Keine Anzeichen für soziale Entfremdung

Homeoffice: Großstudie widerlegt Skepsis von Arbeitgebern

Eine Studie mit 7.700 Beschäftigten zeigt: Vollständig im Homeoffice Tätige weisen das höchste Wohlbefinden und geringere Fluktuation auf.

Entgegen der Befürchtung vieler Führungskräfte, dass Arbeit im Homeoffice zu Vereinsamung und Entfremdung führt, schneiden Fernarbeitende bei der Arbeitszufriedenheit am besten ab. Das ist das Ergebnis einer wissenschaftlichen Untersuchung von Forschenden der Leeds School of Business (University of Colorado Boulder) und des MD Anderson Leadership Institutes, die im Fachjournal Frontiers in Psychology veröffentlicht wurde.

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Für die Studie werteten die Wissenschaftlerinnen um Prof. Stefanie Johnson Befragungsdaten von 7.704 Beschäftigten einer großen US-Gesundheitsorganisation aus dem Jahr 2023 sowie deren spätere Kündigungsraten aus. Die Befragten teilten sich etwa zur Hälfte auf Präsenzkräfte vor Ort sowie auf hybride und vollständig remote arbeitende Angestellte auf. Dabei zeigte sich ein klarer Trend:

  • Beschäftigte in vollständiger Fernarbeit berichteten über das höchste Wohlbefinden.
  • Hybride Arbeitsmodelle belegten den zweiten Platz.
  • Angestellte mit reiner Präsenzpflicht wiesen das geringste Wohlbefinden auf.

Keine Anzeichen für soziale Entfremdung im Homeoffice

Die Untersuchung entkräftet zudem das Argument, dass Präsenz im Büro zwingend notwendig sei, um die Bindung zum Team und zur Unternehmenskultur aufrechtzuerhalten. Bei einer Freitext-Beschreibung der eigenen Arbeitskultur nannten Fernarbeitende sogar häufiger Begriffe wie Teamwork, Inklusion und gegenseitige Unterstützung als ihre Kolleginnen und Kollegen vor Ort. Dennoch betonen die Autorinnen, dass persönlicher Kontakt weiterhin eine Rolle spielt – insbesondere beim Onboarding neuer Arbeitskräfte und dem initialen Beziehungsaufbau.

Wohlbefinden senkt die Kündigungsrate

Ein Jahr nach der Befragung glichen die Forschenden die Antworten mit den tatsächlichen Fluktuationsdaten ab. Das Ergebnis: Die Arbeitsort-Regelung beeinflusste die Kündigungswahrscheinlichkeit zwar nicht direkt, wohl aber indirekt über das Wohlbefinden. Beschäftigte mit höherem Wohlbefinden verließen das Unternehmen signifikant seltener. Als Hauptgründe für das höhere Wohlbefinden im Homeoffice machen die Forschenden eine größere Flexibilität, die Kontrolle über den eigenen Tagesablauf sowie den Wegfall von Alltagsstressoren wie langen Pendelzeiten und organisatorischem Aufwand fest. Prof. Stefanie Johnson kritisiert vor diesem Hintergrund starre Präsenzpflichten:

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„Die Daten aus unserer Studie und anderen Untersuchungen legen nahe, dass Remote- und Hybridarbeit zu besseren Ergebnissen führen als Verordnungen zur Rückkehr ins Büro.“

Prof. Stefanie Johnson

(red)

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