Ungewollte Verteilung auf Firmenrechnern

OneDrive Photos landet auf Windows-11-Enterprise-PCs: Microsoft räumt Fehler ein

Schwachstelle in Microsoft OneDrive
Quelle: rafapress / Shutterstock.com

Die zuvor als heimlich installierte Zusatz-App bekannt gewordene OneDrive Photos ist auf Windows-11-Enterprise-Geräten aufgetaucht.

Wie das Fachmagazin Neowin berichtet, beschwerten sich mehrere IT-Administratoren darüber, dass die als Beta gekennzeichnete App OneDrive Photos seit dem 1. August auch auf von ihnen verwalteten Windows-11-Enterprise-Rechnern erschien, obwohl die für Privatnutzer gedachte Funktion dort mangels persönlichem Microsoft-Konto gar nicht nutzbar ist. Administratoren kritisierten dabei grundsätzlich, ohne Vorankündigung mit der Bereinigung einer zusätzlichen, für ihre Umgebung irrelevanten Anwendung belastet worden zu sein.

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Erschwerend kam hinzu, dass sich OneDrive Photos zunächst nicht getrennt deinstallieren ließ, da die App technisch fest an den regulären OneDrive-Sync-Client gekoppelt ist. Einzige Möglichkeit war bislang, OneDrive vollständig zu entfernen, was zugleich die Dateisynchronisation sowie zugehörige Explorer-Integrationen und Verknüpfungen beeinträchtigt. Ein Community-Mitglied veröffentlichte deshalb ein eigenes Intune-Remediation-Skript, mit dem sich die App auf verwalteten Geräten automatisiert entfernen lässt.

Microsoft bestätigt ungewollt breiten Rollout

Auf Anfrage von Neowin und dem Fachmagazin Windows Latest erklärte ein Microsoft-Sprecher:

„Wir erproben gerade eine neue Fotoerfahrung in OneDrive, die sich in Windows weiter verbreitet hat, als sie sollte. Wir beheben das.“

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Microsoft-Sprecher

Die Windows-Photos-App werde Nutzern weiterhin stets die Wahl zwischen lokalen und in der Cloud gespeicherten Fotos sowie die Entscheidung lassen, ob OneDrive dafür überhaupt genutzt wird. Auf Geräten, die über Microsoft Intune verwaltet werden, solle die App nach Unternehmensangaben dort automatisch verschwinden, wo sie nicht unterstützt wird.

Als Reaktion auf die anhaltende Kritik kündigte Microsoft inzwischen zusätzlich an, eine von OneDrive selbst getrennte Deinstallationsmöglichkeit für die Photos-Funktion einzuführen. Nach Angaben des Unternehmens soll das Entfernen der Photos-Funktion künftig weder die eigentliche OneDrive-App deinstallieren noch die Dateisynchronisation unterbrechen oder gespeicherte Fotos und Dateien löschen.

Automatischer Zugriff auf lokale Fotoordner

Wie bereits zuvor berichtet, kann OneDrive Photos auch ohne Anmeldung mit einem Microsoft-Konto genutzt werden, da die App lokal gespeicherte Bilder direkt erkennt und standardmäßig auf sämtliche Fotoordner des Geräts zugreift. In einem separaten Bereich lassen sich zudem ähnliche Gesichter in Fotos automatisch gruppieren, wofür Microsoft vor der Aktivierung ausdrücklich um Erlaubnis bittet und darauf hinweist, dass die dabei verarbeiteten Daten in manchen Regionen als biometrische Daten gelten können.

(red)

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