Effizienz von Migrationen

Zeit ist Geld: In der heutigen Always-on-Kultur müssen Datenmigrationen selbstredend schnell und effizient erfolgen. Dauert eine Migration zu lange, dann hängt dies meist direkt mit den verwendeten Tools zusammen. Der Grund liegt generell darin, dass die meisten auf dem Markt befindlichen Tools vor Jahrzehnten für irgendeine Art von Datenmanagement, Replikation oder Tiering entwickelt wurden. Als Nebenprodukt können sie auch genutzt werden, um Daten zu migrieren. Sie wurden aber nicht von Grund auf für eine schnelle und effiziente Datenmigration entwickelt. Solche Werkzeuge haben aufgrund von Design-Beschränkungen oft Probleme mit der Abarbeitung größerer Datenmengen. Sie wurden in einer Zeit entwickelt, zu der das jetzige Datenvolumen schlicht noch nicht vorhersehbar war. Moderne Migrationstools für Unternehmen müssen heute aber in der Lage sein, Petabytes an Daten und Milliarden von Dateien zu verarbeiten. Um dies zu erreichen, müssen Teilprozesse zum Scannen und Kopieren parallel verlaufen, ohne dass Ressourcen übermäßig beansprucht werden oder das System abstürzt. Nur eine Handvoll von Threads  gleichzeitig zu bearbeiten, reicht bei weitem nicht aus. Denn sonst dauert die Migration Monate oder gar Jahre und die IT muss sich früher oder später die Frage gefallen lassen, warum es nicht schneller geht.

Bild: Datenmigrationen sind mitnichten einfach: Migrationssoftwares sind sehr komplexe Lösungen, die viele Eventualitäten abdecken müssen.

 

Integrität der Daten - Die DSGVO lässt grüßen

Nicht weniger wichtig als die zügige Abwicklung des Projektes ist, dass die migrierten Daten auch identisch auf dem Zielsystem ankommen. Das bedeutet, dass man neben der korrekten Migration auch auf die Einhaltung von Vorschriften und des Datenschutzes achten muss. Die DSGVO lässt grüßen. Die meisten Freeware- und Legacy-Migrations-Tools bieten jedoch keine Inhaltsvalidierung und diejenigen, die dies tun, brauchen dafür zwei- bis dreimal so lange wie für die eigentliche Migration. All dies macht sie sowohl unpraktisch als auch unsicher. Denn damit erhöht sich das Risiko, Vorschriften nicht einzuhalten – und somit auch der Risikofaktor durch die Migration für das Unternehmen allgemein. Um ein Höchstmaß an Datenintegrität zu gewährleisten, muss eine Migrationslösung jede Datei, die sie berührt, einer Validierung unterziehen. Außerdem sollte sie diese Validierung durch robuste Berichte dokumentieren können, die im Falle eines Audits oder eines Rechtsstreits nahtlos zur Aufbewahrung übermittelt werden können.

Automatisierte Migration für Geschäftskontinuität

Effizienz, Qualität und Sicherheit wird wie bei anderen Feldern der IT auch bei Migrationen über Automatisierung erreicht. Bei Migrationssoftware bedeutet dies, dass zahlreiche Bestandteile der Migrationskette automatisiert werden können. Hier trennt sich sehr schnell die Spreu vom Weizen, denn einfache Tools können, wenn überhaupt, nur sehr einfache Teile automatisieren. Moderne Tools automatisieren die Erkennung und Bewertung der Daten, die Auftragsstellung, den eigentlichen Kopiervorgang und das Reporting nach der Migration. Ein dermaßen vielschichtiger Grad der Automatisierung reduziert die Komplexität von Migrationen enorm, die mehrere Quellen und Ziele, Tausende von Pfaden und Milliarden von Dateien umfassen kann. Kostenlose und ältere Tools sind nicht für die Automatisierung in diesem Umfang ausgelegt. Die meisten, wenn nicht alle Prozesse, müssen mit diesen Tools manuell durchgeführt werden. Dies bedeutet, dass Mitarbeiter endlose Stunden damit verbringen, Datenblätter zu durchforsten und manuell ein Skript nach dem anderen zu erstellen. Dieser zeitaufwändige und fehleranfällige Prozess zieht die Migrationsprozesse unnötig in die Länge – und erhöht das Risiko für Fehler.

Support

Man würde sich wünschen, dass es eine Software gäbe, die eine Migration praktisch von alleine bewerkstelligen könnte. Drag und Drop, wie beim Verschieben einer Datei, sozusagen. Doch Migrationen sind zu komplex, als dass eine Lösung alle Fälle in jeder Umgebung abdecken könnte. Für eine erfolgreiche Migration bedarf es also eines schlagkräftigen Teams, das die Migration mit den entsprechenden Tools plant und umsetzt. Damit ist man  Nutzer einer Software und benötigt entsprechend Hilfe, falls es Probleme zu überwinden gilt. Kostenlose Tools bieten aus Kostengründen keinen aktiven Support, an den man sich wenden könnte. Eventuell findet man Antworten und Rat in einem Forum für Anwender. Fortschrittliche lizenzierte Produkte am anderen Ende des Spektrums werden dagegen von Supportteams begleitet, die nicht nur bei Problemen helfen können, sondern sogar End-to-End-Support anbieten. Das bedeutet, dass von der Installation über die Konfiguration bis hin zur eigentlichen Portierung Best Practices angewendet werden und immer ein Ansprechpartner verfügbar ist.

Wer braucht eine Migrationssoftware der Unternehmensklasse?

Migrationsprogramme der Enterprise-Klasse sind für Unternehmen und Organisationen konzipiert, die komplexe Migrationen durchführen und große Datenmengen mit minimalem Aufwand und begrenzter Betriebsunterbrechung verschieben wollen. Ein Unternehmen, das in einer regulierten Branche tätig ist, z. B. im Finanz-, Gesundheits- oder Rechtswesen, benötigt zwangsweise eine Software der Enterprise-Klasse, um die Integrität und Compliance seiner Daten während der Migration zu schützen. Generell gibt es zwar keine Regel dafür, wann man eine kostenfreie oder eine lizenzierte Migrationssoftware nutzen sollte. Bei der Wahl der Software sollte man jedoch genau auf die oben genannten Faktoren achten.

Fazit: Kostenfrei ist nicht gleich billig

Kostenlose Migrationstools bieten meist einen beschränkten Funktionsumfang, sind technologisch oft nicht auf dem neuesten Stand und werden nicht aktiv supportet. Sie kommen schnell an ihre Grenzen und eignen sich daher nur für kleinere, einfache Migrationen. Bei größeren und komplexeren Datenbeständen können solche Tools keinesfalls bedenkenlos eingesetzt werden, da sie die Integrität der Daten nicht gewährleisten, mangels Automation fehleranfällig und langsam sind und bei Problemen keinerlei Support bieten. Organisationen sind gut beraten, die Optionen genau abzuwägen und bei komplexeren Migrationen auf professionelle Tools zu setzen. Denn wenn es um Datenintegrität und TCO/ROI geht, bedeutet „kostenlos“ – oder „billig“ – in Wirklichkeit nur, dass Kosten verlagert werden.

Stefan Hirschberg, Presales Consultant
Stefan Hirschberg
Presales Consultant, Datadobi
Stefan Hirschberg ist Experte für die Planung und Verwaltung von Enterprise-Storage mit über 20 Jahren Erfahrung.

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