Anthropic hat die KI-Forschungsumgebung Claude Science gestartet und das kostengünstigere Modell Claude Sonnet 5 mit verbesserten Coding-Fähigkeiten vorgestellt.
Anthropic hat am Dienstag zwei neue Produkte eingeführt. Mit Claude Science stellt das Unternehmen eine spezialisierte Arbeitsumgebung für die wissenschaftliche Forschung bereit. Gleichzeitig wurde mit Claude Sonnet 5 ein neues KI-Modell veröffentlicht, das für autonome Programmieraufgaben und Datenanalysen optimiert ist.
Integration von Datenbanken und Rechenressourcen
Die Anwendung Claude Science wurde seit Oktober 2025 entwickelt und läuft als Desktop-Applikation direkt auf den Geräten der Forscher statt im Webbrowser. Die Plattform bündelt verschiedene wissenschaftliche Werkzeuge und bietet nativen Zugriff auf mehr als 60 spezialisierte Datenbanken. Sie ist in der Lage, komplexe wissenschaftliche Daten wie dreidimensionale Proteinstrukturen, Genombrowser-Tracks und chemische Strukturen visuell darzustellen. Zudem automatisiert die Umgebung die Verteilung von Rechenprozessen auf lokale Hardware oder externe Server-Cluster. Das Werkzeug ist ab sofort als Beta-Version für Nutzer der Tarife Pro, Max, Team und Enterprise verfügbar.
Zusätzlich kündigte Anthropic eigene vorklinische Forschungsprogramme zur Entwicklung von Medikamenten gegen vernachlässigte Krankheiten an. Eric Kauderer-Abrams, Leiter des Bereichs Life Sciences bei Anthropic, äußerte dazu: „Dies sind Bereiche, die außerhalb des Rahmens dessen liegen, was die traditionelle Pharma- und Biotech-Landschaft als attraktive Ziele betrachten könnte, die aber dennoch eine reale Belastung mit sich bringen.“
Introducing Claude Science, a new app designed with every stage of research in mind.
— Claude (@claudeai) June 30, 2026
Artifacts traced to their code, environments managed on demand, and 60+ optional scientific databases that you can connect.
Available now in beta. pic.twitter.com/HKhLknxLJO
Leistungsmerkmale und Preisstruktur von Sonnet 5
Das parallel vorgestellte Modell Claude Sonnet 5 wurde für die eigenständige Planung und Durchführung mehrstufiger Software-Projekte konzipiert. Es kann autonom Werkzeuge wie Terminals und Browser bedienen. Anthropic positioniert das Modell als kostengünstigere Alternative zu früheren Versionen wie Sonnet 4.6, während die Leistungsfähigkeit im Bereich des logischen Schließens und Programmierens das Niveau des Modells Opus 4.8 erreicht.
Für die Nutzung gilt bis zum 31. August 2026 ein Einführungspreis von 2 US-Dollar pro Million Input-Token und 10 US-Dollar pro Million Output-Token. Danach steigt der Preis auf die Standardrate von 3 US-Dollar beziehungsweise 15 US-Dollar pro Million Token.
Introducing Claude Sonnet 5, our most agentic Sonnet yet.
— Claude (@claudeai) June 30, 2026
It makes plans, uses tools like browsers and terminals, and runs autonomously at a level that just a few months ago required larger and more expensive models. pic.twitter.com/UKK8G7ww5h
Sicherheitsfunktionen und Aufhebung von Exportbeschränkungen
Sonnet 5 verfügt über standardmäßig aktivierte Filter, die schädliche Anfragen identifizieren und abwehren sollen. Nach Angaben des Herstellers weist das Modell eine höhere Resistenz gegen Prompt-Injection-Angriffe auf und neigt seltener zu Halluzinationen als die Version 4.6. Im Rahmen von Cybersicherheitstests absolvierte das Modell routinemäßige Sicherheitsüberprüfungen, war jedoch nicht zur Ausnutzung von Software-Schwachstellen in der Lage. Anthropic gab dazu an:
„Sonnet 5 war nie in der Lage, einen vollständig funktionierenden Exploit zu entwickeln.“
Anthropic
Gefährliche Verwendungszwecke sollen durch Echtzeitschutzsysteme blockiert werden. Die Markteinführung erfolgt zeitgleich mit einer Entscheidung des US-Handelsministeriums. Dieses hat die Exportkontrollen für die Anthropic-Modelle Mythos 5 und Fable 5 aufgehoben. Die Restriktionen waren Anfang Juni 2026 aufgrund nationaler Sicherheitsbedenken verhängt worden.
(red)