"Ready for SAP Solutions"

SAP Cloud ERP: IBM will Mittelstand schneller in die Cloud bringen

Mit Ready for SAP Solutions will IBM mittelgroßen Unternehmen den Umstieg auf SAP Cloud ERP erleichtern und sie nebenbei fit für KI machen. Zwei Referenzkunden sollen belegen, dass das in wenigen Monaten klappt.

SAP Cloud ERP: IBM will Mittelstand schneller in die Cloud bringen
Bildquelle: Michael Vi / Shutterstock.com

IBM hat mit Ready for SAP Solutions ein neues Beratungs- und Implementierungsangebot vorgestellt, das sich an mittelgroße und schnell wachsende Unternehmen richtet. Ziel ist es, die Migration auf SAP Cloud ERP zu beschleunigen, verstreute Unternehmensdaten zusammenzuführen und so einen, wie IBM es nennt, KI-tauglichen digitalen Kern zu schaffen.

IBM kombiniert die eigene Branchenexpertise mit einem sogenannten Fit-to-Standard-Ansatz (also möglichst wenig kundenspezifischer Anpassung der SAP-Software) und der hauseigenen KI-gestützten Delivery-Plattform IBM Consulting Advantage. Auf SAP-Seite fließt die Methodik Grow Fast ein, mit der der Walldorfer Konzern Go-lives innerhalb weniger Wochen verspricht.

Halbierte Durchlaufzeiten beim Modulbauer

Als ersten Referenzkunden nennt IBM Volumetric Building Companies (VBC), ein international tätiges Unternehmen aus dem Modulbau. Dort soll eine dreimonatige Umstellung auf SAP Cloud ERP die Durchlaufzeiten in Einkauf, Fertigung und Lagerhaltung um 50 Prozent verkürzt haben. Wie genau dieser Wert gemessen wurde und welche Ausgangsbasis zugrunde lag, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

VBC-COO Chris Macies betont vor allem die neue Transparenz: Man habe nun einen einheitlichen Blick auf Lieferkette und Betrieb, was schnellere und besser informierte Entscheidungen in der Fertigung ermögliche. Zudem sei eine skalierbare Grundlage für künftige Automatisierungs- und KI-Projekte entstanden.

Anzeige

Firmenübernahme als ERP-Projekt

Der zweite Kunde, der Snackhersteller Second Nature Brands, nutzte die Umstellung, um die übernommene Voortman Bakery in die eigene Systemlandschaft einzugliedern. Beide Geschäftsbereiche laufen nun auf einer gemeinsamen Unternehmensplattform. IT-Vizepräsident Jeff O’Gradney sieht darin die Voraussetzung, als ein Unternehmen effizienter wachsen zu können. Eine Akquisition zu integrieren, bedeute mehr, als nur Abläufe zusammenzulegen.

KI braucht saubere Daten

Die Argumentation von IBM und SAP folgt einem bekannten Muster: Wer KI im Unternehmen in der Breite einsetzen will, braucht zunächst konsistente Daten und durchgängige Prozesse, also ein modernes ERP-System. IBM-Consulting-Manager Tom Janoshalmi formuliert es so, dass sich KI nur auf einem vernetzten, modernen Fundament skalieren lasse. SAP-Managerin Santina Franchi verweist zusätzlich auf Datensemantik, Governance und das von SAP propagierte Konzept des Autonomous Enterprise.

Unternehmen stehen unter zunehmendem Druck, schneller, effizienter und berechenbarer zu arbeiten, und viele setzen KI ein, um

IBM-Consulting-Manager Tom Janoshalmi

Untermauern will IBM den Bedarf mit einer Umfrage des hauseigenen Institute for Business Value: Demnach halten 68 Prozent der befragten Unternehmen eine schnellere ERP-Modernisierung für wichtig, um effizienter und wettbewerbsfähig zu bleiben. Dass ein Beratungshaus, das ERP-Modernisierungen verkauft, deren Dringlichkeit per eigener Studie belegt, sollte man bei der Einordnung im Hinterkopf behalten.

Anzeige

Vorerst nur eingeschränkt verfügbar

Wer sich für das Angebot interessiert, muss sich womöglich gedulden: Ready for SAP Solutions ist laut IBM derzeit nur in ausgewählten Ländern und für bestimmte Branchen erhältlich. Welche das sind, nennt das Unternehmen nicht, auch nicht, ob Deutschland dazugehört. Eine schrittweise Ausweitung auf weitere Märkte und Branchen ist geplant, einen Zeitplan gibt es nicht. Angaben zu Preisen fehlen ebenfalls.

Für SAP-Bestandskunden kommt das Angebot zu einem relevanten Zeitpunkt: Die Standardwartung für die älteren On-Premises-Versionen von SAP ERP läuft 2027 aus, viele Unternehmen stehen deshalb ohnehin vor der Migration. Entsprechend groß ist der Wettbewerb unter den Systemintegratoren um diese Projekte.

(red)

Anzeige