Identität als Haupteinfallstor

85 % der Ransomware-Angriffe auf Bildungssektor nutzen Identitätsdiebstahl

Hacker

Der aktuelle Sophos-Report zeigt, dass bei 85 Prozent der Ransomware-Angriffe auf Bildungseinrichtungen identitätsbasierte Angriffstechniken zum Einsatz kamen.

Das ist deutlich mehr als der branchenübergreifende Durchschnitt von 79 Prozent. Die durchschnittlichen Wiederherstellungskosten liegen inzwischen bei 2,26 Millionen US-Dollar.

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Für den bereits sechsten Report „State of Ransomware in Education 2026″ dieser Art befragte Sophos zwischen Januar und März 2026 unabhängig 226 IT- und Cybersicherheitsverantwortliche im Bildungssektor aus 17 Ländern, deren Organisationen im vergangenen Jahr von Ransomware betroffen waren, davon 131 aus dem schulischen und 95 aus dem akademischen Bereich. Zu den erfassten identitätsbasierten Angriffstechniken zählen schädliche E-Mails, Phishing, kompromittierte Zugangsdaten sowie Brute-Force-Angriffe. Schädliche E-Mails waren dabei sowohl im schulischen (31 Prozent) als auch im akademischen Bereich (29 Prozent) die häufigste technische Ursache. 77 Prozent der Hochschulen und 71 Prozent der Schulen gaben zudem an, ihr Ransomware-Vorfall sei zugleich ihr bedeutendster identitätsbasierter Angriff des Jahres gewesen. Ross McKerchar, Chief Information Security Officer bei Sophos, ordnete die Entwicklung so ein:

„Angreifer brauchen heute kein Brecheisen mehr, wenn sie einfach die Schlüssel stehlen können.“

Ross McKerchar, Chief Information Security Officer bei Sophos

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Die Kompromittierung von Identitäten sei zu einem der wirksamsten Wege in eine Organisation geworden, während KI Tempo, Umfang und Raffinesse solcher Angriffe zusätzlich erhöhe. Am widerstandsfähigsten seien jene Einrichtungen, die Identität als zentrale Sicherheitskontrolle behandelten und mit integrierten Erkennungs- und Reaktionsfähigkeiten kombinierten.

Verschlüsselungsrate im schulischen Bereich mehr als verdoppelt

Der Anteil der Schulen, deren Daten bei einem Angriff tatsächlich verschlüsselt wurden, stieg gegenüber dem Vorjahr von 29 auf 61 Prozent, im gesamten Bildungssektor lag die Quote bei 58 Prozent. Bei der Wiederherstellung verschlüsselter Daten setzten 77 Prozent der Schulen und 69 Prozent der Hochschulen stark auf eigene Backups, beide Werte über dem branchenübergreifenden Durchschnitt von 66 Prozent. Die mittlere Lösegeldforderung an Bildungseinrichtungen lag bei 775.200 US-Dollar, oberhalb des branchenübergreifenden Medians von 698.000 US-Dollar, wenn auch bereits im zweiten Jahr in Folge rückläufig, während die tatsächlich gezahlten Summen zuletzt um 15.000 US-Dollar stiegen.

Ransomware: Höhere Belastung für IT-Teams und Führungsebene

Bildungseinrichtungen erholen sich zudem spürbar langsamer von Angriffen als der branchenübergreifende Durchschnitt: 26 Prozent benötigten ein bis drei Monate für die vollständige Wiederherstellung, fast doppelt so viel wie im Durchschnitt aller Branchen (14 Prozent), im schulischen Bereich brauchten sogar 31 Prozent mindestens einen Monat. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Hochschulteams berichtete von wachsendem Druck durch die eigene Führungsebene, gegenüber 40 Prozent im branchenübergreifenden Durchschnitt, rund 39 Prozent der Bildungseinrichtungen meldeten zudem Personalausfälle infolge von Stress oder psychischer Belastung nach einem Angriff. Auch die Fluktuation in Führungspositionen fiel höher aus: Bei 29 Prozent der Hochschulen und 27 Prozent der Schulen wurde die Leitung nach dem Vorfall ausgetauscht, gegenüber 21 Prozent im branchenübergreifenden Durchschnitt.

(Sophos/red)

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