Die Bundesregierung will Behördengänge in einer zentralen App bündeln. SAP und Telekom sollen dabei helfen.
Wer in Deutschland einen Behördengang erledigen will, kennt das Problem: Je nach Anliegen und Wohnort landet man auf unterschiedlichen Portalen, mit unterschiedlichen Logins und unterschiedlich weit fortgeschrittener Digitalisierung. Die Bundesregierung will diesen Flickenteppich offenbar durch eine einzige Anlaufstelle ersetzen.
Das Handelsblatt berichtet unter Berufung auf interne Unterlagen, dass dafür SAP und die Telekom-Tochter T-Systems unter Vertrag genommen wurden. Erstere für die Software, letztere für die Infrastruktur.
Was die Bürger-App können soll, liest sich wie ein Wunschzettel der Verwaltungsdigitalisierung: Termine bei Behörden buchen, Kindergeld beantragen, umziehen, ein Unternehmen gründen, alles über eine Oberfläche. Lernende KI-Agenten sollen Nutzer dabei begleiten und Routineabläufe automatisieren.
Noch im April soll ein Prototyp fertig sein, der anschließend in einigen Städten sowie bei der Bundesagentur für Arbeit erprobt wird.
Ähnliche Konzepte existieren bereits auf Landesebene, etwa in Bayern und Hessen. Die deutsch-türkische Firma Kobil betreibt eine vergleichbare „Super-App” bereits in Worms und Istanbul. Eine bundesweit einheitliche Lösung wäre jedoch neu.