Die US-Regierung hat Anthropic erlaubt, sein KI-Modell Mythos 5 an eine begrenzte Gruppe vertrauenswürdiger Unternehmen freizugeben.
Zuvor hatte Washington Anfang Juni ein Exportverbot verhängt, nachdem Sicherheitsexperten gewarnt hatten, das Modell könnte Hackern helfen, IT-Schwachstellen ungewöhnlich schnell zu finden und auszunutzen.
Handelsminister gibt Teilfreigabe bekannt
Handelsminister Howard Lutnick teilte Anthropic in einem Schreiben mit, dass die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen nun getroffen worden seien. Damit dürfen ausgewählte Cyberverteidiger und Infrastrukturanbieter wieder auf Mythos 5 zugreifen. Das schwächere Modell Fable 5 bleibt vorerst gesperrt. Anthropic zufolge laufen die Gespräche mit der Regierung weiter, um auch dieses Modell wieder verfügbar zu machen.
Anthropic hatte Zugang vollständig gesperrt
Um der Regierungsanordnung nachzukommen, hatte Anthropic Anfang Juni den Zugang zu beiden Modellen komplett abgeschaltet, auch für ausländische Mitarbeiter im eigenen Unternehmen. Das Vorgehen der Regierung offenbarte, wie wenig einheitlich der regulatorische Rahmen rund um KI in den USA bislang ist.
Die Trump-Administration hatte sich lange Zeit aus der KI-Regulierung herausgehalten, um amerikanische Unternehmen im Wettbewerb mit China nicht zu benachteiligen. Die jüngsten Eingriffe bei Anthropic und OpenAI deuten jedoch auf eine Kurskorrektur hin. Zusätzliche Spannungen entstanden Anfang des Jahres, als die Regierung Anthropic wegen Meinungsverschiedenheiten über militärische Einsatzmöglichkeiten als Lieferkettenrisiko einstufte. Anthropic klagte dagegen und erzielte nach eigenen Angaben einen ersten Teilerfolg vor Gericht.
(red)