Lünendonk-Studie

Mehr Budget für CIOs, aber auch mehr Kosten durch Tokens

Budget

Der deutsche IT-Dienstleistungsmarkt soll 2026 um 7,5 Prozent wachsen, 2027 sogar um 10 Prozent. Treiber sind vor allem KI-Projekte, Cloud-Migrationen und Cybersicherheit. Die Belegschaft in der Branche schrumpft trotzdem leicht.

Das zeigt die neue Studie der Beratungsgesellschaft Lünendonk & Hossenfelder zum deutschen IT-Dienstleistungsmarkt. Für 2025 weist die Untersuchung ein Umsatzplus von 3,3 Prozent aus. Die Mitarbeiterzahl sank im selben Jahr insgesamt um 0,6 Prozent, bei Inlandsstellen um 1,1 Prozent. Mehr Umsatz mit weniger Personal also. Die Studienautoren bringen diesen Effekt direkt mit dem Einsatz generativer KI in Verbindung. Befragt wurden mehr als 100 IT-Dienstleister sowie über 200 IT-Verantwortliche aus Mittelstand und Konzernen.

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Data & AI wächst am schnellsten

Am stärksten legt der Bereich Data & AI zu, mit einem erwarteten Umsatzplus von 24,2 Prozent. Es folgen Cyber Security (+15,6 Prozent), Cloud-Transformation und -migration (+13,5 Prozent) und Consulting (+8,9 Prozent). Die klassische Softwareentwicklung liegt mit 4 Prozent abgeschlagen zurück.

Auch die Investitionsagenda der CIOs spiegelt das: 92 Prozent wollen mehr in Cyber Security investieren, getrieben unter anderem von neuen KI-gestützten Angriffsmethoden. 74 Prozent forcieren die IT-Modernisierung veralteter Systeme. Schulungen (70 Prozent), digitale Souveränität und Systemintegration (je 69 Prozent) sowie Data & Analytics (66 Prozent) und KI selbst (64 Prozent) folgen.

KI steigert Effizienz, kaum neue Stellen

Bis 2028 soll generative KI vor allem die Softwareentwicklung effizienter machen: 97 Prozent der Unternehmen erwarten dort mehr Technologieeinsatz, nur 21 Prozent auch mehr Personalbedarf. In der Cybersicherheit ist das Verhältnis ausgeglichener: 89 Prozent erwarten mehr Technologieeinsatz, 63 Prozent auch mehr Personal. Im Consulting sind es 80 zu 51 Prozent. Am größten ist die Lücke bei internen Back-Office-Prozessen (85 zu 4 Prozent), im Application Management/IT-Betrieb (86 zu 14 Prozent) und im Deployment (74 zu 14 Prozent).

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83 Prozent der Befragten sehen großes Potenzial für KI in der Softwareentwicklung, 80 Prozent in der Cybersicherheit. Im IT-Support wollen sieben von zehn Unternehmen KI zur automatisierten Ticketbearbeitung einsetzen, bei der IT-Modernisierung 52 Prozent.

Mario Zillmann, Studienautor und Senior Partner bei Lünendonk, sagt: KI werde „zum festen Bestandteil der Unternehmens-IT“ und übernehme zunehmend autonome Aufgaben. Aktuell stehe im Vordergrund, Pilotprojekte zu skalieren, während die Token-Kosten steigen. KI-Investitionen würden deshalb genauer auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft.

KI wird in den nächsten Jahren zum festen Bestandteil der Unternehmens-IT und übernimmt abhängig von Betriebsrelevanz und Komplexität der Prozesse zunehmend autonome Aufgaben. Aktuell sind Unternehmen vor allem beschäftigt, ihre Pilotprojekte in den Produktivbetrieb zu überführen und zu skalieren – bei gleichzeitig steigenden Token-Kosten. KI- Investitionen werden daher stärker auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft und enger gesteuert.

Mario Zillmann, Studienautor und Senior Partner bei Lünendonk

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Steigende Token-Kosten bremsen die Investitionslaune

Trotz der Wachstumsprognosen bleiben die Budgets knapp. 55 Prozent der Unternehmen erhöhen 2026 ihr IT-Budget, 16 Prozent davon um mehr als 10 Prozent. Kosteneinsparungsprogramme und die schwierige Konjunkturlage begrenzen den Spielraum aber stärker als vor zwei Jahren. Hinzu kommen steigende Lizenz- und Token-Kosten sowie verbrauchsabhängige Abrechnungsmodelle.

Tobias Ganowski, Co-Autor und Senior Consultant bei Lünendonk, erwartet, dass CIOs verstärkt versuchen, „mehr Wirkung aus dem zur Verfügung stehenden Budget zu erzielen“. Auch dabei soll KI eine zentrale Rolle spielen.

Um das Maximum aus den zur Verfügung stehenden Mitteln herauszuholen, werden CIOs ihre Anstrengungen verstärken, mehr Wirkung aus dem zur Verfügung stehenden Budget zu erzielen. KI wird dabei eine zentrale Rolle spielen

Tobias Ganowski, Co-Autor und Senior Consultant bei Lünendonk

IT-Souveränität und neue Vergütungsmodelle

82 Prozent der befragten IT-Dienstleister planen in den kommenden 24 Monaten Investitionen in die eigene IT-Souveränität. Bei den Vergütungsmodellen zeichnet sich ebenfalls ein Wandel ab. Klassische Time-&-Material-Abrechnung verliert an Bedeutung, outcome-basierte Modelle mit Bezahlung nach Ergebnis statt nach Aufwand gewinnen an Gewicht.

Für die Studie arbeitete Lünendonk & Hossenfelder mit den IT-Dienstleistern Arvato Systems, BWI, conet, Datagroup, Ewerk, OEDIV und q.beyond zusammen. Die vollständige Studie steht kostenfrei auf der Webseite von Lünendonk zum Download bereit.

(red)

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