Sechs Cyber Security-Trends 2026

Von Cookie-Diebstahl bis hin zu KI-Aufklärung

Risiken-2026

Um die Zukunft der Arbeit zu sichern, müssen Unternehmen neuen Bedrohungen immer einen Schritt voraus sein. Da sich die Angriffsfläche heutzutage über Geräte, Apps und Identitäten erstreckt, nehmen die Risiken für Firmen weiter zu.

Im Jahr 2026 benötigen Unternehmen eine ganzheitliche Sichtweise auf Cyber-Resilienz, die sich über den gesamten Lebenszyklus eines Geräts erstreckt. HP sieht sechs wichtige Sicherheitstrends für 2026.

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Angreifer werden ihre Investitionen in den Diebstahl von Cookies beschleunigen

Die allgemeine Einführung von MFA (Multi-Faktor-Authentifizierung) führt dazu, dass Angreifer vermehrt auf den Diebstahl von Cookies und Tokens anstelle von Passwörtern umsteigen. Das bedeutet, dass Angreifer nach dem Diebstahl schnell handeln müssen, um die gestohlenen Cookies vor Ablauf ihrer Gültigkeit zu nutzen und Backdoors einzuschleusen, die ihnen dauerhaften Zugriff verschaffen. Dies ist besonders gravierend für privilegierte Anwender wie Systemadministratoren, die häufig Webbrowser verwenden, um auf hochwertige administrative Websites wie EntraID, InTune oder AWS-Webportale zuzugreifen. Doch genau hier bedeutet der Diebstahl von Cookies einen einfachen Weg zu einer schwerwiegenden Sicherheitsverletzung. Für kritische Anwendungen müssen Unternehmen zusätzliche Verteidigungsebenen in Betracht ziehen. Dazu gehört zum Beispiel eine starke Isolierung sowie eine kontinuierliche Überprüfung der Anwendungssicherheit.

Cyberkriminelle Gruppen verlassen sich auf KI-Agenten, um die Aufklärung und die Auswahl von Zielorganisationen zu automatisieren

Im Jahr 2026 automatisieren organisierte kriminelle Gruppen ihre Arbeitsabläufe und lagern eine höhere Zahl an Aufgaben mithilfe von KI-Agenten aus – insbesondere vorbereitende Aufgaben wie die Recherche nach möglichen Opfern. Bedrohungsakteure beschränken sich auch nicht mehr darauf, KI rein für grundlegende Automatisierung oder die Erstellung von Phishing-Inhalten einzusetzen.

Angesichts einer Flut von KI-gestützten Angriffen werden selbst die besten Erkennungswerkzeuge einige Bedrohungen übersehen. Stattdessen müssen Unternehmen gewährleisten, dass sich Bedrohungen eindämmen, isolieren und beheben lassen. Nur so sind sie in der Lage, ihre Geräteflotten zu schützen, die Betriebszeit zu maximieren und letztlich die Zukunft der Arbeit zu sichern.

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Physische Angriffe auf Geräte werden günstiger und einfacher

Hybrides Arbeiten beschleunigt die Kommerzialisierung von Angriffen, die durch physischen Zugriff auf Geräte ermöglicht werden. Die Geräte sind durch mobile und verteilt arbeitende Mitarbeiter stärker gefährdet. Gleichzeitig sind die für die Manipulation von Notebooks oder Druckern erforderlichen Tools immer leichter zugänglich und kostengünstiger.

Durch physische Manipulationen können Angreifer versuchen, Daten zu exfiltrieren oder die Kontrolle über kompromittierte Geräte zu erlangen, um so einen breiteren Zugriff auf Unternehmensnetzwerke zu erhalten. Sie sind außerdem in der Lage, Angriffe starten, die Geräte zu zerstören, die nicht über Selbstheilungsmaßnahmen verfügen. Um die Zukunft der Arbeit sicher zu gestalten, sollten Unternehmen Hardware mit integrierten Sicherheits- und Ausfallsicherheitsfunktionen auf allen Ebenen priorisieren.

Unternehmen müssen nach einer Reihe von Angriffen auf Drucker, IoT und Edge-Sicherheit aufmerksam werden

Im Jahr 2025 gab es auch eine Reihe ausgefeilter Angriffe auf vernetzte Drucker. Erfolgreiche Attacken übernahmen beispielweise Drucker aus der Ferne. Auch heute fehlt es in vielen Unternehmen immer noch eine grundlegende Transparenz und Kontrolle über ihre Druckinfrastruktur.

Dies schafft Sicherheitslücken – von Exploitation bis hin zu Insider-Bedrohungen, veralteter Firmware, böswilligen Updates und Fehlkonfigurationen wie offenen Ports oder unveränderten Standard-Anmeldedaten. Zukunftssichere Security bedeutet: Es gilt das gesamte Geräte-Ökosystem, einschließlich Drucker, zu schützen.

Quantenresistenz beeinflusst zunehmend Kaufentscheidungen

Ein Jahr nach der Einführung der neuen NIST-Standards für quantenresistente asymmetrische Kryptografie beschleunigen Unternehmen des öffentlichen Sektors und kritischer Infrastrukturen ihre Planungen und Lieferantenbeziehungen – und so einen Weg für die Migration ebnen. Denn angesichts der kontinuierlichen Fortschritte im Bereich des Quanten-Computing ist die Aussicht auf einen Quantencomputer, der innerhalb eines Jahrzehnts asymmetrische Kryptografie knacken kann, immer wahrscheinlicher.

Um quantenresistent zu werden, müssen Unternehmen zunächst ihre langlebige Hardware vorbereiten, einschließlich ihrer Drucker und PCs. Infolgedessen wird die Quantenresistenz ab 2026 zunehmend Einfluss auf Entscheidungen hinsichtlich der Hardware-Beschaffung nehmen. Betten Unternehmen Quantenresistenz frühzeitig in ihre Hardware-Entscheidungen ein, sind sie in der Lage, das Vertrauen in die Technologien aufrechterhalten, die die Zukunft der Arbeit langfristig prägen.

Identität, Herkunft und Lebenszykluskontrolle stehen im Mittelpunkt

Quantenresistenz ist allerdings nur ein Baustein innerhalb der Security-Strategie von Unternehmen. Die Planungen im Bereich Cyber Security gehen weg von fragmentierten Identitätsrahmenwerken und perimeterbasierten Kontrollen und hin zu einem einheitlichen, datenzentrierten Modell. Die heutigen Zero-Trust-Implementierungen führen oft zu Komplexität und Ermüdung bei Anwendern und IT- bzw. Security-Team, da die Identitäten über Benutzer, Anwendungen und Geräte verstreut sind. In der nächsten Phase steht die Konsolidierung im Vordergrund: eine zentralisierte Identitätsorchestrierung, die den Zugriff vereinfacht, die Governance stärkt und das Betriebsrisiko verringert.

Außerdem wird sich der Schwerpunkt der Sicherheit vom Einstiegspunkt hin zur Verwaltung der Daten während ihres gesamten Lebenszyklus verlagern. Firmen müssen Einblick darin erhalten, woher Daten stammen, wie sie verwendet werden und wer darauf zugreift – auch nachdem sie ihre Unternehmensperimeter verlassen haben. Dynamische Berechtigungen wie „Darf ich diese Information oder Daten teilen?“ werden künftig kontinuierlich überwacht damit Vorschriften online und offline eingehalten werden.

Durch die Einbettung von Identitäts- und Governance-Kontrollen in den Kern digitaler Ökosysteme erreichen Unternehmen eine stärkere, adaptive Sicherheit, die Schutz bietet, ohne Reibungsverluste zu verursachen.

Zukunftssichere Security zum Schutz der Zukunft der Arbeit

Die Neubewertung der Sicherheitslage im Jahr 2026 wird für den Schutz künftiger Arbeitsmodelle enorm wichtig sein. Robuste Sicherheitsstrategien sollten automatisierte Wiederherstellung, Isolationstechnologien und quantenresistente BIOS-Sicherheit kombinieren. So lässt sich die Verfügbarkeit von Daten und Anwendungen ebenso gewährleisten wie eine verstärkte Barriere gegen Eindringlinge – und letztlich Angriffe der nächsten Generation abwehren.

Gieseke_HP

Michael

Gieseke

Endpoint Security Specialist

HP Deutschland

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