Barracuda Networks hat zugeschlagen: Der Sicherheitsanbieter übernimmt Evo Security, einen Spezialisten für Identitäts- und Zugriffsmanagement (IAM), der sich gezielt an Managed Service Provider (MSPs) richtet.
Mit dem Zukauf will Barracuda seine Cloud-Plattform BarracudaONE um IAM-Funktionen erweitern, darunter Privileged Access Management (PAM) und Zugriffskontrolle für Kundenumgebungen im großen Maßstab.
BarracudaONE soll künftig eine durchgängige Architektur für Identitätssicherheit aus einer Hand liefern. Bislang mussten Partner dafür meist mehrere separate Tools miteinander verzahnen, was einigen Aufwand bedeutete. Barracuda verweist außerdem auf ein branchenweit zweistelliges Wachstum bei IAM-Investitionen, das den Zeitpunkt der Übernahme begünstige.
Vier Ebenen für die Identitätssicherheit
Barracuda beschreibt die neue Architektur mit vier Bausteinen:
Die IAM-Werkzeuge von Evo Security legen fest, welche Nutzer, Geräte oder Systeme zu welchem Zeitpunkt auf welche Ressourcen zugreifen dürfen. Damit sollen dauerhaft vergebene Berechtigungen der Vergangenheit angehören, während die Authentifizierung über verschiedene Endpunkte hinweg einheitlicher wird.
Mit SecureEdge ZTNA ersetzt Barracuda pauschale Netzwerkzugriffe durch identitätsbasierte Zugriffsrechte nach dem Least-Privilege-Prinzip, um die Angriffsfläche kleiner zu halten.
Die Funktion Entra ID Backup sichert Nutzerkonten, Gruppen und Richtlinien in Microsoft Entra ID, sodass sich Konfigurationen nach fehlerhaften Änderungen oder Angriffen zügig wiederherstellen lassen.
Barracuda Managed XDR wiederum korreliert Signale aus E Mail, Endpunkten, Netzwerk und Cloud, um identitätsbasierte Angriffe wie kompromittierte Zugangsdaten oder unbefugte Rechteausweitung frühzeitig aufzuspüren.
Barracuda-Chef sieht Lücke bei bestehenden IAM-Lösungen
Barracuda-CEO Rohit Ghai begründet den Schritt mit der wachsenden Bedeutung von Identitätsschutz im Zeitalter von KI-Agenten. Bestehende Identitätslösungen für Unternehmen seien nach seiner Einschätzung „komplex, teuer“ und würden „den Anforderungen von MSPs nicht gerecht“, die Millionen von Identitäten über Tausende Kundenumgebungen hinweg verwalten müssten.
Man wolle deshalb „die partnerorientierten Innovationen von Evo Security mit unserer Vision von BarracudaONE“ verbinden, so Ghai. Da KI die Geschwindigkeit und das Volumen identitätszentrierter Angriffe beschleunige, sieht er in der Kombination beider Unternehmen eine Chance, Firmen jeder Größe gegen diese Bedrohungen zu wappnen.
Evo-Gründer: „Identity-First“-Ansatz von Anfang an für MSPs gedacht
Evo-Security-Gründer und CEO Michael Roth erklärte, sein Unternehmen sei gegründet worden, um die Herausforderungen zu lösen, mit denen MSPs hinsichtlich digitaler Identitäten täglich konfrontiert sind. Als Teil von Barracuda erhalte man nun „die Größe, Reichweite und Ressourcen“, um diese Mission weltweit voranzutreiben.
Der eigene Ansatz sei von Beginn an für die Nutzung durch MSPs entwickelt worden, so Roth. Gemeinsam mit BarracudaONE könne man nun modernere Identitätssicherheit und Automatisierung deutlich mehr Partnern und den von ihnen geschützten Kunden anbieten.
Was sich für Kunden ändert
Das Team von Evo Security wechselt komplett zu Barracuda und bringt seine Expertise gleich mit. Die Technologie soll nach und nach in BarracudaONE einfließen. Barracuda betont, dass bestehende MSP-Kunden von Evo Security zunächst ganz normal weiter betreut werden, während im Hintergrund der Ausbau der gemeinsamen Plattform läuft.
Zum Kaufpreis und weiteren finanziellen Details der Übernahme äußerte sich Barracuda nicht.
(red/Barracuda)