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Organisatorische Maßnahmen anpassen

Cybervorfälle betreffen fast alle Berufsgruppen

Eine Studie von Kaspersky zeigt, dass zwischen 82 und knapp 90 Prozent der Befragten aus unterschiedlichen Berufsgruppen bereits Cybervorfälle erlebt haben.

Cybervorfälle betreffen fast alle Berufsgruppen

Dabei unterscheiden sich die Risiken je nach Tätigkeit: Während technisches Fachwissen bei alltäglichen Betrugsversuchen helfen kann, sind IT-Fachkräfte häufiger mit Malware, KI-gestütztem Betrug und Angriffen auf vernetzte Geräte konfrontiert.

Betrugsversuche und Datenlecks zählen zu den größten Risiken

Zu den häufigsten Vorfällen gehören betrügerische Anrufe und SMS, von denen 41 Prozent der Befragten berichten. 40 Prozent waren von Spam betroffen, knapp 26 Prozent von unerwünschter Werbung. Größere Sorgen bereiten vielen Teilnehmern allerdings schwerwiegendere Angriffe: 46 Prozent fürchten Datenlecks, 45 Prozent die Übernahme ihrer Social-Media-Konten und 38 Prozent den Diebstahl persönlicher Daten.

Die höchste Vorfallrate verzeichnet die Studie bei Beschäftigten aus Risikomanagement, Recht und Compliance. Knapp 90 Prozent dieser Gruppe haben bereits einen Cybervorfall erlebt. Bei administrativen und unterstützenden Tätigkeiten liegt der Anteil mit 82 Prozent am niedrigsten.

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IT-Wissen schützt nicht vor allen Angriffen

Technisch versierte Beschäftigte berichten seltener von klassischen Betrugsversuchen. Bei betrügerischen Anrufen und SMS liegt ihr Anteil bei 36 Prozent, bei nichttechnischen Berufsgruppen bei 43 Prozent. Auch Spam tritt bei ihnen etwas seltener auf.

Bei komplexeren Bedrohungen zeigt sich jedoch ein anderes Bild. IT-nahe Beschäftigte berichten häufiger von Malware-Angriffen, KI-gestützten Betrugsversuchen und Deepfakes sowie Angriffen auf vernetzte Geräte. Bei IT-Sicherheitsexperten haben insgesamt 86 Prozent mindestens einen Cybervorfall erlebt.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass technisches Know-how zwar bei der Erkennung bestimmter Angriffsmuster helfen kann, aber keinen umfassenden Schutz bietet. Unternehmen müssen deshalb auch erfahrene IT-Mitarbeiter gegen Bedrohungen absichern, die über klassische Betrugsversuche hinausgehen.

Marketingteams erleben besonders viele Vorfallarten

Beschäftigte im Marketing berichten im Durchschnitt von 4,5 unterschiedlichen Arten von Cybervorfällen. Über alle Befragten hinweg liegt der Wert bei 3,7. Nach einem Vorfall passen Marketingfachkräfte ihr Verhalten zudem vergleichsweise häufig an: 42 Prozent verzichten bei Transaktionen auf öffentliche WLAN-Netze, 41 Prozent ändern ihre Passwörter häufiger und 33 Prozent erstellen öfter Datensicherungen.

Bei Beschäftigten aus Risikomanagement, Recht und Compliance fällt die Reaktion anders aus. Trotz der hohen Betroffenheit setzen sie nach einem Vorfall nicht häufiger auf fortgeschrittene technische Schutzmaßnahmen als andere Berufsgruppen. Sie konzentrieren sich vor allem auf grundlegende Vorsichtsmaßnahmen, etwa individuelle Passwörter und den vorsichtigen Umgang mit unbekannten Telefonnummern.

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Verändertes Verhalten ersetzt keine technischen Schutzmaßnahmen

Nach einem Sicherheitsvorfall reagieren viele Betroffene zunächst mit Verhaltensänderungen. Rund 45 Prozent nehmen beispielsweise keine Anrufe unbekannter Nummern mehr an, knapp 37 Prozent meiden nicht vertrauenswürdige Webseiten. Technische Maßnahmen werden seltener umgesetzt: Nur 30 Prozent aktivieren eine Multi-Faktor-Authentifizierung, 24 Prozent installieren Sicherheitssoftware.

Vladimir Dashchenko, Cybersicherheitsexperte bei Kaspersky, sieht deshalb keinen einheitlichen Ansatz für alle Beschäftigten als ausreichend an. Schutzmaßnahmen müssten sich an den jeweiligen Tätigkeiten und der Nutzung digitaler Technologien orientieren. Angesichts zunehmend vielfältiger und KI-gestützter Betrugsmaschen sei es wichtig, technische Schutzmechanismen mit gezielter Aufklärung zu verbinden.

Sicherheitsstrategien an den Arbeitsalltag anpassen

Für Unternehmen ergibt sich daraus die Aufgabe, technische und organisatorische Maßnahmen aufeinander abzustimmen. Dazu gehören klare Zugriffsrechte, regelmäßige Datensicherungen, sichere E-Mail-Kommunikation und verbindliche Regeln für die Installation neuer Software. Ebenso wichtig sind verständliche Sicherheitsrichtlinien und wiederkehrende Schulungen zu Phishing, Deepfakes und anderen Betrugsformen.

Welche Maßnahmen erforderlich sind, hängt auch von der Unternehmensgröße, der Branche und den jeweiligen Aufgaben ab. Entscheidend ist, dass Sicherheitskonzepte nicht allein auf das Verhalten der Beschäftigten setzen, sondern Risiken durch technische Schutzmaßnahmen begrenzen und Vorfälle möglichst früh erkennen.

Die Kaspersky-Studie macht deutlich, dass weder technisches Fachwissen noch vorsichtiges Nutzerverhalten allein ausreichen. Wirksame Cybersicherheit erfordert eine Kombination aus Sensibilisierung, klaren Regeln und geeigneten technischen Schutzmechanismen.

(red/Kaspersky)

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