KI als Infrastruktur-Basis

Was uns Chinas Umgang mit KI zeigt

KI, China

Der breite Einsatz künstlicher Intelligenz wird ohne Zweifel, die Art, wie wir arbeiten, lernen, agieren und kommunizieren grundlegend verändern.

Sie ist nicht nur ein neues Tool, sondern wird einen starken Einfluss auf Gesellschaft und Unternehmen haben. Wir in Deutschland sind bei der Umsetzung oft aber zögerlich, was langfristig zu Nachteilen führen kann. China geht KI wesentlich forscher an. Es lohnt sich deshalb, einmal den Blick zum Reich der Mitte zu richten.

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Die letzte Bitkom-Studie zum Einsatz von KI in Deutschland vom Februar 2026 zeigt, das deutsche Unternehmen künstliche Intelligenz immer stärker einsetzen. So stieg die Anzahl der Firmen, die KI bereits einsetzen von 20 Prozent im Jahr 2024 auf 36 Prozent in 2025. Von diesen 36 Prozent verwendet knapp ein Viertel aber nur eine KI-Applikation, ein weiteres Viertel zur zwei. Diese insgesamt zögerliche Umsetzung zeigt sich auch bei den Investitionen in KI, nur 29 Prozent wollen sie steigern, 60 Prozent belassen den Invest in der Höhe des Vorjahres. 

Getragen wird diese verhaltene Einführung häufig durch Unkenntnis, Angst und Bedenken. Die größten Vorbehalte gibt es bei Menschen, die KI bisher nicht einsetzen und denen damit jegliche Erfahrung fehlt. 

Hohe KI-Dynamik in China

Auch wenn in Deutschland und Europa viel von KI die Rede ist, geht das Reich der Mitte die Entwicklung deutlich dynamischer an. Mit eigenen LLMs wie Qwen von Alibaba stehen auch leistungsfähige Lösungen parat, die als Open-Source-Modelle breit eingesetzt werden können. Für Unternehmen stellt die Implementierung von KI eine Chance dar, sich schnell neue Märkte zu erschließen und auch die Kunden mit neuen Funktionen zu begeistern. 

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Und das zeigt Wirkung: Große Modelle werden zunehmend von der Cloud auf Edge-Geräte in den Bereichen Unterhaltungselektronik, der Arbeitswelt, in kreativen Bereichen, beim E-Commerce und industrieller Fertigung verlagert. 

Smartphone-Hersteller integrieren große Sprachmodelle in ihre Geräte, um den Anwendern Sprachassistenten an die Hand zu geben, die neben einem präzisen Sprachverständnis auch Betonung und Kontextinformationen berücksichtigen. Smart-Home-Steuerungen lernen aus den Verhaltensweisen ihrer Bewohner, steuern die Heizung und Klimaanlage schon, bevor die Bewohner nach Hause kommen. Auch im Auto lassen sich wichtige Funktionen über „natürliche“ Gespräche steuern, die sich an vorherige Anfragen erinnern. Auch das autonome Fahren profitiert enorm von KI-Funktionalitäten. 

Im Arbeitsumfeld übernimmt KI in Meetings das Verteilen von To-Dos und das Zusammenfassen der wesentlichen Besprechungsinhalte; KIs erstellen regelmäßig Berichte und bearbeiten tausende Kundenanfragen täglich. Sie verschieben damit die Aufgabengebiete, die Arbeitnehmende bisher hatten.

Roboter können dank KI in immer komplexeren Umgebungen agieren und dank Edge-Cloud-Architekturen auch rechenintensive Aufgaben übernehmen und sofort auf Ereignisse in ihrer Umgebung reagieren. Im Gesundheitsbereich können Wearables dank KI auch bedrohliche Situationen ihrer Träger richtig deuten und entsprechend Hilfe organisieren oder Maßnahmen ergreifen. 

KI-gestützte Brillen setzen sich nicht nur zunehmend im privaten Bereich durch, sondern können auch im Business-Umfeld in der Warenlogistik, bei Simultanübersetzungen im Kundensupport oder der Tourismusbranche helfen. Gerade das Thema Übersetzung durch KI spielt auch noch bei Meetings, Filmen und etwa Notrufnummern eine wachsende Rolle.

Im E-Commerce-Bereich können LLMs bei der Suche dabei helfen, wesentliche genauer die Produkte zu identifizieren, die der Benutzer wirklich sucht ‒ was sich letztlich in deutlich höheren Umsätzen niederschlägt. 

KI als Infrastruktur-Basis verstehen

Grundlage dieser vielen Innovationen ist ein besonderes Verständnis, welche Funktion KI bei Innovationen übernimmt. Es ist eben nicht ein weiteres Tool, das einen Einzelaspekt verbessert. KI wird in China als Infrastruktur-Technologie verstanden, die neue Anwendungen erst möglich macht und auch gesellschaftlich relevante (und gewünschte) Veränderungen mit sich bringt. Es geht also um ein neues Gleichgewicht zwischen dem, was Maschinen leisten können, und dem, was wir selbst tun wollen.

KI kommt auch deshalb in sehr vielen Bereichen heute schon zum Einsatz: Bei der Programmierung, in der Produktion und Optimierung von Lieferketten, der Orchestrierung von abteilungsübergreifenden Prozessen, bei kreativen Vorhaben. Obwohl klar ist, das KI keineswegs immer perfektes Ergebnisse liefert, wird es in China schon vielfach eingesetzt und ausprobiert, um Erfahrungen zu sammeln, es zu verbessern und in die Organisationsstrukturen zu integrieren. 

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Was Deutschland daraus mitnehmen kann

Dieser offene Umgang entspringt einem positiven Grundgedanken, dass KI Positives bewirken kann und wird. In Deutschland und Europa herrscht dagegen häufig eine kritische Haltung vor, die sich auch in einer starken Regulierung und hohem Datenschutz niederschlägt. Im Idealfall lassen sich diese notwendigen Vorschriften mit einem proaktiven Ansatz kombinieren, sodass Unternehmen KI nicht nur in Pilotprojekten, sondern auch in ihrem täglichen Geschäftsbetrieb souverän einsetzen können. Dadurch bauen sie das notwenige Know-how auf, KI anzuwenden und den Einsatz mit den rechtlichen Vorgaben in Einklang zu bringen. Denn fehlendes Know-how und zu geringe personelle Ressourcen sind unternehmensintern die größten Hürden, KI produktiv einzusetzen. 

Dies würde auch dazu führen, die bisher oft noch fragmentierten Datenbestände zu konsolidieren, zusammenzuführen und auf eine hohe Datenqualität zu achten, die für den Einsatz von künstlicher Intelligenz essenziell wichtig ist. 

Ins Doing kommen

Für Unternehmen in Deutschland ‒ und das zeigt auch die anfangs erwähnte Bitkom-Studie ‒ ist es besonders wichtig, in die Umsetzung zu kommen und sich nicht von Bedenken abhalten zu lassen. Durch sehr mächtige Open-Source-LLM-Modelle, die sich sowohl auf IoT-Geräten, in der Cloud oder auch auf eigenen Servern einsetzen lassen, steht die Technik bereit. Durch den konkreten Einsatz wächst das Verständnis und werden sich weitere innovative Anwendungsmöglichkeiten ergeben ‒ und damit auch zahlreiche Business-Chancen.

Autor: Alibaba Cloud

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