Hohe Erwartungen, wenig Einsatz

Quantencomputing: Großes Potenzial, zögerliche Umsetzung

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Quantencomputing gilt als eine der vielversprechendsten Technologien der kommenden Jahre. In der deutschen Wirtschaft überwiegt zwar der Optimismus, doch konkrete Aktivitäten bleiben bislang die Ausnahme

Die Mehrheit der befragten Unternehmen erkennt laut Bitkom das Potenzial von Quantencomputing. Zwei Drittel sehen darin eine Chance für das eigene Geschäft, und vier von fünf betrachten die Technologie als relevant für die zukünftige Entwicklung der Wirtschaft insgesamt.

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Trotzdem herrscht Zurückhaltung. Viele Unternehmen beobachten zunächst den Markt und warten auf Erfahrungen anderer, bevor sie selbst investieren. Nur ein kleiner Teil beschäftigt sich bereits intensiv mit konkreten Anwendungen, während ein größerer Anteil das Thema bislang eher oberflächlich verfolgt oder nur perspektivisch einplant.

Was Quantencomputing so besonders macht

Quantencomputer nutzen Prinzipien der Quantenphysik, um komplexe Berechnungen deutlich effizienter durchzuführen als klassische Rechner. Besonders in Bereichen wie Logistik, Materialforschung oder Medikamentenentwicklung eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten.

Gleichzeitig bringt die Technologie auch Risiken mit sich. Vor allem bestehende Verschlüsselungsverfahren könnten künftig angreifbar werden, was das Thema IT-Sicherheit eng mit der Entwicklung von Quantencomputing verknüpft.

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Internationale Konkurrenz setzt Maßstäbe

Im globalen Vergleich sehen deutsche Unternehmen ihr Land eher im Mittelfeld oder sogar im Rückstand. Als führend gelten vor allem die USA, gefolgt von China und Japan.

Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst weist darauf hin, dass Europa zwar in der Forschung stark sei, jedoch Schwierigkeiten habe, Innovationen schnell in marktfähige Anwendungen zu überführen. Für die digitale Souveränität werde es jedoch entscheidend sein, hier aufzuholen.

Ein Großteil der Unternehmen sieht im Quantencomputing ein potenzielles Risiko für die eigene IT-Sicherheit. Dennoch haben viele bislang keine konkreten Maßnahmen ergriffen, um sich darauf vorzubereiten.

Einige Organisationen beginnen bereits mit Risikoanalysen oder planen den Umstieg auf neue Verschlüsselungsverfahren. Andere setzen auf interne Schulungen oder prüfen ihre bestehenden Systeme. Insgesamt zeigt sich jedoch, dass die Vorbereitung auf mögliche Bedrohungen noch am Anfang steht.

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Fehlende Ressourcen bremsen Entwicklung

Als größte Hürden nennen Unternehmen vor allem fehlendes Personal und mangelndes Fachwissen. Hinzu kommen Unsicherheiten bei regulatorischen Vorgaben sowie Zweifel an der Reife der Technologie.

Auch der Zugang zu geeigneter Infrastruktur und konkreten Anwendungsbeispielen ist begrenzt. Für viele Unternehmen bleibt der wirtschaftliche Nutzen noch schwer greifbar, was Investitionen zusätzlich erschwert.

Unternehmen, die sich bereits mit Quantencomputing befassen, wünschen sich vor allem praktische Hilfestellungen. Dazu zählen finanzielle Förderprogramme, einfacher Zugang zu Technologien – etwa über Cloud-Plattformen – sowie mehr Orientierung im Markt.

Auch Schulungsangebote und konkrete Praxisbeispiele stehen hoch im Kurs. Der Bedarf zeigt, dass viele Unternehmen weniger Visionen als vielmehr greifbare Einstiegsmöglichkeiten suchen.

Die Studie des Bitkom macht deutlich: Quantencomputing wird als Schlüsseltechnologie wahrgenommen, doch der Schritt von der Theorie in die Praxis fällt vielen Unternehmen noch schwer. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, Know-how aufzubauen, Zugänge zu erleichtern und konkrete Anwendungen zu entwickeln – erst dann dürfte sich das volle Potenzial der Technologie entfalten.

Pauline Dornig

Pauline

Dornig

Online-Redakteurin

IT Verlag GmbH

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