Öffnet in einem neuen Tab
Objektspeicher als virtuelles Replikat

GitHub verlagert Git-Infrastruktur nach Azure

Wegen des wachsenden Datenverkehrs durch KI-Agenten zieht GitHub seine Repositorys zu Azure um. 99,99999 Prozent liegen dort bereits als Kopie.

GitHub verlagert Git-Infrastruktur nach Azure
Quelle: Maor_Winetrob / Shutterstock.com

GitHub baut seine Git-Infrastruktur für den wachsenden Datenverkehr durch KI-Agenten um und verlagert sie in die Cloud von Microsoft Azure. Von 99,99999 Prozent der Repositorys auf GitHub liegt inzwischen eine Kopie sowohl in den eigenen Rechenzentren als auch in Azure. Das schreiben die GitHub-Entwicklerinnen Eleanor White und Victoria Dye in einem Blogbeitrag vom 21. Oktober. Die erste Kopie eines Repositorys kam im August 2025 in der Azure-Region Central US an. Inzwischen haben die meisten Repositorys zwei ihrer fünf Replikate in Azure, und Azure bedient etwa die Hälfte des Git-Datenverkehrs.

Grenzen bei Strom und Lieferketten

Anlass ist laut GitHub der Wandel hin zu agentischer Softwareentwicklung. Der Git-Verkehr wachse exponentiell, zugleich stießen die eigenen Rechenzentren und die umliegende Region an eine feste Grenze bei der verfügbaren Stromkapazität. Hinzu kämen Engpässe in den Lieferketten für Hardware. Die verbleibende Kapazität habe genug Zeit für eine sichere Migration gelassen, aber nicht für eine langsame. GitHub verarbeitet über seinen Dienst Spokes nach eigenen Angaben deutlich mehr als 100 Milliarden Operationen pro Tag.

Anzeige

Schreibsperre pro Referenz statt pro Repository

Die restlichen 0,00001 Prozent der Repositorys gehören zu den meistgenutzten der Plattform. Sie hält laut GitHub eine Netzwerklatenz von rund 25 Millisekunden zwischen den eigenen Rechenzentren und der etwa 1.600 Kilometer entfernten Azure-Region zurück. Bislang wartet jeder Schreibvorgang auf alle funktionierenden Replikate und hält dabei eine Sperre für das gesamte Repository. Das langsamste Replikat bestimmt so Latenz und Durchsatz.

GitHub stellt deshalb von einer Sperre pro Repository auf eine Sperre pro Git-Referenz, etwa pro Branch, um. Nur Schreibvorgänge auf dieselbe Referenz müssen dann aufeinander warten. Da Agenten und Entwickler meist auf eigene Branches pushen, laufen die meisten Schreibvorgänge parallel. In internen Tests mit realistischem Datenverkehr stieg der Durchsatz bei Schreibvorgängen auf unterschiedliche Referenzen um das Drei- bis Vierfache.

Objektspeicher als virtuelles Replikat

Im nächsten Schritt wird Azure Blob Storage als sogenanntes virtuelles Replikat Teil des Quorums. Ein Schreibvorgang gilt erst als bestätigt, wenn er dort dauerhaft gespeichert ist. Damit lassen sich Lesezugriffe getrennt skalieren: Virtuelle Lesereplikate laden ihren Cache aus dem Objektspeicher und übernehmen Leseanfragen, ohne Teil des Quorums zu sein. Die meisten Repositorys werden laut GitHub 100- bis 1.000-mal häufiger gelesen als beschrieben.

„Das Commit-Protokoll, das GitHub zu einer Milliarde Repositorys gebracht hat, wird es nicht zur nächsten Milliarde und darüber hinaus bringen”, schreiben die Entwicklerinnen. Die nächste Grenze sei der Durchsatz beim Schreiben. Die Zielarchitektur will GitHub auf seiner Konferenz Universe am 28. und 29. Oktober in San Francisco vorstellen.

(red)

Anzeige
Anzeige