Microsoft will die Serverrolle WDS mit dem nächsten Windows Server abkündigen. Unternehmen sollen die Migration jetzt planen, etwa zum Configuration Manager.
Microsoft hat angekündigt, die Serverrolle Windows Deployment Services (WDS) ab der nächsten Version von Windows Server als veraltet einzustufen. Das geht aus dem Supportartikel KB5129631 hervor. WDS ist der Nachfolger der Remote Installation Services (RIS) und ermöglicht es Administratoren, Windows-Betriebssysteme über das Netzwerk auf zahlreiche Rechner zu verteilen.
Was entfällt
Die Abkündigung umfasst die WDS-Rolle mit ihren Rollendiensten Deployment Server und Transport Server, den von WDS bereitgestellten PXE-Netzwerkstart sowie Verwaltungswerkzeuge, Befehlszeilenschnittstellen und APIs. Hinzu kommen der WDS-Multicast-Transport und die Windows-PE-Komponente WinPE-WDS-Tools. Microsoft entwickelt WDS nicht weiter und plant, die Rolle in einer künftigen Windows-Version vollständig zu entfernen. Einen Zeitpunkt dafür nennt das Unternehmen noch nicht.
„Veraltete Produkte werden unterstützt, bis sie schließlich aus einer künftigen Betriebssystemversion entfernt werden.“
Microsoft
Schrittweiser Rückbau seit 2021
Bereits 2021 hatte Microsoft Installationen über die boot.wim der Installationsmedien für Windows 11 und neuere Versionen abgekündigt. Seit den Updates vom 14. April 2026 ist zudem die sogenannte Hands-free-Bereitstellung standardmäßig deaktiviert und wird nicht mehr unterstützt. Hintergrund war die Schwachstelle CVE-2026-0386.
Windows Server 2025 nicht betroffen
Auf allen derzeit unterstützten Versionen bis einschließlich Windows Server 2025 bleibt WDS gemäß deren Lebenszyklus verfügbar. PXE-Lösungen und Bereitstellungsprodukte anderer Hersteller, die nicht auf WDS aufbauen, sind ebenfalls nicht betroffen. Auch die Betriebssystembereitstellung im Microsoft Configuration Manager wird nicht abgekündigt.
Configuration Manager ohne Multicast
Umgebungen mit dem Configuration Manager, die noch WDS-gestütztes PXE nutzen, sollen auf den PXE-Responder ohne WDS umgestellt werden. Dieser unterstützt allerdings nur Unicast, kein WDS-Multicast. Microsoft rät deshalb, Kapazitäten der Verteilungspunkte, Netzwerkbandbreite und die Größe der Bereitstellungswellen zu prüfen. HTTP(S) Boot kann für andere Lösungen eine Alternative sein, ersetzt aber laut Microsoft nicht die PXE-basierte Bereitstellung im Configuration Manager.
Für Unternehmen, die WDS einsetzen, empfiehlt Microsoft, Server mit der WDS-Rolle zu erfassen und indirekte Abhängigkeiten zu prüfen, etwa in Skripten, eigenen Windows-PE-Images oder bei der Nutzung von WDSUTIL.
(red)