Tokenmaxxing

Sam Altman: KI-Token-Kosten sind für Unternehmen ein Problem

Sam Altman
Bildquelle: jamesonwu1972 / Shutterstock.com

OpenAI-Chef Sam Altman gibt zu, dass explodierte KI-Ausgaben bei Unternehmenskunden zum Dauerthema geworden sind und verspricht effizientere Modelle.

OpenAI-Chef Sam Altman hat auf der Veranstaltung Intelligence at Work eingeräumt, dass die wachsenden KI-Ausgaben bei Unternehmenskunden mittlerweile ein ernsthaftes Gesprächsthema geworden sind. Es sei das erste Mal, dass Kunden das Thema aktiv ansprächen, und OpenAI arbeite nun daran, seine Modelle effizienter zu machen.

Anzeige

„Leute sagen wirklich, es ist fast schon ein Meme: Mein Unternehmen hat das gesamte Budget für 2026 bereits im ersten Quartal verbraucht. Könnt ihr das effizienter machen? Wir arbeiten daran. Ich denke, wir werden viele Wege finden, Menschen mehr Wert für weniger Ausgaben zu bieten.“

Sam Altman, CEO von OpenAI


Altman kündigte an, OpenAI werde daran arbeiten, den Nutzern mehr Leistung pro ausgegebenem Dollar zu bieten. Konkrete Maßnahmen nannte er nicht.

Anzeige

Zu viel des Guten

Der Hype ums sogenannte Tokenmaxxing hat seinen Teil zur Misere beigetragen. Die Idee: Wer KI-Modelle intensiv einsetzt, steigert die Produktivität und rechtfertigt damit hohe Ausgaben. Nvidia-Chef Jensen Huang trieb das auf die Spitze, als er forderte, seine Entwickler sollten Token im Gegenwert von mindestens der Hälfte ihres Jahresgehalts verbrauchen. Wer das nicht tue, mache in seinen Augen etwas falsch. Das Startup OpenClaw demonstrierte, wohin das führen kann: 603 Milliarden Token in einem Monat, Rechnung 1,3 Millionen US-Dollar.

Ernüchterung macht sich breit

Inzwischen häufen sich die Berichte, dass der erhoffte Nutzen ausbleibt. Bei Amazon wurden KI-Agenten offenbar nicht wegen echten Mehrwerts genutzt, sondern um auf internen Bestenlisten zur KI-Nutzung gut dazustehen. Microsoft hat seine Lizenzen für Claude Code wegen der Kosten zurückgefahren. Ein strukturelles Problem verschärft die Lage: Agentenbasierte KI-Systeme, bei denen Modelle eigenständig mehrstufige Aufgaben erledigen, verbrauchen ein Vielfaches an Tokens gegenüber einfachen Anfragen.

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.

Altman bleibt langfristig optimistisch

Trotzdem hält Altman die Wachstumskurve für ungebrochen. Er setzt auf das Jevons-Paradoxon: Sobald Token billiger werden, steigt die Nachfrage überproportional. Als Beleg nennt er die Entwicklung innerhalb von OpenAI selbst. Sechseinhalb Jahre zurück nutzte der aktivste Mitarbeiter monatlich 100.000 Token. Heute liegt der weltweite Pro-Kopf-Durchschnitt genau dort. Der aktuelle Spitzenreiter im eigenen Haus kommt auf 100 Milliarden Token monatlich, wobei Altman einräumt, es gebe intern jemanden mit noch höherem Verbrauch. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, dürfte der globale Durchschnitt irgendwann ebenfalls bei 100 Milliarden landen.

Lars

Becker

Stellvertretender Chefredakteur

IT Verlag GmbH

Anzeige

Weitere Artikel

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.