Klingbeils Kryptopläne

Bitcoin-Steuerprivileg vor dem Aus?

Bitcoin

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) will die Steuerbefreiung für Kryptogewinne nach einjähriger Haltefrist abschaffen. Das sorgt für Kritik in der Branche.

Bislang bleiben Gewinne aus Bitcoin und Co. nach einem Jahr Haltedauer komplett steuerfrei, ähnlich wie bei Gold, Kunst oder Oldtimern. Aktien und ETF-Gewinne werden dagegen unabhängig von der Haltedauer mit 25 Prozent Kapitalertragsteuer belegt.

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Klingbeil rechnet laut der Süddeutschen Zeitung zusammen mit verschärften Maßnahmen gegen Steuerhinterziehung mit rund zwei Milliarden Euro Mehreinnahmen, die genaue Herleitung dieser Zahl ist bislang nicht offengelegt.

Bundesverband Blockchain: Reform bringt weniger als gedacht

Der Bundesverband Blockchain hält die Erwartungen ans Ministerium für zu hoch gegriffen. In einem Positionspapier schreibt der Verband, mögliche Mehreinnahmen würden „regelmäßig überschätzt“, das Kryptosteueraufkommen sei zudem „stark zyklisch“.

Als Beleg dafür, dass solche Reformen die erhofften Summen verfehlen können, dient auch hier der Blick nach Österreich: Dort brachte eine Umstellung auf einen einheitlichen Satz von 27,5 Prozent statt der erwarteten 300 Millionen Euro nur 34 Millionen Euro zusätzlich ein.

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Ein Hauptargument des Verbands richtet sich gegen die Annahme, der Staat könne Kryptogewinne bisher nicht ausreichend erfassen. Ab 2026 greifen mit DAC8, dem internationalen CARF-Meldestandard und dem deutschen Kryptowerte-Steuertransparenz-Gesetz neue Meldepflichten, die aus Sicht des Verbands ein etwaiges Defizit „strukturell“ schließen. Zudem verweist das Papier darauf, dass der Bundesfinanzhof ein „normatives strukturelles Vollzugsdefizit“ beim Vollzug bereits verneint habe.

Forderung: Erst Detailfragen klären, dann über Systemwechsel reden

Statt am Steuersatz zu drehen, will der Verband zunächst Rechtssicherheit bei Vorgängen schaffen, für die es bisher keine klaren Regeln gibt, etwa Staking, DeFi, Airdrops oder automatisierte Kleinstzahlungen zwischen Maschinen. Vorbild sollen dabei nicht Österreich, sondern das Vereinigte Königreich, die Schweiz und Finnland sein, etwa bei einer amtlichen Bewertungsreferenz für Kryptowerte oder bei Bagatellgrenzen für Kleinstvorgänge.

Der Verband warnt zudem, ein hektischer Umbau des Systems könne zur „Abwanderung von Anlegern, Unternehmen und Fachkräften“ führen und Deutschlands Position als europäischer Spitzenreiter bei Kryptolizenzen nach der EU-Verordnung Mica gefährden, mit aktuell 56 erteilten Lizenzen liegt Deutschland hier vorn.

(red)

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