Europäische Datenhoheit

Proton bringt KI-Assistenten Lumo 2.0

Proton
Bildquelle: IB Photography / Shutterstock.com

Proton hat die neue Version seines KI-Chatbots Lumo 2.0 vorgestellt. Das System bietet Bildgenerierung sowie Websuche unter Schweizer Datenschutzrecht.

Das Schweizer Datenschutzunternehmen Proton hat ein Upgrade für seinen künstlichen Intelligenz-Assistenten Lumo auf die Version 2.0 veröffentlicht. Das System wurde auf einer neuen Architektur aufgebaut, um funktionale Defizite der Vorgängerversion auszugleichen. Lumo 2.0 bietet nun erweiterte logische Fähigkeiten zur Begründung mehrstufiger Aufgaben und ist multimodal ausgelegt. Der Dienst steht als Applikation bereit und verarbeitet Daten lokal auf den Endgeräten der Anwender anstatt ausschließlich im Webbrowser.

Anzeige

Technische Neuerungen und offene Basismodelle

Das aktualisierte System verfügt über zwei Betriebsmodi: Einen auf Geschwindigkeit ausgerichteten Modus für einfache Interaktionen sowie einen dedizierten Denkmodus für komplexe Fragestellungen. Lumo 2.0 kann sowohl Bilder analysieren als auch Grafiken aus Textanweisungen oder Skizzen generieren und bearbeiten. Zudem wurde die Websuche überarbeitet, sodass Suchergebnisse mit direkten Quellenangaben versehen werden. Eine verschlüsselte Speicherfunktion erlaubt es der KI, benutzerspezifische Präferenzen sitzungsübergreifend zu behalten, wobei der Anwender die Kontrolle über die gespeicherten Inhalte behält.

Anstatt auf proprietäre Modelle von US-amerikanischen Technologiekonzernen zu setzen, kombiniert Proton verschiedene quelloffene Basismodelle. Dazu gehören die Sprach- und Bildmodelle Qwen 3.5, GLM 5.2, Image-Turbo und FireRed-Image-Edit-1.1. Die Modelle werden ausschließlich auf Server-Infrastrukturen innerhalb Europas betrieben, die der Kontrolle von Proton unterliegen. Die Benutzeroberflächen der Anwendungen sind als Open-Source-Software auf GitHub freigegeben, was unabhängige Sicherheitsüberprüfungen ermöglichen soll.

Verschlüsselung und europäische Datenhoheit

Der Fokus des Dienstes liegt auf der Einhaltung europäischer Sicherheitsstandards und des Schweizer Datenschutzrechts. Die Kommunikation wird über eine Zero-Access-Verschlüsselung geschützt, sodass Proton selbst keinen Zugriff auf die Text- und Bilddaten hat. Die Dialoge werden weder auf Servern protokolliert noch für das Training künftiger KI-Modelle herangezogen. Über den Geschäftskundentarif Lumo for Business soll zudem sichergestellt werden, dass Unternehmensdaten auf europäischen Systemen verbleiben und somit nicht von US-amerikanischen Datenerfassungsanfragen oder behördlichen Anordnungen betroffen sind. Der Unternehmensgründer und Geschäftsführer von Proton, Andy Yen, kommentiert die Leistungsfähigkeit der Neuentwicklung:

Anzeige

„Anwendertests zeigen, dass sich die Lücke so weit geschlossen hat, dass Nutzer bei vielen Anwendungsfällen keinen qualitativen Unterschied mehr zwischen Lumo 2.0 Max und den neuesten Modellen von OpenAI und Anthropic wahrnehmen können. Lumo 2.0 zeigt, dass Nutzer nicht mehr zwischen leistungsstarken KI-Fähigkeiten und sinnvollem Schutz der Privatsphäre wählen müssen.“

Andy Yen, Unternehmensgründer und Geschäftsführer von Proton

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.

Preisstruktur des neuen KI-Dienstes von Proton

Die Bereitstellung des Upgrades erfolgt über ein gestaffeltes Preismodell. Neben einer kostenfreien Basisversion bietet das Unternehmen kostenpflichtige Abonnements an. Der Tarif Lumo Plus für Einzelnutzer umfasst erweiterte Bildgenerierungsrechte und bevorzugten Modellzugriff für monatlich 12,99 Euro. Für Firmenkunden steht der Tarif Lumo Professional ab 14,99 Euro pro Nutzer und Monat zur Verfügung, der zusätzliche administrative Werkzeuge zur Teamverwaltung beinhaltet.

(red)

Anzeige

Weitere Artikel

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.