Rechtsstreit um Spionagesoftware

Neue Phishing-Angriffe auf WhatsApp gemeldet: Meta geht vor Gericht

Spear-Phishing, whatsapp phishing, WhatsApp, Phishing
Bildquelle: DANIEL CONSTANTE / Shutterstock.com

Meta beantragt eine gerichtliche Strafe gegen die NSO Group. Das Spionageunternehmen soll trotz Verbots neue Phishing-Angriffe auf WhatsApp verübt haben.

Der Technologiekonzern Meta hat am 8. Juni 2026 einen Antrag wegen Missachtung des Gerichts gegen das israelische Spionageunternehmen NSO Group bei einem US-Bundesgericht eingereicht. Meta wirft dem Unternehmen vor, gegen eine dauerhafte gerichtliche Unterlassungsverfügung verstoßen zu haben. Diese Verfügung untersagt es der NSO Group rechtlich, die Kommunikationsplattform WhatsApp oder deren Nutzer ins Visier zu nehmen. Laut Angaben von Meta wurden jüngst neue Versuche für gezieltes Spear-Phishing registriert und durch den Nachrichtendienst WhatsApp blockiert. Die NSO Group steht bereits auf einer schwarzen Liste der US-Regierung und ist als Risiko für die nationale Sicherheit eingestuft.

Anzeige

WhatsApp blockiert Phishing-Versuche

Die entdeckten Phishing-Angriffe ähneln laut einem Blogbeitrag von Meta früheren Kampagnen, die mit einem einzigen Klick funktionieren. Dabei werden Anwender durch manipulierte Nachrichten dazu verleitet, auf schädliche Links zu klicken, die sie auf externe Webseiten weiterleiten. Im Zuge der Abwehrmaßnahmen hat WhatsApp mehrere Testkonten und Gruppen gelöscht, die von der NSO Group auf der Plattform erstellt worden waren. Eine direkte Stellungnahme des Spionageunternehmens zu den aktuellen Vorwürfen liegt nicht vor.

Schadensersatz in Millionenhöhe möglich

Der rechtliche Konflikt zwischen den beiden Unternehmen dauert bereits mehrere Jahre an. Im vergangenen Jahr verpflichtete ein US-Gericht die NSO Group dazu, jegliche Angriffe auf WhatsApp einzustellen. Das Spionageunternehmen hatte im Verfahren gewarnt, dass ein solches Verbot das Ende seiner geschäftlichen Existenz bedeuten könnte. Der zuständige Richter reduzierte in diesem Urteil zudem den ursprünglich geforderten Schadensersatz von rund 168 Millionen US-Dollar auf 4 Millionen US-Dollar, da die Beweise für eine höhere Strafzahlung nicht ausreichten. Während Meta das Urteil als wichtigen Präzedenzfall für die Rechenschaftspflicht von Spionagefirmen einstufte, betont die NSO Group fortlaufend, dass sie ihre Pegasus-Technologie ausschließlich an staatliche Kunden für eine rechtmäßige Nutzung verkauft.

(red)

Anzeige
Anzeige

Weitere Artikel

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.