Der Zahlungsdienstleister Visa baut rund 7 Prozent seiner weltweiten Belegschaft ab, etwa 2.600 Stellen.
Visa bestätigte den Stellenabbau am Dienstag im Rahmen eines laufenden Effizienzprogramms. Nach Angaben aus dem Geschäftsbericht für das vergangene Geschäftsjahr beschäftigte das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt rund 34.100 Mitarbeitende, sodass der Abbau etwa jede vierzehnte Stelle betrifft. Konzernchef Ryan McInerney erklärte in einem an die Belegschaft gerichteten Memo, dessen Auszüge von einem Unternehmenssprecher bestätigt wurden, die Umstrukturierung solle die langfristige Position des Unternehmens verbessern und sei keine Reaktion auf kurzfristigen Druck. Er schrieb:
„Ich bin fest davon überzeugt, dass wir das Richtige für Visa, unsere Kunden und unsere Partner tun, indem wir uns weiterhin auf mehr Effizienz im gesamten Unternehmen konzentrieren, um in unsere vielversprechendsten Möglichkeiten zu reinvestieren.“
Ergänzend schrieb er, künstliche Intelligenz trage dazu bei, diese Entwicklung zu beschleunigen und die Arbeitsweise bei Visa zu verändern. Betroffene Mitarbeitende wurden nach US-Medienberichten ab Dienstag informiert und sollen Unterstützung beim Übergang erhalten. Laut einer mit den Plänen vertrauten Person, auf die sich US-Medien beziehen, will Visa die freiwerdenden Mittel verstärkt in Bereiche wie vermögende Privatkunden, grenzüberschreitende Zahlungen, Geschäftskundenzahlungen, Stablecoins sowie die geografische Expansion investieren. Künstliche Intelligenz sei demnach ein wichtiger, aber nicht der alleinige Faktor hinter den Kürzungen gewesen.
Ähnlicher Schritt bei Mastercard vor sechs Monaten
Der Stellenabbau bei Visa folgt rund sechs Monate, nachdem der Wettbewerber Mastercard einen Abbau von 4 Prozent seiner Belegschaft angekündigt hatte. Visa sollte seine Quartalszahlen am selben Tag nach Handelsschluss veröffentlichen und hatte in den vergangenen zwei Jahren mit einer Ausnahme in jedem Quartal die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Da das Unternehmen seine Erlöse aus Zahlungsvolumen statt aus Kreditvergabe erzielt, gilt es als vergleichsweise unabhängig von Kreditausfallrisiken.
Analysten von Evercore ISI bewerteten den Stellenabbau in einer Mitteilung als kein wesentliches Ereignis für die Geschäftsentwicklung. Sie schrieben, es handle sich lediglich um eines der bestgeführten Unternehmen der Welt, das seine Personal- und Kostenstruktur anpasse und Mittel in Bereiche mit höherem Wachstum und höheren Renditen umschichte.
(red)