Studie von Nutanix & Atlantic Ventures: Improving Sustainability in Datacenters

Rechenzentren: Mehr Energieeffizienz & Nachhaltigkeit

Rechenzentren: Mehr Energieeffizienz & Nachhaltigkeit

Die weltweite Klima- und die aktuelle Energiekrise zwingt auch Rechenzentren zu mehr Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Allein in EMEA verbrauchen Datacenter über 90 TWh pro Jahr. Nutanix und Atlantic Ventures haben in einer Studie den potenziellen Einfluss von RZ-Modellen auf Energieeffizienz und CO2-Fußabdruck untersucht.

Nachhaltigkeit trifft auf die IT und wird allmählich auch ein Thema in den Rechenzentren. Die aktuelle Entwicklung hat europaweit zu sprunghaft ansteigenden Energiekosten geführt. »Das macht Energieeffizienz und -versorgung zur obersten Priorität von CIOs und Rechenzentrumsanbietern«, erklärt Dr. Carlo Velten, Managing Partner & Principal Analyst bei Atlantic Ventures. Betroffen sind Unternehmen jeder Größe. 2020 haben Rechenzentren weltweit 375 TWh an Energie verbraucht. Dies entspricht rund 1,5 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs.

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»Rechenzentren und digitale Infrastrukturen als Ganzes sind für einen erheblichen Teil des weltweiten Energieverbrauchs verantwortlich und hinterlassen dadurch einen beträchtlichen CO2-Fußabdruck«, ergänzt Sammy Zoghlami, SVP EMEA bei Nutanix. »Allein im EMEA-Raum verbrauchen Rechenzentren über 90 TWh pro Jahr. Das entspricht dem Emissionsniveau von zirka 5,9 Millionen Fahrzeugen – oder 27 Millionen Tonnen an CO2-Äquivalenten (CO²e). Maßnahmen in diesem Bereich können daher einen bedeutenden Effekt haben, müssen allerdings mit der Notwendigkeit für Unternehmen, auf zunehmend digitalen Märkten ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und zu stärken, ausbalanciert werden.«

»Bei einer weiter fortschreitenden Digitalisierung wächst der Energiebedarf europäischer RZ bis 2025 auf 96,2 TWh«, erwartet Dr. Velten. Die größten Verbraucher sind Server (40%) und Storage von zusammen fast 60 Prozent. Kühlungsmaßnahmen schlagen mit 22 Prozent zu Buche.

Unternehmen sollen klimaneutral und nachhaltig werden

Im Auftrag von Nutanix hat Atlantic Ventures untersucht, wie verschiedene Rechenzentrumtechnologien im Vergleich abschneiden, wenn Unternehmen die Vor- und Nachteile ihrer Bemühungen abwägen, ihre Klimaneutralitätsziele zu erreichen. Die Untersuchung stellt verschiedene Technologiemodelle vergleichend gegenüber, insbesondere traditionelle 3-Tier-Architekturen und hyperkonvergente Infrastruktur (HCI)-Ansätze jüngeren Datums.

Zu diesem Zweck hat Atlantic Ventures ein für Westeuropa typisches Fertigungsunternehmen modelliert, um Energieverbrauch und CO2-Fußabdruck von Rechenzentren an unterschiedlichen Standorten zu kalkulieren. Als Teil dieser Modellrechnung hat die Studie die potenziellen Effekte hyperkonvergenter Infrastrukturen (HCI) auf Energiekosten und CO2-Emissionen in den Rechenzentren untersucht. Sie trifft zum ersten Mal überhaupt eine Vorhersage zum aggregierten Einsparpotenzial in der EMEA-Region und auf einzelnen nationalen Märkten. Die Studienergebnisse zeigen auf, was eine breit angelegte Transformation hin zu modernen Rechenzentrumsarchitekturen hinsichtlich Energieeffizienz und Klimaschutz bewirken könnte.

Dr. Carlo Velten, Atlantic Ventures
Dr. Carlo Velten, Atlantic Ventures

Dr. Velten zufolge besteht das Ziel der Studie darin, Unternehmensentscheidern Vorschläge und Denkanstöße für das Design einer energieeffizienten und klimafreundlichen IT-Infrastruktur zu bieten: »Insbesondere hyperkonvergenter Infrastrukturen, deren Technologie wir im Detail untersuchen und deren potenzielle Vorteile wir sowohl auf europäischer als auch nationaler Ebene quantifizieren. Wir hoffen, dass die Studie von Nutzen ist und einen Erkenntnisgewinn bietet, um zu verstehen, was eine breit angelegte Transformation hin zu modernen Rechenzentrumsmodellen für Energieeffizienz und Klimaschutz bedeuten kann.«

Nachhaltigkeit der IT und des Business

Eine nachhaltige IT (Sustainable) ist für Unternehmen eine Pflicht-Aufgabe (Footprint of IT): »Darunter versteht sich die Transformation der IT hin zum klimaneutralen, energieeffizienten und nachhaltigen Betrieb von digitalen Infrastrukturen & Arbeitsplätzen, Cloud-Diensten, Daten & Applikationen sowie DevOps & Analytics-Prozessen«, erklärt Dr. Velten. Als Kür (Handprint of IT) bezeichnet er die Transformation der Geschäftsprozesse, Produkte und Geschäftsmodelle hin zum klimaneutralen ganzheitlichen Wirtschaften (Circular Economy) durch Bereitstellung von Daten, Software und Sustainability-Intelligence und ESG-Reporting.

Nachdem Nutanix die Studie gesponsort hat, stand vor allem das Effizienzpotential von HCI (Hyper-Converged-Infrastructure) im Fokus: Im Vergleich zu traditionellen 3-Tier-IT-Plattformen sollen HCI-Architekturen der nächsten Generation den Energieverbrauch und CO2-Fußabdruck jährlich um potenziell zirka 27 Prozent senken. »Innerhalb der EMEA-Region hat die HCI-Transformation das Potenzial, im Zeitraum von 2022 bis 2025 den Energieverbrauch um 56,7 TWh sowie die Emissionen um 14,2 Millionen Tonnen CO²e zu reduzieren«, sagt Dr. Velten. Bis 2025 könnte ein kompletter Umstieg auf HCI in den Rechenzentren Deutschlands potenziell 11,9 TWh Energie und beinahe 3,69 Millionen Tonnen CO²e einsparen.

Die Vorteile von Hyperkonvergenz liegen in ihrer Integriertheit. Die Infrastruktur aus Server, Compute, Storage und Netzwerk sind Software-definiert und zentral steuerbar. Bei Erweiterungen lassen sich die einzelnen Ressourcen aber nicht individuell skalieren. Nutanix widerspricht hier natürlich, Unternehmen könnten klein anfangen und Schritt für Schritt mit einem Node nach dem anderen wachsen. Die Software-Struktur verteile alle operativen Funktionen über den gesamten Cluster hinweg und sorge so für ein hohes Maß an Performance.

Letztendlich müssen Unternehmen prüfen, ob HCI für sie die richtige Plattform bildet. Im Sinne der Nachhaltigkeit und um Energie einzusparen werden Rechenzentren den ein oder andern Kompromiss eingehen müssen. Nachdem sich die Energiepreise auf absehbare Zeit nicht zurückentwickeln werden, dürfte die Notwendigkeit Einsparungen vorzunehmen die Oberhand gewinnen. Die Studie sagt es so nicht, aber treibende Kraft ist im Großen und Ganzen weniger der Umweltgedanke, sondern die Kosten.

Weiterführende Links

Karl Fröhlich, speicherguide.de

Karl Fröhlich

speicherguide.de -

Chefredakteur

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