Nvidia mietet Rechenzentrum in Texas, um dem KI-Entwickler Anthropic über den Anbieter Lambda gigantische Rechenkapazitäten zu sichern.
Der KI-Entwickler Anthropic hat einen weiteren milliardenschweren Cloud-Computing-Vertrag abgeschlossen. Das Abkommen besitzt ein Volumen von 35 Milliarden US-Dollar und wird über den von Nvidia unterstützten Cloud-Anbieter Lambda abgewickelt. Das Besondere an der Transaktion: Die eigentlichen Mietverträge für das zugrundeliegende Rechenzentrum in Nueces County, Texas, hält Chip-Gigant Nvidia selbst.
Entwickelt wird der Campus vom Rechenzentrumsentwickler Hut 8. Nvidia hatte sich die Kapazitäten dort bereits vor einigen Wochen per Mietvertrag gesichert, um sie nun über Lambda an Anthropic weiterzureichen. Das ungewöhnliche Konstrukt unterstreicht die wachsende Rolle Nvidias als Finanzierer und Vermittler im KI-Ökosystem: Das Unternehmen nutzt seine enorme Finanzkraft, um aufstrebenden Neocloud-Anbietern wie Lambda Großaufträge zu verschaffen und gleichzeitig den Absatz eigener Hochleistungschips sicherzustellen.
Engpässe erzwingen massive Multicloud-Expansion
Für Anthropic ist die Vereinbarung Teil einer aggressiven Beschaffungsstrategie, nachdem das Unternehmen aufgrund der enormen Nachfrage nach seinen Claude-Modellen an Kapazitätsgrenzen stieß. Erst vor wenigen Wochen schloss der Entwickler einen Cloud-Deal über 45 Milliarden US-Dollar mit dem Anbieter Nscale für Standorte in West Virginia ab.
Interessanter Nebenaspekt der Texas-Transaktion: Hut 8 baut am selben Standort separat auch Rechenzentren für Anthropic, in denen Googles konkurrierende TPU-Chips zum Einsatz kommen sollen. Google hat hierfür finanzielle Garantien übernommen, um Hut 8 bei der Fremdkapitalaufnahme zu unterstützen. Hut 8 hatte im Juli gemeldet, dass ein Mieter mit Top-Bonität den gesamten 700-Megawatt-Campus für 15 Jahre angemietet hat – wie nun bekannt wurde, handelte es sich dabei um Nvidia.
(red)