19 Millionen Dollar von Kunden

MonsterCloud-Chef wegen Lösegeldzahlungen angeklagt

Der Inhaber eines Ransomware-Dienstleisters soll Erpresser heimlich bezahlt und Kunden eine eigene Entschlüsselungstechnik vorgetäuscht haben.

MonsterCloud-Chef wegen Lösegeldzahlungen angeklagt

Der Inhaber des US-Unternehmens MonsterCloud, das sich auf die Wiederherstellung nach Ransomware-Angriffen spezialisiert hat, ist wegen Betrugs angeklagt worden. Der 50-jährige Zohar Pinhasi, auch bekannt als „Zack Silver“ und „Zack Green“, soll Ransomware-Opfer getäuscht haben, indem er heimlich die Angreifer für Entschlüsselungsschlüssel bezahlte. Gegenüber Kunden soll er dagegen behauptet haben, die Daten mit eigener Technologie wiederherzustellen. Pinhasi stellte sich, plädierte vor einem Bundesgericht in Brooklyn auf nicht schuldig und kam gegen eine Kaution von 2 Millionen US-Dollar frei. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Die Anklage einer Grand Jury im Eastern District of New York umfasst einen Fall der Verschwörung zum Betrug und zwei Fälle des Betrugs über elektronische Kommunikationswege. Der mutmaßliche Betrug soll von Juni 2018 bis Juni 2023 gelaufen sein. Bei einer Verurteilung drohen bis zu 20 Jahre Haft.

Erster Schritt war der Kontakt zu Angreifern

MonsterCloud mit Sitz in Florida warb laut Anklage mit Werkzeugen und Verfahren, mit denen sich verschlüsselte Daten ohne Zahlung an Kriminelle wiederherstellen ließen. Tatsächlich habe das Unternehmen keine solche Technologie besessen. Einige Verträge erwähnten zwar, dass MonsterCloud mit Angreifern kommunizieren oder sie bezahlen könnte, aber nur, wenn eine Entschlüsselung auf anderem Weg nicht gelinge. Laut Staatsanwaltschaft war der Kontakt zu den Angreifern jedoch meist der erste Schritt. Mit Proben, die von den Ransomware-Gruppen entschlüsselt worden waren, soll MonsterCloud Kunden die eigenen Fähigkeiten nachgewiesen haben.

„Wie in der Anklageschrift dargelegt, hat der Angeklagte seine Kunden erneut zu Opfern gemacht und dabei selbst einen hohen Gewinn erzielt, indem er fälschlicherweise behauptete, Ransomware zu entschlüsseln, ohne die Erpresser zu bezahlen.“

Joseph Nocella Jr., US-Staatsanwalt

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19 Millionen Dollar von Kunden

In einem Fall soll Pinhasi einer Ransomware-Gruppe rund 8.200 Dollar gezahlt und dem Opfer etwa 150.000 Dollar in Rechnung gestellt haben, in einem anderen rund 236.000 Dollar gezahlt und etwa 380.000 Dollar berechnet haben. Insgesamt sollen über das Unternehmen mehr als 8 Millionen Dollar Lösegeld geflossen sein, während Hunderte Unternehmen in den USA und Kanada mehr als 19 Millionen Dollar bezahlten.

Bereits 2019 hatte das Recherchemedium ProPublica über ähnliche Vorwürfe gegen MonsterCloud berichtet. Pinhasi hatte damals bestritten, Kunden getäuscht zu haben, und seine Methoden als Geschäftsgeheimnis bezeichnet.

(red)

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