Forward Deployed Engineering

SAP schickt Entwicklertrupps direkt zu Großkunden

SAP
Bildquelle: BalkansCat/Shutterstock.com

Kleine Teams sogenannter Forward Deployed Engineers sollen bei Konzernen wie Bayer und H&M in wenigen Wochen einsatzfähige KI-Agenten bauen. Was dabei entsteht, will SAP später allen Kunden verkaufen.

Statt KI-Funktionen im eigenen Labor zu entwickeln und anschließend an die Kundschaft auszurollen, geht SAP einen anderen Weg: Der Walldorfer Softwarekonzern entsendet Entwicklerteams direkt in die IT-Abteilungen großer Unternehmenskunden. Dort sollen sie KI-Agenten entwerfen und in die vorhandene Systemlandschaft integrieren. Über das Vorgehen hatte zuerst das Manager Magazin berichtet. Ein SAP-Sprecher hat den Bericht gegenüber Golem.de in Teilen bestätigt.

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Drei bis zehn Entwickler, sechs bis neun Wochen

Laut dem Bericht bestehen die Einheiten aus drei bis zehn erfahrenen Programmierern, ergänzt um externe Berater. Sie sind jeweils mehrere Monate bei einem Kunden im Einsatz, genannt werden unter anderem Bayer, H&M, Toyota und Bosch. Innerhalb von sechs bis neun Wochen sollen erste produktiv nutzbare Agenten stehen, die auf die Unternehmensdaten des jeweiligen Kunden zugreifen und in dessen IT eingebunden sind.

Zwei Projekte werden konkret beschrieben. Bei Bayer hat ein SAP-Team aus vier Personen ein Werkzeug gebaut, das offene Forderungen automatisiert und spürbar schneller eintreibt, etwa gegenüber Landwirten in Lateinamerika. Beim schwedischen Modehändler H&M arbeiten die Entwickler an KI-Systemen für Retouren: Diese sollen bei einem Umtausch vorab ermitteln, ob in der betreffenden Filiale ein passender Ersatzartikel auf Lager ist.

Kundenwissen rein, SAP-Produkt raus

Nach Darstellung von SAP-Sprecher Björn Emde handelt es sich um Co-Innovations-Projekte, bei denen SAP mit realen Kunden an realen Problemen arbeitet, um branchenspezifische KI schneller zu erproben und voranzubringen. Das Fach- und Prozesswissen der Kunden sei dabei unverzichtbar. Die Teams kämen gezielt bei ausgewählten Unternehmen zum Einsatz, und zwar für Branchenaufgaben, für die es noch keine Standardlösung gibt. Die räumliche Nähe solle sicherstellen, dass die Entwicklung an den tatsächlichen Anforderungen ausgerichtet ist.

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Die Rechte an den Ergebnissen liegen dem Manager Magazin zufolge vollständig bei SAP. Emde zufolge sollen Lösungen, die sich bewähren, anschließend in SAP-Produkte einfließen und als standardisierte, skalierbare Angebote einem breiteren Kundenkreis zur Verfügung stehen.

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Über 50 Joule-Assistenten bis Jahresende geplant

Nach bislang neu entwickelten KI-Funktionen gefragt, verwies der Sprecher auf ein übergeordnetes Ziel. Bis Ende des Jahres will SAP mehr als 50 Joule Assistants anbieten. Diese sollen auf ein Netz von über 200 spezialisierten KI-Agenten zurückgreifen, das derzeit noch aufgebaut wird, und Geschäftsprozesse abteilungsübergreifend automatisieren. Welche Aufgaben die einzelnen Agenten konkret übernehmen, ließ Emde offen.

(red)

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