Bewertungsformen überdenken

MIT-Bericht: KI kann bereits die meisten Bachelor-Aufgaben glaubwürdig lösen

KI-Studium

Ein Bericht warnt, generative KI könne inzwischen zu praktisch jeder schriftlichen Aufgabe im grundständigen Studium glaubwürdige Lösungen liefern.

Verantwortlich für den 38 Seiten umfassenden Bericht des Massachusetts Institute of Technology samt vier Anhängen ist der eigens dafür eingerichtete Ad-Hoc-Ausschuss zur KI-Nutzung in Lehre, Lernen und Forschungsausbildung, geleitet von den Professoren Eric Klopfer und Samuel Madden. Der Ausschuss war bereits im Januar von MIT-Kanzlerin Melissa Nobles, Provost Anantha Chandrakasan sowie dem Fakultätsvorsitzenden Roger Levy mit drei Aufgaben betraut worden: die aktuelle KI-Nutzung am MIT zu erfassen, Innovationen bei Lehre und studentischer Bewertung zu identifizieren sowie konkrete Politikempfehlungen zu entwickeln. Der Bericht selbst stellt fest, KI beeinflusse längst nicht mehr nur einzelne Hausaufgaben, sondern auch traditionell zentrale Bestandteile des Studiums wie Sprechstunden, Lerngruppen und studentische Forschungsprojekte.

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Empfohlen wird unter anderem, dass jeder einzelne MIT-Kurs eine ausdrückliche eigene Richtlinie zum Umgang mit KI festlegt, stärker auf mündliche Prüfungen, Portfolios sowie persönliche Gespräche über außerhalb des Unterrichts erstellte Arbeiten gesetzt wird, und das Institut dauerhafte Strukturen zum fortlaufenden Testen und Anpassen der eigenen Herangehensweise aufbaut, statt sich auf eine einzelne, feste Regelung festzulegen. MIT-Präsidentin Sally Kornbluth rief dazu auf, Bewertungsformen zu überdenken, praktisches Lernen stärker zu betonen sowie klare Erwartungen an die studentische KI-Nutzung zu formulieren.

KI-Nutzung unter Studierenden bereits weit verbreitet

Wie verbreitet der Einsatz von KI unter Studierenden bereits ist, zeigt eine 2026 durchgeführte Erhebung des britischen Higher Education Policy Institute unter mehr als 1.000 britischen Vollzeit-Bachelorstudierenden: 95 Prozent der Befragten gaben an, KI in irgendeiner Form bereits genutzt zu haben, 94 Prozent setzten generative KI konkret zur Unterstützung bei bewerteten Arbeiten ein. Der Anteil derjenigen, die von KI erzeugten Text direkt in eigene Arbeiten übernommen hatten, stieg von 3 Prozent im Jahr 2024 über 8 Prozent im Jahr 2025 auf inzwischen 12 Prozent.

(red)

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