Nvidia hat bekannt gegeben, dass Lenovo und Acer im Oktober die ersten Windows-PCs mit dem eigenen RTX-Spark-Chip auf den Markt bringen werden.
Damit treibt der Chiphersteller seinen Vorstoß voran, KI-Fähigkeiten direkt in Laptops und Desktop-Computer zu bringen, statt sie ausschließlich über die Cloud bereitzustellen. Technologiekonzerne setzen zunehmend auf lokal ausgeführte KI, um die Kosten cloudbasierter Dienste zu senken und gleichzeitig Datenschutz sowie Reaktionsgeschwindigkeit zu verbessern, da Aufgaben direkt auf dem Gerät der Nutzer verarbeitet werden. Der RTX-Spark-Chip kombiniert dafür einen Blackwell-Grafikprozessor mit einem Grace-Hauptprozessor und wurde in Zusammenarbeit mit dem taiwanesischen Unternehmen MediaTek entwickelt.
Die vollständige Ausstattung umfasst dabei 6.144 Blackwell-RTX-GPU-Kerne sowie 20 Grace-CPU-Kerne und soll bis zu 1 Petaflop an KI-Rechenleistung bei bis zu 128 Gigabyte gemeinsam genutztem Arbeitsspeicher liefern, ergänzt um eine schwächere, ausschließlich für Laptops vorgesehene Variante mit 5.120 GPU- und 18 CPU-Kernen. Bei der Vorstellung auf der IFA 2026 präsentierte Acer bereits ein kompaktes Desktop-Konzept, während Lenovo die Modelle Yoga Pro 9n sowie Yoga 9n als 2-in-1-Gerät ankündigte. Insgesamt sollen im Oktober Geräte von mehr als einem halben Dutzend Herstellern auf den Markt kommen.
Nvidia hatte RTX Spark bereits im Juni im Rahmen einer nach eigenen Angaben rund dreijährigen Zusammenarbeit mit Microsoft vorgestellt, mit dem erklärten Ziel, den klassischen PC für das Zeitalter persönlicher KI-Agenten neu zu erfinden. Nvidia-Gründer und Geschäftsführer Jensen Huang beschrieb das Vorhaben bei der ursprünglichen Vorstellung so:
„Der PC wird neu erfunden.“
Jensen Huang, Nvidia-Gründer und Geschäftsführer
Statt wie bisher Anwendungen einzeln zu starten und zu bedienen, solle der Computer künftig direkt auf gesprochene oder geschriebene Anfragen reagieren und die eigentliche Arbeit selbstständig erledigen.
Nvidia: Zusätzliches Werkzeug bündelt Rechenleistung mehrerer Geräte
Parallel zur Ankündigung des Verkaufsstarts stellte Nvidia auf der IFA zudem ein kostenloses Software-Werkzeug vor, das unabhängige KI-Anfragen auf mehrere bereits im selben Netzwerk vorhandene, kompatible Geräte verteilen kann, um deren gemeinsame Rechenleistung für lokale KI-Verarbeitung zu bündeln.
(red)