Neuer Zugang zu Kunden

KI-Suche vor Google? 55 % der Entscheider rechnen damit in 3 Jahren

Google Suche
Bildquelle: Koshiro K / Shutterstock.com

Die Suche nach Produkten und Dienstleistern über ChatGPT, Google Gemini oder Microsoft Copilot könnte für Unternehmen in den kommenden Jahren deutlich wichtiger werden.

Eine YouGov-Umfrage im Auftrag der Münchner Online-Marketing-Agentur Seokratie zeigt, dass bereits heute mehr als die Hälfte der befragten Unternehmensentscheider Veränderungen im Kundenverhalten durch KI-Suchsysteme wahrnimmt.

Anzeige

Mehrheit erwartet Verschiebung

Für 55 Prozent der 509 befragten Entscheider wird die Suche über KI-Tools in drei Jahren wichtiger für die Kundengewinnung sein als die klassische Google-Suche. 28 Prozent teilen diese Einschätzung nicht. Gleichzeitig nehmen 54 Prozent bereits heute Veränderungen darin wahr, wie Kunden auf ihr Unternehmen aufmerksam werden.

Auch die eigene Nutzung deutet auf eine zunehmende Bedeutung von KI-Systemen hin. 55 Prozent der Befragten recherchieren im beruflichen Umfeld mindestens mehrmals pro Woche mithilfe von KI-Tools nach Produkten oder Dienstleistern. 23 Prozent tun dies täglich oder fast täglich. Lediglich 14 Prozent verzichten vollständig auf diese Form der Recherche.

Julian Dziki, Gründer und Geschäftsführer von Seokratie, sieht allerdings keine vollständige Ablösung der klassischen Suchmaschine: „Es geht also nicht um Entweder-oder, sondern um die Frage, wo die eigenen Kunden künftig suchen. Beides wird parallel existieren.“

Anzeige

KI-Traffic ist noch gering

Die aktuellen Website-Daten aus B2B-Kundenprojekten von Seokratie zeichnen zunächst ein anderes Bild. Im Durchschnitt stammen rund 0,5 Prozent der Website-Besucher aus ChatGPT und vergleichbaren KI-Diensten. Über die klassische Google-Suche kommen dagegen etwa 22 Prozent der Besucher.

Bei den Anfragen kehrt sich das Verhältnis jedoch deutlich um. Nach Angaben der Agentur stellt etwa jeder zehnte Besucher, der über eine KI-Antwort auf eine Website gelangt, eine Anfrage. Bei Besuchern aus der Google-Suche liegt dieser Anteil bei rund 1,5 Prozent.

Damit liegt die Anfragequote der KI-vermittelten Besucher nach diesen Daten mehr als sechsmal höher als bei Google-Traffic. Die absoluten Besucherzahlen sind allerdings weiterhin deutlich kleiner.

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.

Unterschiede zwischen Unternehmensgrößen

Wie stark Unternehmen mit einer Verschiebung rechnen, hängt auch von ihrer Größe und der Position der Befragten ab. Bei Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten erwarten 64 Prozent, dass KI-Suche in drei Jahren wichtiger sein wird als Google. Bei Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten sind es 43 Prozent.

Deutlich zurückhaltender äußern sich Eigentümer, Inhaber und Partner. In dieser Gruppe rechnen 36 Prozent mit einer größeren Bedeutung der KI-Suche, während 41 Prozent widersprechen. Bei angestellten Führungskräften liegt die Zustimmung dagegen bei rund 60 Prozent.

Auch bei der eigenen Nutzung zeigen sich Unterschiede. 27 Prozent der Inhaber recherchieren nach eigenen Angaben nie per KI-Tool nach Produkten oder Dienstleistern. Über alle befragten Entscheider hinweg liegt dieser Anteil bei 14 Prozent.

Sichtbarkeit lässt sich nicht nur an Besucherzahlen messen

Für Unternehmen ergibt sich daraus vor allem eine Messfrage. Wer ausschließlich die Zahl der Website-Besucher betrachtet, dürfte den Einfluss von KI-Suchsystemen derzeit leicht unterschätzen. Entscheidend ist zusätzlich, wie häufig daraus konkrete Kontakte und Anfragen entstehen.

Seokratie-Geschäftsführer Dziki rät deshalb zu einem schrittweisen Vorgehen. Unternehmen sollten zunächst KI-vermittelten Traffic separat erfassen und dessen Beitrag zu Anfragen analysieren. Anschließend können Website-Inhalte stärker auf konkrete Fragen von Kunden ausgerichtet werden.

Auch Produkt- und Leistungsseiten spielen dabei eine Rolle. Nach Einschätzung der Agentur sind nachvollziehbare Fakten wie Einsatzbereiche, technische Daten, Preise oder Referenzen für KI-Systeme relevanter als allgemeine Marketingformulierungen.

Die Daten sprechen damit weniger für einen abrupten Wechsel von Google zu KI-Suche als für eine parallele Entwicklung. Während KI-Systeme derzeit noch einen kleinen Teil des Website-Traffics ausmachen, können die darüber gewonnenen Besucher laut den vorliegenden Seokratie-Daten bereits eine vergleichsweise hohe Anfragequote aufweisen.

(red/Seokratie)

Anzeige

Artikel zu diesem Thema

Weitere Artikel

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.