Eine entfernte Stellenanzeige von OpenAI deutet auf den Aufbau eines Werbenetzwerks hin. Der Konzern strich Hinweise auf Publisher-Funktionen.
Eine kurzzeitig veröffentlichte Stellenanzeige des KI-Unternehmens OpenAI weist darauf hin, dass das Unternehmen die Entwicklung eines eigenen Werbenetzwerks vorbereitet. Bislang beschränkt sich das Werbeangebot des Konzerns auf Platzierungen innerhalb der Anwendung ChatGPT. Die Stellenbeschreibung für die Position Support Delivery Lead in der Werbesparte enthielt spezifische Aufgaben bezüglich der Anbindung von Publishern sowie der Verwaltung von Werbeinventar und Ertragsoptimierungen für externe Medienpartner. Debra Aho Williamson, Gründerin des Marktforschungsunternehmens Sonata Insights, bewertete den Schritt folgendermaßen:
„Dies ist ein deutliches Zeichen dafür, dass OpenAI ein Werbegeschäft aufbaut, das weit über ChatGPT hinausgeht.“
Debra Aho Williamson, Gründerin des Marktforschungsunternehmens Sonata Insights
Anpassung der Stellenbeschreibung nach Medienanfrage
Nach einer Anfrage der Fachpublikation CMO Insider überarbeitete OpenAI die Stellenausschreibung und löschte fünf Sätze mit Bezug auf Publisher. Der Konzern erklärte anschließend, dass sich die Aufgaben der Position auf Werbeagenturen und Werbekunden konzentrieren. Zudem gab OpenAI an, derzeit kein Angebot zur Erweiterung von Werbereichweiten auf externen Webseiten aufzubauen. Bislang erhalten Medienunternehmen keine Anteile an den Werbeeinnahmen von ChatGPT, während einige Verlage juristische Schritte wegen mutmaßlicher Urheberrechtsverletzungen gegen das Unternehmen eingeleitet haben.
Umsatzziele und Ausbau von Werbekapazitäten
Hintergrund der Expansionsüberlegungen sind die prognostizierten Einnahmen aus dem Werbegeschäft. Laut Berichten plant OpenAI für das Jahr 2026 mit Werbeeinnahmen in Höhe von rund 2,5 Milliarden US-Dollar, die bis zum Jahr 2030 auf etwa 100 Milliarden US-Dollar steigen sollen. Bislang schränken die Verfügbarkeit von Werbeflächen innerhalb der Chat-Oberfläche und die Beschränkung auf ausgewählte Tarife das Inventar ein, wodurch die Nachfrage von Werbekunden das Angebot übersteigt.
(red)