Laut einer Akeneo-Studie setzen deutsche Unternehmen KI häufiger ein als anderswo, sehen davon aber am seltensten einen messbaren ROI.
Der Softwareanbieter Akeneo, der Produktdatenmanagement-Software für den Handel vertreibt, hat seinen „Agentic Commerce Reality Check“ veröffentlicht. Für die internationale Untersuchung wurden 1.000 leitende IT- und Technologieentscheider in Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und den USA befragt, darunter 200 in Deutschland.
Breite Nutzung, aber wenig messbarer Nutzen
Der Studie zufolge geben 86 Prozent der deutschen Befragten an, KI bereits breit ausgerollt oder fest in der Unternehmensstrategie verankert zu haben – der höchste Wert unter den fünf untersuchten Märkten, gegenüber einem internationalen Durchschnitt von 80 Prozent. Auch bei der KI-Governance liegt Deutschland mit 88 Prozent Unternehmen mit einer verbindlichen Richtlinie über dem internationalen Durchschnitt von 80 Prozent. Einen deutlichen, messbaren Return on Investment berichten trotzdem nur 28 Prozent der deutschen Unternehmen – der niedrigste Wert im Ländervergleich und unter dem internationalen Durchschnitt von 38 Prozent.
Zum Vergleich: In Frankreich und Großbritannien erreichen jeweils 44 Prozent diese Stufe, in den USA 42 Prozent und in Italien 31 Prozent. Die Studie betont dabei, dass dieser Befund nicht grundsätzlich gegen den Einsatz von KI spricht, da viele Unternehmen zumindest moderate Produktivitätsgewinne oder Kosteneinsparungen sehen.
Datenaufbereitung bindet viel Aufwand
Als möglichen Grund für die Diskrepanz nennt die Studie den Aufwand für die Datenaufbereitung. Zwar bewerten 92 Prozent der deutschen Befragten die Qualität ihrer Produkt- und Betriebsdaten als gut oder ausgezeichnet, gleichzeitig geben aber 47 Prozent an, mehr als die Hälfte des gesamten KI-Projektaufwands für das Bereinigen, Strukturieren und Kennzeichnen von Daten aufzuwenden – international sind es 36 Prozent. Im Schnitt fließen in Deutschland 49,7 Prozent des Projektaufwands in die Datenvorbereitung, der höchste Wert im Vergleich. Zusätzlich nennen 37 Prozent der deutschen IT-Entscheider die Integration von KI in bestehende ERP-, PIM-, CRM-, Commerce- oder Altsysteme als eine der größten Herausforderungen, international sind es 28 Prozent. Akeneo-Chef Romain Fouache erklärte dazu:
„Deutschland hat kein Akzeptanzproblem bei künstlicher Intelligenz. Die Unternehmen haben KI strategisch verankert, klare Regeln geschaffen und zahlreiche Anwendungen in die Praxis gebracht. Die nächste Herausforderung besteht darin, aus dieser Aktivität skalierbare Ergebnisse zu machen.“
Romain Fouache, Akeneo-Chef
Unternehmen benötigten dafür eine verlässliche, wiederverwendbare Datenbasis, auf der verschiedene Anwendungen und KI-Agenten aufbauen könnten, so Fouache weiter.
Investitionen sollen dennoch weiter steigen
Trotz des bislang begrenzten messbaren Nutzens planen deutsche Unternehmen laut Studie keine Zurückhaltung: 84 Prozent der Befragten erwarten, dass ihr KI-Budget in den kommenden ein bis zwei Jahren steigen wird.
(red/Akeneo)