Die Bedeutung von KI-Tools für den Website-Traffic nimmt spürbar zu. Gleichzeitig verlieren klassische Suchmaschinen – allen voran Google – weiter an Reichweite.
Zu diesem Ergebnis kommt eine aktualisierte Untersuchung der Münchner Agentur Seokratie, die Daten von 69 deutschsprachigen Websites aus Handel, Industrie und Dienstleistung ausgewertet hat.
Für die Analyse wurden Google-Analytics-4-Daten aus den Monaten April 2024, 2025 und 2026 miteinander verglichen. Das Ergebnis zeigt einen tiefgreifenden Wandel im Nutzerverhalten: Die Nachfrage nach Informationen und Produkten bleibt stabil, doch die Wege der Nutzer verändern sich deutlich.
Google verliert deutlich an Bedeutung
Während der gesamte Website-Traffic über die vergangenen drei Jahre nahezu konstant blieb, sank der Anteil von Google am Gesamttraffic erheblich. Im April 2024 kamen noch rund 41 Prozent aller Besuche über Google zustande. Zwei Jahre später liegt dieser Anteil nur noch bei knapp 22 Prozent.
Besonders auffällig: Mehr als drei Viertel der untersuchten Websites verzeichneten zuletzt rückläufige Google-Zugriffe. Zwischen 2025 und 2026 ging der Google-Traffic um mehr als 23 Prozent zurück. Bereits im Vorjahreszeitraum war ein deutlicher Rückgang sichtbar gewesen.

KI-Tools liefern neue Besucherströme
Parallel dazu steigt der Traffic aus großen Sprachmodellen und KI-Systemen deutlich an. Dazu zählen unter anderem Anwendungen wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity.
Laut Seokratie hat sich der Traffic aus KI-Tools innerhalb von zwei Jahren etwa verdreißigfacht. Dennoch bleibt der tatsächliche Anteil am Gesamttraffic weiterhin gering. 2026 stammen lediglich rund 0,4 Prozent aller Website-Besuche aus KI-Anwendungen.
Die Studie macht deutlich, dass der KI-Zuwachs den Verlust bei Google keineswegs ausgleichen kann. Auf jede zusätzliche Sitzung über ein KI-Tool kommen rechnerisch rund 41 verlorene Google-Sitzungen.

Nutzer suchen anders – aber sie suchen weiter
Der wichtigste Befund der Untersuchung liegt laut Seokratie nicht im Rückgang des Traffics selbst, sondern in dessen Verlagerung. Menschen informieren sich weiterhin online, vergleichen Angebote und treffen Kaufentscheidungen. Allerdings geschieht die erste Recherche zunehmend über KI-Systeme, während konkrete Produktsuchen weiterhin häufig über klassische Suchmaschinen laufen.
Dadurch verändert sich auch die digitale Sichtbarkeit von Unternehmen. Wer künftig online gefunden werden möchte, muss Inhalte sowohl für Suchmaschinen als auch für KI-Systeme optimieren.
Neue Anforderungen an SEO-Strategien
Im Zuge dieser Entwicklung gewinnt das Thema Generative Engine Optimization, kurz GEO, an Bedeutung. Gemeint ist die gezielte Optimierung von Inhalten, damit diese in Antworten von KI-Systemen auftauchen, zitiert oder empfohlen werden.
Julian Dziki, Gründer und Geschäftsführer von Seokratie, betont, dass klassische Suchmaschinenoptimierung weiterhin wichtig bleibt. Gleichzeitig reiche SEO allein künftig nicht mehr aus, um auch in KI-generierten Antworten sichtbar zu sein.
Die Studie zeigt damit vor allem eines: Der Wettbewerb um Aufmerksamkeit im Netz verschiebt sich zunehmend von einzelnen Suchmaschinen hin zu einem komplexeren Zusammenspiel aus klassischer Suche und KI-gestützter Informationsbeschaffung.