Alert-Fatigue wird zum Sicherheitsfaktor

Deutschland ist Vorreiter bei Observability 

Observability-Daten

Neue Daten aus dem aktuellen Observability-Lagebericht von Splunk zeigen: Deutschland nimmt international eine führende Rolle bei der Einführung von Observability-Ansätzen und OpenTelemetry ein.

Gleichzeitig wächst jedoch ein Risiko, das den Nutzen dieser Technologien untergraben kann – eine stetig zunehmende Flut an Warnmeldungen, die von IT-Teams kaum noch sinnvoll verarbeitet werden kann.

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Nicht einzelne Sicherheits- oder Betriebsvorfälle stellen derzeit die größte Herausforderung dar, sondern die Kombination aus zahlreichen Tools, hoher Datenmenge und vielen Fehlalarmen. Dadurch entsteht ein permanentes Alarmrauschen, in dem kritische Hinweise leicht übersehen werden.

Ein großer Teil der IT-Verantwortlichen berichtet, dass ignorierte oder unterdrückte Warnungen bereits zu realen Betriebsausfällen geführt haben. Diese sogenannte Alert-Fatigue entwickelt sich damit zu einem zentralen Risiko für Stabilität, Sicherheit und letztlich auch für die Geschäftskontinuität von Unternehmen.

Observability zeigt messbare Geschäftseffekte

Trotz dieser Belastung profitieren viele Organisationen deutlich von Observability-Strategien. In Deutschland berichten zahlreiche Unternehmen von positiven Auswirkungen auf Umsatz und Effizienz. Gleichzeitig investieren viele Organisationen erhebliche Budgets in entsprechende Lösungen, wobei steigende Datenmengen als wichtiger Treiber gelten.

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Auch organisatorisch zeigen sich Veränderungen: Troubleshooting und Problemlösung werden zunehmend gemeinsam von Observability- und Security-Teams übernommen. Diese engere Zusammenarbeit trägt dazu bei, Verantwortlichkeiten klarer zu definieren und Vorfälle mit Kundenbezug zu reduzieren.

OpenTelemetry als strategischer Baustein

Ein wachsender Teil der Unternehmen nutzt OpenTelemetry zumindest teilweise oder regelmäßig. Dort, wo der Standard eingesetzt wird, berichten viele Organisationen von positiven wirtschaftlichen Effekten. Das deutet darauf hin, dass offene Telemetrie-Ansätze nicht nur technische Transparenz schaffen, sondern auch geschäftlichen Mehrwert liefern können.

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Prioritäten zwischen Sicherheit und Geschäftsprozessen

Beim praktischen Nutzen von Observability stehen zwei Bereiche besonders im Fokus: das Monitoring kritischer Geschäftsprozesse sowie das frühzeitige Erkennen von Bedrohungen und Schwachstellen in Anwendungen. Beide Faktoren sind eng miteinander verknüpft, da Ausfälle oder Sicherheitsprobleme direkte Auswirkungen auf Kundenerlebnis, Umsatz und Reputation haben können.

Der Weg zu mehr Resilienz

Um Alert-Fatigue wirksam zu begegnen, braucht es laut den Erkenntnissen des Berichts vor allem klar priorisierte Warnmeldungen, reduzierte Tool-Komplexität und eindeutig definierte Verantwortlichkeiten. Entscheidend ist, dass Observability-Werkzeuge IT-Teams tatsächlich entlasten, statt zusätzliche Komplexität zu schaffen.

Deutschland zeigt zwar eine starke Position bei Observability und OpenTelemetry, doch der langfristige Nutzen hängt davon ab, ob Unternehmen das wachsende Alarmrauschen beherrschen. Erst wenn relevante Signale zuverlässig erkannt und verarbeitet werden, können Observability-Strategien ihr volles Potenzial für Stabilität, Sicherheit und Geschäftserfolg entfalten.

Pauline Dornig

Pauline

Dornig

Online-Redakteurin

IT Verlag GmbH

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