Schutz vor Kontoübernahmen

Visa kauft Betrugsjäger BioCatch für 2,4 Mrd. US-Dollar

Visa
Bildquelle: Tony Stock/Shutterstock.com

Visa investiert 2,4 Milliarden US-Dollar in das auf Verhaltensanalyse spezialisiertes Sicherheitsunternehmen BioCatch. Damit will der Zahlungsdienstleister Betrug schon vor der eigentlichen Transaktion erkennen.

Der Zahlungsdienstleister Visa übernimmt das Sicherheitsunternehmen BioCatch. Der Kaufpreis liegt bei 2,4 Milliarden US-Dollar. Visa erweitert damit sein Angebot im Bereich Betrugserkennung und Cybersicherheit für Finanzinstitute.

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Verräterisches Nutzerverhalten

BioCatch existiert seit 2011 und hat einen Ansatz entwickelt, der unter dem Begriff Verhaltensbiometrie bekannt ist. Statt klassischer Login-Daten wertet die Software aus, wie sich ein Mensch beim Umgang mit einer Anwendung verhält. Dazu gehören etwa das Tippverhalten auf der Tastatur, Mausbewegungen, Wischgesten auf dem Touchscreen sowie die Art, wie ein Smartphone in der Hand gehalten wird.

Auf Basis dieser Daten sollen Machine-Learning-Modelle erkennen, ob tatsächlich die berechtigte Person am Werk ist oder ob jemand ein fremdes Konto übernommen hat. Auch Betrugsmuster wie sogenannte Money Mules, bei denen Konten für Geldwäsche missbraucht werden, sowie betrügerisch gestellte Kreditanträge sollen sich so aufspüren lassen. Die Software soll zudem Hinweise erkennen, wenn ein Nutzer offenbar unter Druck oder Zwang handelt, etwa im Rahmen eines Betrugsanrufs.

Nach eigenen Angaben verarbeitet BioCatch monatlich 19 Milliarden Sitzungen im Online-Banking und deckt dabei 760 Millionen Nutzer auf 1,8 Milliarden Geräten ab. Zu den Kunden zählen über 350 Banken und Finanzdienstleister in 21 Ländern, unter ihnen mehr als 100 der größten Kreditinstitute weltweit.

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Betrug vor dem Bezahlvorgang stoppen

Visa begründet den Kauf damit, Betrug künftig erkennen zu wollen, bevor eine Zahlung überhaupt ausgelöst wird. Andrew Torre, der bei Visa den Bereich Value Added Services leitet, wird in der Ankündigung mit den Worten zitiert: „„BioCatch wird unseren Kunden dabei helfen, Betrugsfälle zu verhindern, bevor es zur Zahlung kommt.“ Die Übernahme sei Teil der Strategie, Bedrohungen frühzeitig abzufangen und so mehr Vertrauen in einzelne Transaktionen zu schaffen.

Die Technik von BioCatch soll künftig neben bestehenden Sicherheits- und Risikoprodukten im Visa-Portfolio zum Einsatz kommen. Laut eigenen Angaben hat Visa in den vergangenen fünf Jahren über 13 Milliarden US-Dollar in Technik und Infrastruktur zum Schutz des Zahlungssystems gesteckt.

(red)

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