Öffnet in einem neuen Tab
Grundlagen konsequent umsetzen

Cyberrisiken im Mittelstand: Diese 5 Fehler gefährden Unternehmen

Cyberangriffe können Unternehmen erheblichen Schaden zufügen. Dabei suchen Kriminelle ihre Opfer häufig nicht gezielt aus.

Cyberrisiken im Mittelstand: Diese 5 Fehler gefährden Unternehmen

Automatisierte Programme prüfen Systeme auf Schwachstellen und testen gestohlene Zugangsdaten. Eine Untersuchung von Mittelstand-Digital zeigt: Obwohl sich das Cybersicherheitsniveau in acht von zehn Branchengruppen verbessert hat, ist das grundsätzliche Risiko überall gestiegen.

Besonders gefährlich sind falsche Annahmen über die eigene Sicherheit. Fünf typische Fehler zeigen, wo mittelständische Betriebe nachbessern sollten.

1. Das eigene Unternehmen für uninteressant halten

Viele kleinere Firmen glauben, für Hacker kein lohnendes Ziel zu sein. Doch automatisierte Angriffe unterscheiden meist kaum zwischen einem Großkonzern und einem Handwerksbetrieb.

Kriminelle suchen massenhaft nach ungeschützten Zugängen. Erst nach einem erfolgreichen Eindringen prüfen sie, welche Daten, Systeme oder Geschäftsbeziehungen sich ausnutzen lassen. Deshalb sollten auch kleine Betriebe ihre Risiken ernst nehmen und regelmäßig mögliche Schwachstellen untersuchen.

Anzeige

2. Veraltete Systeme weiterlaufen lassen

Ein Server funktioniert seit Jahren störungsfrei. Warum sollte daran etwas geändert werden? Diese Haltung kann gefährlich werden, denn zuverlässige Technik ist nicht zwangsläufig sicher.

Besonders ältere Anwendungen erhalten häufig keine Sicherheitsupdates mehr. Auch vergessene Fernwartungszugänge oder unzureichend geschützte Geräte können Angreifern den Einstieg erleichtern.

Unternehmen sollten daher erfassen, welche Systeme im Einsatz sind und wer sie betreut. Kritische Sicherheitslücken müssen zeitnah geschlossen werden, insbesondere wenn betroffene Anwendungen direkt über das Internet erreichbar sind.

3. Die Verantwortung vollständig abgeben

Für Cybersicherheit ist die IT zuständig – davon gehen viele Geschäftsführungen aus. Allerdings kann die Technikabteilung nicht allein entscheiden, welche Geschäftsprozesse Vorrang haben oder wann Systeme abgeschaltet werden dürfen.

Auch externe Dienstleister übernehmen nur die vertraglich vereinbarten Aufgaben. Fehlen klare Regelungen, entstehen im Ernstfall gefährliche Verzögerungen.

Deshalb braucht es feste Verantwortlichkeiten. Geschäftsführung, Fachabteilungen und IT müssen gemeinsam festlegen, wer bei einem Angriff Entscheidungen trifft, Kunden informiert und notwendige Schutzmaßnahmen veranlasst.

Anzeige

4. Vorhandene Sicherheitsmaßnahmen nicht testen

Datensicherungen und Notfallpläne gehören in vielen Betrieben längst zum Standard. Ob sie tatsächlich funktionieren, wird jedoch häufig nicht überprüft.

Eine gesicherte Anwendung lässt sich möglicherweise wiederherstellen, benötigt anschließend aber weitere Systeme, um ordnungsgemäß zu laufen. Auch ein Notfallplan hilft wenig, wenn Telefonnummern veraltet sind oder Beschäftigte ihre Aufgaben nicht kennen.

Regelmäßige Tests schaffen hier Klarheit. Unternehmen sollten vollständige Wiederherstellungen erproben und Krisenabläufe gemeinsam durchspielen. Das ist besonders wichtig, weil Angreifer bei Erpressungsversuchen zunehmend auch Backup-Systeme attackieren.

5. Zugriffsrechte nicht ausreichend begrenzen

Mitarbeiter wechseln ihre Aufgaben, Dienstleister beenden Projekte und Wartungsfirmen benötigen nur gelegentlich Zugang. Trotzdem bleiben einmal eingerichtete Berechtigungen häufig bestehen.

Für Cyberkriminelle können solche Konten ein einfacher Weg in das Unternehmensnetzwerk sein. Besonders problematisch sind weitreichende Administratorrechte oder Zugänge externer Partner, deren eigene Systeme kompromittiert wurden.

Betriebe sollten deshalb regelmäßig kontrollieren, wer auf welche Anwendungen zugreifen darf. Nicht mehr benötigte Konten müssen deaktiviert und Berechtigungen auf das notwendige Maß reduziert werden.

Sicherheit beginnt bei den eigenen Abläufen

Technische Schutzmaßnahmen allein reichen nicht aus, wenn Zuständigkeiten unklar bleiben oder bestehende Risiken unterschätzt werden. Entscheidend ist, dass Unternehmen ihre Systeme kennen, Sicherheitsvorkehrungen überprüfen und Verantwortlichkeiten eindeutig regeln.

Wer diese Grundlagen konsequent umsetzt, kann Angriffe zwar nicht vollständig verhindern, aber die Wahrscheinlichkeit erfolgreicher Attacken und mögliche Schäden deutlich reduzieren.

Anzeige