Verdacht auf Datenklau

Nach Clop-Erpressung: Shell untersucht Sicherheitsvorfall

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Bildquelle: FotograFFF/Shutterstock.com

Shell untersucht einen mutmaßlichen Datendiebstahl. Die Clop-Gruppe behauptet, 89 GB vertrauliche Daten erbeutet zu haben.

Der britische Energiekonzern Shell untersucht derzeit einen potenziellen Sicherheitsvorfall in seinen IT-Systemen. Hintergrund sind Behauptungen der Ransomware-Gruppe Clop, die angibt, rund 89 Gigabyte an sensiblen Unternehmensdaten entwendet zu haben. Nach Angaben der Angreifer umfassen die gestohlenen Dateien unter anderem technische Konstruktionszeichnungen, Testberichte von Anlagen, Fotografien von Einrichtungen sowie strategische Projektpläne. Ein Sprecher von Shell bestätigte die laufenden Nachforschungen gegenüber Medienvertretern:

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„Wir sind uns eines potenziellen Vorfalls bewusst. Wir arbeiten mit unseren Sicherheitsteams und relevanten Experten zusammen, um diesen zu untersuchen.“

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Shell gehört zu den weltweit größten Energieunternehmen und bedient täglich mehr als 20 Millionen Kunden an Zehntausenden Tank- und Ladestationen. Genauere Angaben zum Ausmaß der Betroffenheit machte der Konzern bislang nicht.

Ausnutzung einer kritischen Schwachstelle in PTC-Software

Die Erpressergruppe Clop führte Shell gemeinsam mit 42 weiteren Unternehmen auf ihrer Erpressungsplattform im Darknet als neues Opfer auf. Auch andere Großkonzerne wie General Electric und Philips stehen angeblich im Visier der Kampagne. Als Einfallstor dient laut Sicherheitsanalysten eine kritische Schwachstelle in den Produkt-Lebenszyklus-Management-Plattformen PTC Windchill und FlexPLM, die unter der Kennung CVE-2026-12569 geführt wird.

Sicherheitsunternehmen wie ReliaQuest und die Organisation Ransom-ISAC bestätigten, dass Angreifer die Lücke aktiv ausnutzen. Dabei schleusen die Täter sogenannte JSP-Webshells in öffentlich erreichbare Server ein, um vertrauliche Entwicklungs- und Unternehmensdaten abzuziehen. Sowohl die US-Cybersicherheitsbehörde CISA als auch das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hatten bereits im Juni vor der akuten Bedrohung gewarnt und die umgehende Schließung der Lücke angeordnet.

Empfohlene Schutz- und Sanierungsmaßnahmen

Die betroffene Software von PTC wird weltweit von mehr als 30.000 Kunden in Branchen wie Luftfahrt, Automobilbau, Maschinenbau und Energie genutzt. Sicherheitsexperten raten Betreibern der Software zu folgenden Schritten:

  • Einspielen der von PTC bereitgestellten Sicherheitspatches für Windchill und FlexPLM
  • Platzierung der Systeme hinter abgesicherten VPNs oder Vertrauens-Gateways
  • Bei Verdacht auf eine Kompromittierung: Isolation betroffener Server, Sicherung forensischer Spuren und Erneuerung aller Zugangsdaten

(red)

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