Meta-Chef Mark Zuckerberg rechnet damit, dass in fünf Jahren Milliarden Menschen einen eigenen persönlichen KI-Agenten nutzen werden.
Auf der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen am Mittwoch erklärte Zuckerberg, es sei „äußerst unwahrscheinlich“, dass es in etwa fünf Jahren nicht Milliarden Menschen mit einem persönlichen Agenten gebe, der ihre Ziele verstehe und rund um die Uhr in ihrem Auftrag daran arbeite, diese zu erreichen, unabhängig vom jeweiligen Lebensbereich. Er nannte als mögliche Einsatzfelder unter anderem Finanzen, Gesundheit, zwischenmenschliche Beziehungen und die Organisation des Haushalts. WhatsApp und die übrigen Messaging-Dienste von Meta würden dabei zunehmend wichtiger, da die Interaktion mit mehreren Agenten zunehmen werde. WhatsApp sei bereits heute die führende Plattform, über die Menschen mit Meta AI interagieren.
Auch andere große Technologiekonzerne setzen zunehmend auf handlungsfähige KI-Agenten statt auf reine Frage-Antwort-Systeme. Google hatte im Zuge einer Überarbeitung seiner Suche eigene KI-Agenten als zentrales neues Merkmal hervorgehoben. Bei Anthropic wiederum ist laut Berichten die Zahl zahlender Privatnutzer von Claude zuletzt deutlich gestiegen, während vor allem der agentische Programmierassistent Claude Code bei Entwicklern auf Zuspruch stößt.
Meta-Aktie von Zuckerberg fällt trotz der Ankündigung
Anders als bei einigen Wettbewerbern reagierten Anleger auf Metas eigene Zahlen jedoch verhalten: Die Aktie verlor nach Vorlage des Quartalsberichts zeitweise fast 10 Prozent. Metas Sparte Reality Labs, zuständig für AR-Brillen, VR-Headsets und zugehörige Software, verzeichnete im Quartal einen Verlust von rund 4,6 Milliarden US-Dollar, in etwa auf dem Niveau der Verluste, die die Sparte bereits seit 2021 in jedem Quartal einfährt. Insgesamt hat Reality Labs damit inzwischen einen Verlust von rund 88 Milliarden US-Dollar aufgelaufen.
Der freie Cashflow des Konzerns sank im Quartal auf 784 Millionen US-Dollar, verglichen mit 8,55 Milliarden US-Dollar im entsprechenden Vorjahresquartal, ein Rückgang um 91 Prozent, den Meta unter anderem mit den eigenen Investitionen in KI-Infrastruktur begründet. In dieser Woche kündigten Meta und der Vermögensverwalter BlackRock zudem eine Partnerschaft für den Bau eines 14 Milliarden US-Dollar teuren Rechenzentrums im texanischen El Paso an.
Zuckerberg erklärte dazu, man gehe weiterhin von einer deutlich höheren Marge beim Verkauf von Intelligenz als beim reinen Verkauf von Rechenleistung aus, sehe aber auch im direkten Verkauf von Rechenkapazität eine große Chance. Nach seinen Worten sollen die von Meta entwickelten persönlichen Agenten „die Grundlage für unsere nächste Welle an Produkten und Umsatzquellen“ in den kommenden Monaten und Jahren bilden. Metas bereits weltweit auf WhatsApp und Messenger eingeführte Business-Agenten wurden nach Unternehmensangaben bislang von mehr als einer Million Unternehmen genutzt.
(red)