Unveränderter Betrieb

Stadler Rail verweigert Lösegeldzahlung nach Hackerangriff

Stadler Rail
Bildquelle: Michael Derrer Fuchs/Shutterstock.com

Der Schweizer Zugbauer Stadler Rail weist eine Lösegeldforderung der Everest-Gruppe über 12,3 Millionen Dollar nach einem Datenleck bei einem Lieferanten zurück.

Der Schweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail ist Mitte Juli 2026 Ziel eines Sicherheitsvorfalls geworden. Nach Angaben des Unternehmens drangen Angreifer über eine Datenaustauschplattform ein, die gemeinsam mit einem Zulieferer genutzt wird. Bei dem Vorfall wurden technische Informationen entwendet. Weder die internen IT-Systeme von Stadler noch die weltweiten Produktionsabläufe waren von dem Zugriff betroffen. Das Unternehmen gab zur Tragweite des Abflusses folgende Erklärung ab:

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„Es wurden keine relevanten personenbezogenen Daten gestohlen. Die weltweit im Einsatz befindlichen Schienenfahrzeuge von Stadler sind von dem Datendiebstahl nicht betroffen. Die globale Produktion von Stadler läuft normal weiter.“

Stadler

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Erpressung durch die Hackergruppe Everest und Polizeianzeige

Im Nachgang des Vorfalls erhielt der Zugbauer ein Erpresserschreiben der Hackergruppe Everest. Die Angreifer forderten eine Lösegeldzahlung in Höhe von 10 Millionen Schweizer Franken, was etwa 12,3 Millionen US-Dollar entspricht. Stadler lehnte eine Zahlung ab und erstattete Strafanzeige bei der Kantonspolizei Thurgau.

Zur Haltung gegenüber Erpressungsversuchen stellte das Unternehmen fest: „Stadler wird unter keinen Umständen Lösegeld zahlen und ist daher nicht erpressbar.“

Die Gruppierung Everest trat ab 2020 als Ransomware-Akteur auf, konzentriert sich mittlerweile jedoch primär auf den Diebstahl und die Erpressung mit Daten ohne Systemverschlüsselung.

Unveränderter Betrieb und Schutz der Fahrzeugsysteme bei Stadler Rail

Stadler beschäftigt rund 18.000 Mitarbeiter an acht Produktions- und sechs Entwicklungsstandorten und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von über 4,9 Milliarden US-Dollar. Die Systeme der weltweit ausgelieferten Lokomotiven, Straßenbahnen, U-Bahnen und Signaltechniken arbeiten unabhängig von der betroffenen Austauschplattform. Bereits im Jahr 2020 war der Konzern Ziel eines Cyberangriffs auf seine IT-Infrastruktur geworden.

(red)

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