Schnelles Geld für wenig Arbeit? In Hessen sieht der Arbeitsschutz falsche Versprechungen bei Angeboten zur Heimarbeit.
Das Regierungspräsidium Darmstadt hat vor unseriösen Angeboten von Heimarbeit gewarnt. Sie sei zwar eine willkommene Möglichkeit, die Haushaltskasse aufzubessern, teilte die landesweit für Heimarbeit zuständige Behörde mit. Doch sei Vorsicht geboten.
Anbieter würden besonders in sozialen Medien damit locken, dass man schnell viel Geld für wenig Gegenleistung verdienen könne. Es werde aber in manchen Fällen eine Gebühr, eine Vorfinanzierung von Arbeitsmaterial oder der Kauf von Arbeitsgeräten verlangt. «Es gilt also: Hände weg von allzu verführerischen Heimarbeitsangeboten», heißt es in einer Mitteilung. Heimarbeit unterliege der staatlichen Überwachung und ist nicht von finanziellen Vorleistungen abhängig.
Die Einhaltung der vorgeschriebenen Arbeits- und Entlohnungsbedingungen der Heimarbeiter werde regelmäßig durch sogenannte Entgeltprüfer kontrolliert. In Hessen gebe es derzeit 71 Arbeitgeber mit rund 720 Heimarbeiterinnen und Heimarbeitern. Das Regierungspräsidium habe im Jahr 2024 rund 114.000 Euro Nachzahlungen an Heimarbeiter erwirkt, für das letzte Jahr seien es bislang 26.000 Euro gewesen.
Heimarbeit wie das Zusammenbauen von Kugelschreibern oder Verpacken irgendwelcher Gegenstände habe nichts mit dem heute weit verbreiteten Arbeiten im Homeoffice zu tun. Es handele sich um Tätigkeiten in einer selbstgewählten Betriebsstätte im Auftrag Dritter als arbeitnehmerähnliche Person.
dpa