Mehrere Werte, eine Zelle

Excel kippt eine seiner ältesten Regeln

Excel
Bildquelle: PixieMe/Shutterstock.com

Excel bekommt einen Listen-Datentyp. Einträge wie mehrere Namen oder Schlagwörter in einer Zelle erkennt die Tabellenkalkulation dann als getrennte Werte. Vorerst können nur Tester die Funktion ausprobieren.

Microsoft verteilt derzeit eine Vorschau auf eine neue Excel-Funktion an Tester: Listen. Eine Zelle kann damit mehrere voneinander unabhängige Werte enthalten. Bislang war pro Zelle nur ein Wert vorgesehen. Die allgemeine Freigabe soll in den nächsten Wochen folgen, wie Windows Latest berichtet.

Anzeige

Eine Liste legen Anwender über den Menüpunkt zum Einfügen einer Liste an (im Original Insert > List) oder mit der Tastenkombination Strg+J. Danach gibt man die Einträge ein oder fügt sie aus der Zwischenablage ein. Als Trennzeichen dienen je nach Regionaleinstellung Kommas oder Semikolons.

Filter und Formeln sehen die Einzelwerte

Der praktische Nutzen zeigt sich vor allem beim Filtern. Stehen etwa drei Namen in einer Zelle, bietet der Filter künftig jeden Namen als eigene Auswahl an. Bisher erschien dort nur der gesamte Text als ein Eintrag. Enthält eine Liste Zahlen, können Formeln direkt damit rechnen. Die Werte müssen nicht erst auf zusätzliche Zeilen oder Spalten verteilt werden, wie es bislang üblich war.

Passend dazu kommen vier Funktionen hinzu:

Anzeige
  • HAS prüft, ob ein bestimmter Wert in einer Liste vorkommt.
  • HASANY prüft, ob mindestens einer von mehreren angegebenen Werten enthalten ist.
  • HASALL prüft, ob alle angegebenen Werte enthalten sind.
  • FLATTEN löst verschachtelte Arrays auf, sodass ihr Inhalt weiterverarbeitet werden kann.

Eine Formel nach dem Muster =HAS(Zelle;“Name“) liefert damit etwa die Antwort, ob eine Person unter den in einer Zelle eingetragenen Verantwortlichen steht.

Technische Altlast

Dass eine Zelle nur einen einzigen Wert aufnehmen konnte, war tief in Excels Rechenlogik verankert. Joe McDaid, früher Programmmanager bei Excel, hatte das Verhalten einmal beschrieben. Herkömmliche Formeln verwendeten demnach die sogenannte implizite Schnittmenge. Lieferte eine Berechnung mehrere Werte, griff Excel ohne Hinweis einen davon heraus, weil die Zelle nicht mehr fassen konnte. Warum Microsoft erst jetzt Listen und verschachtelte Arrays einführt, hat das Unternehmen nicht erklärt.

(red)

Anzeige

Weitere Artikel

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.