Snowflake-CEO Sridhar Ramaswamy sieht traditionelle Softwareanbieter in Gefahr, im KI-Zeitalter ihre zentrale Rolle zu verlieren. Die großen KI-Konzerne wollen direkten Zugriff auf Unternehmensdaten.
Die Zukunft der Softwareindustrie könnte deutlich anders aussehen als heute, warnt der Chef des Datenanalyse-Spezialisten Snowflake. In einem kürzlich veröffentlichten Podcast-Interview mit Alex Kantrowitz erläuterte Sridhar Ramaswamy seine Befürchtungen zur Machtverschiebung in der Tech-Branche.
„Die großen Modellhersteller wollen eine Welt schaffen, in der ihnen alle Daten aller Unternehmen leicht zugänglich sind“, sagte Sridhar Ramaswamy. In diesem Szenario würden bisherige Softwareanbieter lediglich noch als Infrastruktur dienen, die Informationen an die eigentlichen “Gehirne” weiterleitet. Etablierte Software würde damit zur nachgeordneten Infrastruktur degradiert.
Kundensouveränität als Gegenstrategie
Als Gegenmaßnahme setzt Snowflake darauf, den Nutzern die Kontrolle zu überlassen. Kunden sollen selbst entscheiden können, ob sie ihre Daten über eigene Agenten verarbeiten oder Services wie ChatGPT nutzen möchten. Ramaswamy räumte ein, dass sein Unternehmen die Sorge ernst nehmen müsse, dass Anwender künftig umfassende KI-Agenten bevorzugen könnten, die auf verschiedenste Datenquellen zugreifen.
KI-Entwickler haben ihre Geschäftsmodelle in den vergangenen Monaten deutlich erweitert. OpenAI bietet mittlerweile Lösungen für Vertrieb, Kundensupport und Dokumentenverarbeitung an und tritt damit in direkten Wettbewerb mit Unternehmen wie Salesforce oder Oracle.